1350x900Inter_CoOwnership.jpg
Nikolaus Thomale | FOTO: Privat

BELLEVUE: Wie kamen Sie zum Thema Miteigentum bei Ferienimmobilien? 

Nikolaus Thomale: Der Ausgangspunkt war eine klare Erkenntnis: die typische Ferienimmobilie steht durchschnittlich rund 80% des Jahres leer – aber die Eigentümer tragen trotz der geringen Nutzung 100 Prozent der Anschaffungskosten, 100 Prozent der laufenden Kosten und 100 Prozent der Verantwortung für Betrieb und Instandhaltung. Das ist schlicht ineffizient – für die Eigentümer, für die Immobilie und für die Region. Gleichzeitig haben wir beobachtet, dass sich in vielen Bereichen das klassische „Alles gehört mir allein"-Denken bereits auflöst – zum Beispiel bei Mobilität oder Luxusgütern wie Sportwagen, Privatjets und Yachten. Co-Ownership war hier die logische Weiterentwicklungen. Und: Mehr als 50 Prozent der Menschen wünschen sich eine eigene Ferienimmobilie – aber nur zwei Prozent erfüllen sich diesen Traum. Mit Managed Co-Ownership öffnen wir die Kategorie Ferienimmobilie wieder für mehr Menschen – wirtschaftlich sinnvoller und deutlich einfacher. 

Was unterscheidet Co-Ownership von Timesharing und klassischem Miteigentum? 

Der entscheidende Unterschied zum Timesharing ist das Eigentum. Beim traditionellen Timesharing werden lediglich Nutzungsrechte verkauft – kein Eigentum, kein Grundbucheintrag, keine Entscheidungsrechte. Bei MYNE hingegen erwirbt man gemeinsam mit einer kleinen Gruppe von Menschen mit komplementären Nutzungswünschen das Eigentum an einer konkreten Ferienimmobilie – abgesichert über Grundbuch und Handelsregister – mit Nutzung, Entscheidungsrechten, Vermietungseinnahmen und Wertentwicklung. Co-Ownership ist heute ein etabliertes Eigentumsmodell mit klaren Spielregeln. DerUnterschied zur klassischen Bruchteilsgemeinschaft liegt im „Managed"-Teil: die rechtliche und steuerliche Struktur ist professionalisiert und optimiert, es gibt klare Regeln für eine faire Nutzungsverteilung und eine effiziente Entscheidungsfindung. MYNE kümmert sich zudem um Verwaltung und Instandhaltung der Immobilie und bietet Concierge-Dienste an. Auch die Exit-Möglichkeiten sind klar strukturiert. 

Wie ist das Eigentum rechtlich und organisatorisch strukturiert? 

Miteigentum bei MYNE bedeutet: Eigentum abgesichert über Grundbuch und Handelsregister. Co-Owner haben Nutzungs- und Entscheidungsrechte entsprechend ihres Anteils und können ihren Anteil oder die Immobilie als Ganzes veräußern. Pro Immobilie gibt es immer jeweils eine Objektgesellschaft, die in dem jeweiligen Land der Immobilie als Eigentümerin eingetragen ist. Alle Rechte und Pflichten sind im Gesellschaftsvertrag verankert. Eine MYNE-Ferienimmobilie wird in acht Miteigentumsanteile aufgeteilt. Ein Miteigentümer kann bis zu 4/8 Anteile, also 50% des Eigentums an einer Immobilie, auf sich vereinen. MYNE übernimmt dabei alle operativen Aufgaben. 

Wie viele Miteigentümer teilen sich eine Immobilie, und wie wird die Nutzung organisiert?

Eine MYNE-Immobilie wird in acht Miteigentumsanteile aufgeteilt. Wir wählen ausschließlich ganzjährig erholsame Immobilien in Premiumlagen mit Sauna, Pool, Whirlpool, die zu jeder Jahreszeit attraktiv sind. In jeder Immobilie sind maximal vier schulpflichtige Miteigentümer vorgesehen, davon höchstens zwei aus derselben Schulferienregion. Feiertage wie Weihnachten oder Ostern unterliegen einem Rotationsprinzip. Familien mit schulpflichtigen Kindern erhalten eine garantierte Nutzung von mindestens drei Wochen pro Jahr in den Schulferien. Nicht schulpflichtige Parteien können im Gegenzug außerhalb der Hauptferienzeit länger in der Immobilie bleiben. 

Mit welchen Einstiegssummen und laufenden Kosten muss ein Käufer rechnen? 

Ein 1/8-Anteil bei MYNE startet ab ca. 109.000 Euro - damit sinken die Einstiegshürden für Ferienimmobilieneigentum um über 80 Prozent im Vergleich zum Alleineigentum. Verbrauchsabhängige Positionen wie zum Beispiel die Reinigungskosten werden nach tatsächlicher Nutzung verteilt, Fixkosten wie zum Beispiel Steuern und Versicherungen entsprechend der Miteigentumsquote. Kleinere Wohnungen mit zwei Schlafzimmern starten bei circa 180 Euro pro Monat inklusive Instandhaltungsrücklage. 

Welche Wertentwicklung erwarten Sie – und wie realistisch ist das? 

Co-Ownership ist Investition statt Konsum. Wir machen aus einem Luxusgut ein smartes Investment aus Lifestyle und Immobilienanlage. Mallorca, Côte d’Azur, Gardasee - das sind keine spekulativen Märkte, sondern etablierte Sehnsuchtsregionen. Eine schlechte Immobilie wird auch durch ein gutes Modell nicht besser. Deshalb wählt MYNE Objekte nur mit externen Gutachten und umfassender Due Diligence.

Wie funktionieren Finanzierung und Wiederverkauf eines Anteils?

Bei der Finanzierung arbeitet MYNE mit Partnerbanken zusammen, die Co-Ownership verstehen und geeignete Finanzierungslösungen anbieten. Beim Wiederverkauf verfügt MYNE über mehr als 120.000 registrierte Interessenten für Anteile. Verkäufer sind nicht an MYNE gebunden, Miteigentümer haben ein Vorkaufsrecht. Der schnellste Wiederverkauf erfolgte binnen 48 Stunden. Üblicherweise dauert es zwischen einigen Wochen und wenigen Monaten – sofern Verkäufer mit ihren Preisvorstellungen der Preisentwicklung am Markt folgen. Darüber hinaus bietet MYNE eine 12-monatige Zufriedenheitsgarantie. 

Welche Risiken sehen Sie für Miteigentümer? 

Die größten Risiken bei unstrukturierten Modellen sind Konflikte zwischen Eigentümern, fehlende Regelungen beim Exit und Abhängigkeit vom Plattformbetreiber. MYNE hat all das strukturell gelöst. Klassische Streitpunkte – wie Verwaltung, Reparaturen, Reservierung und Kostenteilung – sind klar geregelt und entstehen daher erst gar nicht. Bei Insolvenz eines Co-Owners sind die übrigen Miteigentümer klar geschützt. 

Wie gut funktioniert die Belegungsplanung in der Praxis? 

Je nach Region erreichen die Immobilien zwischen 65 und 85 Prozent Auslastung pro Jahr – teilweise inklusive touristischer Vermietung. Co-Owner können zudem Immobilien im Co-Owner-Netzwerk nutzen. Bereits jeder vierte Miteigentümer kauft einen zweiten oder dritten Anteil. Das ist der beste Beweis, dass das Modell funktioniert. 

Für wen ist Co-Ownership ideal? 

Die Kernzielgruppe sind Menschen, die sich eine hochwertige Ferienimmobilie in Premiumlage wünschen, aber für eine begrenzte Nutzung nicht 100 Prozent der Kapitalbindung, der laufenden Kosten und des Aufwands haben wollen. Co-Ownership ist für sie kein Kompromiss, sondern eine smarte Lösung. Weniger geeignet ist das Modell für jemanden, der einen echten Zweitwohnsitz sucht und die Immobilie daher ganzjährig umfassend und zu jeder Zeit flexibel nutzen möchte oder nach maximaler Vermietungsrendite sucht.  

 InterviewCoOwnerhsip2.jpeg
GETEILTE KOSTEN, DOPPELTE FREUDE Dank Co-Ownership werden Luxusimmobilien plötzlich leistbar | FOTO: AdobeStock/steftach
190905-epmedia-MP_F.JanaMadzigon-2724_cut_sw.jpg

Gerhard Rodler

Chefredakteur

BEL 05/26