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FOTO: AdobeStock/Reagan

Nach den außergewöhnlichen Preissteigerungen der Corona-Jahre hat sich der Markt inzwischen normalisiert. Die extremen Zuwächse gehören der Vergangenheit an, dennoch sprechen nahezu alle strukturellen Faktoren weiterhin für steigende Immobilienwerte. Das Bevölkerungswachstum gehört zu den höchsten der USA, internationale Unternehmen verlagern ihre Standorte nach Texas und Millioneninvestitionen in Infrastruktur und Hightech sorgen für eine dauerhaft hohe Nachfrage nach Wohnraum. Vor allem Dallas-Fort Worth, Austin und Houston gehören inzwischen zu den wichtigsten Wachstumsmotoren Nordamerikas.

Marktbild 2026 

Texas präsentiert sich heute als ausgesprochen heterogener Markt. Während die Luxuslagen in Dallas, Austin oder entlang des Lake Austin inzwischen internationales Preisniveau erreicht haben, bieten viele Vororte weiterhin vergleichsweise attraktive Einstiegsmöglichkeiten. 

Sehr gute Lagen 

Highland Park, University Park (Dallas), Westlake, Lake Austin, River Oaks (Houston), Memorial, Tanglewood 

→ ca. 8.000–18.000 €/m² 

Gute Lagen

 Uptown Dallas, Preston Hollow, The Woodlands, Southlake, Bellaire, West University, Downtown Austin 

→ ca. 5.000–8.000 €/m² 

Mittlere Lagen 

Frisco, Plano, McKinney, Round Rock, Sugar Land, Katy, Cedar Park 

→ ca. 3.000–5.000 €/m² 

Einfache Lagen 

äußere Vororte, kleinere Städte und neue Entwicklungsgebiete 

→ ca. 1.800–3.000 €/m² 

Die Unterschiede zwischen den einzelnen Metropolregionen nehmen dabei weiter zu. Dallas entwickelt sich zunehmend zum internationalen Finanzstandort, Austin bleibt das Technologiezentrum des Bundesstaates, Houston dominiert Energie, Medizin und Raumfahrt, während San Antonio von Industrie, Militär und Bevölkerungswachstum profitiert.  

Die Wachstumstreiber 

Kaum ein anderer US-Bundesstaat profitiert derzeit so stark vom wirtschaftlichen Strukturwandel wie Texas. Internationale Unternehmen investieren Milliarden in neue Produktionsstandorte. Samsung, Tesla, Oracle, Apple, Nvidia-Zulieferer sowie zahlreiche KI- und Halbleiterunternehmen bauen ihre Präsenz kontinuierlich aus. Gleichzeitig wächst die Bevölkerung jedes Jahr um mehrere Hunderttausend Einwohner. Viele ziehen aus Kalifornien, New York oder Illinois nach Texas – angelockt von niedrigeren Steuern, vergleichsweise günstigen Immobilien und einer wirtschaftsfreundlichen Politik. Besonders Dallas-Fort Worth entwickelt sich zunehmend zum wichtigsten Unternehmensstandort der USA außerhalb der klassischen Küstenmärkte. 

Die interessantesten Teilmärkte 

Dallas-Fort Worth

Dallas dürfte in den kommenden Jahren der stabilste Immobilienmarkt des Bundesstaates bleiben. Die Region profitiert von einer außergewöhnlich breiten Wirtschaftsstruktur, zahlreichen Unternehmensverlagerungen und einer starken internationalen Nachfrage nach hochwertigen Wohnimmobilien. Highland Park und University Park zählen mittlerweile zu den exklusivsten Wohnlagen der Vereinigten Staaten. 

Austin

Der Technologiesektor bleibt der wichtigste Wachstumsmotor. Nach der Preisüberhitzung der Jahre 2021 bis 2023 hat sich der Markt deutlich beruhigt. Gerade diese Konsolidierung macht Austin heute wieder interessant. Hochwertige Immobilien am Lake Austin oder in Westlake dürften langfristig überdurchschnittlich profitieren. 

Houston

Houston erlebt derzeit einen Strukturwandel. Neben Energie gewinnen Life Sciences, Medizintechnik und Raumfahrt zunehmend an Bedeutung. Luxuslagen wie River Oaks oder Memorial profitieren zusätzlich von internationalen Käufern. 

San Antonio

San Antonio bleibt einer der unterschätztesten Märkte des Bundesstaates. Hohe Lebensqualität, günstige Einstiegspreise und stetiges Bevölkerungswachstum sprechen langfristig für eine solide Entwicklung. 

Projektion bis 2031 

Das Bellevue-nxtValue-Modell geht davon aus, dass sich Texas nach den außergewöhnlichen Boomjahren wieder auf ein nachhaltiges Wachstum einpendelt. 

Durchschnittliche jährliche Wertsteigerung 

Sehr gute Lagen → ca. 4,0 % p.a. 

Gute Lagen → ca. 3,7 % p.a. 

Mittlere Lagen → ca. 3,4 % p.a. 

Einfache Lagen → ca. 3,1 % p.a. 

Daraus ergibt sich über fünf Jahre ein realistisches Wertsteigerungspotenzial von: 

  • Premiumlagen: rund 22 %
  • Gute Wohnlagen: 20 %
  • Mittlere Lagen: 18 % 
  • Einfache Lagen: 16 %

Einzelne Technologiestandorte oder besonders knappe Luxuslagen könnten darüber hinaus deutlich stärker performen. 

Chancen 

Mehrere strukturelle Entwicklungen sprechen für Texas: 

  • anhaltendes Bevölkerungswachstum
  • Unternehmensverlagerungen aus anderen US-Bundesstaaten
  • Milliardeninvestitionen in Halbleiter- und KI-Industrie
  • vergleichsweise moderate Steuerbelastung
  • hohe Beschäftigung
  • weiterhin hoher Wohnungsbedarf Besonders Dallas und Austin dürften von diesen Entwicklungen überproportional profitieren. 

Risiken 

Natürlich ist auch Texas kein Selbstläufer. Steigende Versicherungsprämien, Extremwetterereignisse, zeitweise hohe Hypothekenzinsen sowie ein stark wachsendes Neubauangebot könnten das Preiswachstum phasenweise bremsen. In einzelnen Teilmärkten besteht zudem kurzfristig Überangebot bei Eigentumswohnungen. Langfristig überwiegen jedoch weiterhin die positiven Fundamentaldaten. 

nxtValue – Wie entstehen die Prognosen? 

Die Prognosen des Bellevue nxtValue Index basieren auf einer Kombination aus Baukostenentwicklung, Grundstückspreisen, Bevölkerungsentwicklung, Tourismus, Wirtschaftswachstum (BIP) und Inflation. Je nach Lage werden diese Faktoren unterschiedlich gewichtet. In Premiumlagen spielen Grundstücksknappheit und internationale Nachfrage eine größere Rolle, während in breiteren Wohnmärkten Baukosten, Einkommen und Bevölkerungswachstum dominieren. Hinzu kommt ein entscheidender Faktor: Bellevue erhebt und analysiert seit über 30 Jahren internationale Immobilienmarktdaten. 

Dieses einzigartige Datenfundament sowie die kontinuierliche Marktbeobachtung der weltweit wichtigsten Luxus- und Zweitwohnsitzmärkte fließen direkt in die Modellkalibrierung ein. Dadurch unterscheidet sich der Bellevue nxtValue Index von rein mathematischen Prognosemodellen: Er verbindet statistische Daten mit jahrzehntelangem Expertenwissen.

Fazit 

Texas bleibt einer der attraktivsten Immobilienmärkte Nordamerikas. Der Bundesstaat profitiert von außergewöhnlicher wirtschaftlicher Dynamik, einer wachsenden Bevölkerung und einer hohen internationalen Wettbewerbsfähigkeit. Nach der Beruhigung der vergangenen Jahre dürfte sich der Markt nun in ein nachhaltiges Wachstum bewegen. Bis 2031 erscheint in den besten Wohnlagen ein Wertzuwachs von rund 20 bis 25 Prozent realistisch.  

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Gerhard Rodler

Chefredakteur