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Safaritourismus in der Serengeti

Kennen Sie „Glamping“? Ein aktueller Trend in der Traveller-Szene, ausgerufen zuerst in Großbritannien, nennt sich so. Als „Glamorous Camping“ wird der Begriff aufgelöst – und sagt damit schon alles. Gemeint ist luxuriöses Schlafen unter Sternen, in Jurten, Airstream-Trailern oder Zirkuswagen, um­sorgt von dienstbaren Geistern, die dafür sorgen, dass die Schlafstatt frisch bezogen und moskitofrei ist – und der Champagner kalt gestellt ist.

All das vereint das hier vorgestellte Urlaubs­angebot – aber darüber hinaus noch einen ent­scheidenden Kick: den Nervenkitzel einer wahren Wildnis. Denn hier wird nicht im Sauerland oder an der Seine „geglampt“, sondern mitten in der tansanischen Serengeti. Wer Pro­fessor Grzimek noch kennt, erinnert sich: Serengeti, das heißt wandernde Herden von Zebras, Gnus, Antilopen, Elefanten – und Hyänen und Löwen, die auf Beute lauern. Längst ist aus dem, was der Professor in den Sechzigern in unsere Fernseh­stuben brachte, eine Industrie geworden. Safari­tourismus ist eine der exklusivsten, luxuriösesten und entsprechend kostspieligsten Urlaubsformen geworden.

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Alle paar Monate werden die Suiten auf den Trailer gepackt, um den Herden hinterherzuziehen (Foto: bushtopscamps)

Mobiles Camp mit ausklappbaren Lodges

Eine Idee nun, erdacht von dem Züricher De­­signer und Architekten Andrin Schweizer, setzt dem die Krone auf: Statt, wie bisher, vom stationären Hotel aus im Jeep den „Big Five“ nachzuspüren und allenfalls mal eine Nacht lang im Zelt auf dem Feldbett draußen zu bleiben, nimmt man sein „Hotel“ einfach mit. Claudia und An­drew Stuart heißen die Partner, mit denen Schweizer die Idee umgesetzt hat. Sie sind die Besitzer der Hotelkette „Bushtops Camps Collection“, mit Häusern in Tan­sania und Kenia – und nun diesem mobilen Safari-Camp aus ausklappbaren Lodges, die ein­­fach hinaus in die Serengeti gefahren werden.

Das Konzept ist verblüffend simpel: Die faltbare Lodge hat die Größe eines Containers, der, auf einen Trailer gehievt, von einem allradgetriebenen Jeep gezogen werden kann. Am Aufbauort werden dann einfach drei Seitenwände aufgeklappt, und darüber wird ein Zeltdach gespannt. Das Mobiliar ist bereits installiert: Kingsize-Bett, Minibar, Dusche, Bad, WC – und als ironisches Highlight noch ein sprudelnder Jacuzzi auf der Terrasse. Auch alle Technik ist vorinstalliert, inklusive Frisch- und Abwassertank sowie Solaranlage für die Erwärmung des Jacuzzis. Die Suiten können also praktisch autark betrieben werden.

Galerie: das "Mobile Safari-Camp" in Bildern

 

So wenig Gewicht wie nur möglich

Fraglos: Die Herausforderung, das alles in eine „Kiste“ zu bringen, war riesig, zumal die Grenzen hinsichtlich des Gewichts klar waren. Schweizers Lösung: ein Verbundmaterial in Wabenstruktur, das aus recycelten PET-Flaschen produziert wurde, für die Plattform, alle Wände und Möbel. Mit Eichenholz und Natursteinfurnier für die Nass­bereiche sind alle Oberflächen verkleidet. „Bei allen Materialien und Farben“, so Schweizer, „haben wir uns an der Umgebung in der Savanne orientiert.“

Dort steht es also nun im Norden Tansanias: ein Luxuscamp aus sechs Suiten, ergänzt um ein großes „Mess Tent“ mit schickem Restaurant. Dass es tatsächlich mobil ist, beweist es alle paar Monate. Denn je nach Jahreszeit ziehen die großen Wildtierherden zu anderen Weidegründen. Und um ihnen so nah wie möglich zu sein, fährt dieses Camp ihnen einfach hinterher. 

INFOS ZUM GLAMPING IN TANSANIA
Info & Buchung http://bushtopscamps.com/roving-bushtops

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Dr. Johannes Bohmann

ist BELLEVUE-Autor