Goethe – Tempel der Liebe
Der „Lili-Tempel“, ein berühmtes klassizistisches Badehaus in Offenbach, steht aktuell zum Verkauf. Der Spitzname des Badetempels geht auf die Verlobte Johann Wolfgang von Goethes, „Lili“ Schönemann zurück, da sich beide im umliegenden Park regelmäßig trafen
Offenbach/Deutschland
Dass ein Kulturdenkmal nach Hessischem Denkmalschutzgesetz zu erwerben ist, kommt auch nicht alle Tage vor. Und dann noch eines mit wirklich ruhmreicher Historie. Einige Jahre nachdem der Frankfurter Bankier Friedrich Metzler seinen Sommersitz nach Offenbach verlegt hatte, ließ er 1798 diesen Badetempel vom französischen Architekten Nicolas Alexandre Salins de Montfort errichten. Heute besteht das Denkmal aus einem Bade- und einem Teehaus und bietet bei drei Schlafzimmern und einem Bad rund 372 Quadratmeter Wohnfläche. Allein das Wohnzimmer hat eine Größe von rund 83 Quadratmetern. Es besticht durch seine klare Geometrie, die großzügige Glasfassade und die nahtlose Verbindung zur Natur. Besonders hervorzuheben sind allerdings die bis zu sieben Meter hohen Räume. Zur Zeit seiner Erbauung lag der Tempel direkt am Main und in seinem Untergeschoss war es möglich, im Fluss zu baden. Im 19. Jahrhundert fiel diese Möglichkeit dem Straßen- und Hochwasserdammbau zum Opfer. Anfang der 2000er-Jahre wurde das Bauwerk umfangreich restauriert. Die Verbindung zu Goethe wird bei Wikipedia folgendermaßen erklärt: „Der Tempel erhielt im Volksmund seinen Namen Lili-Tempel nach der Verlobten Johann Wolfgang von Goethes, Anna Elisabeth Schönemann, mit der sich dieser 1775 im umliegenden Park zu treffen pflegte. Der Park erhielt den Namen Lili-Park erst zum 100. Todestag Goethes im Jahre 1932.“ Der Angebotspreis für den Badetempel liegt bei rund 3,9 Millionen Euro. Infos unter sothebysrealty.co.uk