Bremen - oft unterschätzt
Bremen ist das kleinste Bundesland, rangiert einwohnertechnisch dennoch fast in den Top Ten Deutschlands. Dafür präsentiert sich der Immobilienmarkt mit moderaten Preisen. Willkommen an der Weser!
Beim Blick auf das Preisniveau der Hansestadt macht manch ein Immobilieninteressent große Augen. Laut Bericht des Gutachterausschusses liegt der Durchschnittspreis für frei stehende Ein- und Zweifamilienhäuser bei gerade einmal bei 394.000 Euro. Und Bestands-Eigentumswohnungen sind bei 2.350 Euro pro Quadratmeter im Schnitt auch erstaunlich günstig – gerade, wenn man Münchner oder Hamburger Preise gewohnt ist. Schon
vor einigen Jahren berichtete ein Experte: „Bremen lag jahrzehntelag im Dornröschenschlaf, und selbst jetzt sind die Kaufpreise in der Stadt verhältnismäßig günstig.“ Sicher hinkt das Renommée der Weserstadt aktuell
etwas hinterher, aber allein bevölkerungstechnisch liegt Bremen bundesweit auf Rang zehn und kommt auf fast 600.000 Einwohner – zusammen mit Bremerhaven sogar auf über 700.000.
Bremer Besonderheit
Auffällig in Bremen ist die hohe Quote an Eigentümern. Rund 38 Prozent der Bremer leben in den eigenen vier Wänden. Zum Vergleich: In Stuttgart liegt die Eigentumsquote gerade mal bei 32 Prozent, in Hamburg bei 24 Prozent. Grund hierfür sind die Mitte bis Ende des 19. Jahrhunderts errichteten Bremer Häuser, die, kompakt und zumeist als Einfamilienhaus konzipiert, den Einstieg ins Eigentum erleichtern sollten. „Mietskasernen“, wie man sie andernorts flächendeckend errichtete, waren in Bremen verboten. Die typischen und mittlerweile zum großen Teil denkmalgeschützten Häuser sind begehrt.
Die besten Wohnlagen
Der begehrteste Standort Bremens ist Schwachhausen. In der Nähe des Bürgerparks und im Geteviertel sind Stadthäuser, Villen, aber auch repräsentative Eigentumswohnungen in gewachsener und grüner Lage gefragt. Südlich schließen sich die Östliche Vorstadt und Petershausen an, das bis zur Weser reicht. Eine weitere Topadresse ist Oberneuland an der östlichen Stadtgrenze. Auch dort ist es grün und ruhig – manch einem jedoch zu ruhig. Aufgrund der sehr großen Grundstücke und der fehlenden Infrastruktur ist dieser Standort zuletzt etwas ins Hintertreffen geraten, was die Nachfrage angeht. Verstärkt im Mittelpunkt des Interesses steht seit einiger Zeit die Überseestadt, in der direkt am Wasser eine gelungene Mischung aus Wohnen (auch öffentlich gefördert), Leben und Arbeiten entstanden ist. Eine richtige kleine Stadt in der Stadt.
Kommende Lagen oder Trendstadtteile sind Horn-Lehe, Woltmershausen und Rablinghausen. Während Horn-Lehe fast schon etabliert ist, verspricht man sich in Wolt-mershausen vor allem von der Entwicklung des Tabakquartiers eine Menge.
Anleger aufgepasst
Im Vergleich zu anderen Metropolen ist das Verhältnis von Kaufpreis und Miete an der Weser gut rechenbar. Selbst in mittleren Lagen kann man für Faktoren von weit unter 20-fach investieren. Nicht schlecht für einen Einstieg in Deutschlands zehntgrößte Stadt. Zudem sind auch in Bremen die Mieten in der jüngsten Vergangenheit stark gestiegen.
Das Umland lockt auch hier
Trotzdem ist auch in Bremen das Umland sehr verlockend. Bei guter Infrastruktur vor Ort und passender Anbindung bekommt man im Speckgürtel der Stadt wirklich noch günstige Immobilien – zum Teil sogar deutlich unter einer halben Million Euro. Die gefragtesten Lagen in der direkten Peripherie sind Ritterhude, Osterholz- Scharmbeck sowie Lilienthal im Nordosten und Stuhr, Weyhe, Oyten und Achim an der südlichen Stadtgrenze. Wenig verwunderlich: Was zählt, ist die schnelle Erreichbarkeit der Großstadt – Homeoffice hin, Landlust her.
BEL 03/26