Portopiccolo

In nur vier Jahren Bauzeit wurde an Italiens Adriaküste aus einem Steinbruch ein Luxus-Marina-Resort. Und was für eines!

Portopiccolo vorher und nachher

Das Bildnis vom Unterschied wie Tag und Nacht passt perfekt. Vor vier Jahren noch war hier eigentlich nur ein großes Loch. Jahrzehntelang hatten Bagger an einem Küstenfelsen herumgenagt, um Steine, Untergründe für Straßenbau und sonstige Baumaterialien zu gewinnen. Bis von dem einst 50 bis 60 Meter hohen Bergmassiv nichts weiter übrig war als ein großer Platz, zu drei Seiten eingerahmt von Steilwänden, die teilweise schon bedrohlich nahe an die oben liegende Küstenstraße grenzten. Bereits vor über dreißig Jahren wurden die Arbeiten in dem Steinbruch eingestellt.

Pläne gab es viele. Die Lage ist prädestiniert für eine Bebauung. Grundstücke dieser Größe so dicht am Wasser gibt es nicht mehr. Allerdings spielte die Gemeinde damals nicht mit. Neubauten werden in Italien gemäß Küstenschutzgesetz nur noch in 800 bis 1000 Meter Entfernung zum Ufer genehmigt. Wiederholt wurden Versuche unternommen und neue Ideen vorgelegt, stets ohne Erfolg. Erst die Entwürfe des charismatischen Architekten Francesco Lupi überzeugten und ebneten den Weg für Sondergenehmigungen.

Das „häßliche Loch“ wollte Lupi in einen Ort mit dem Charakter eines italienischen Fischerdorfs mit Hafen und Piazza verwandeln. Keine geschlossene Anlage für Privilegierte, sondern der Allgemeinheit zugänglich und ökologisch auf dem neuesten Stand der Technik. Portopiccolo – übersetzt: kleiner Hafen – sollte ein neues touristisches Highlight der Region werden und nach der Bauphase zudem 250 neue Arbeitsplätze schaffen.
  • So wie auf diesem Luftbild sah es in Portopiccolo 2011 noch aus: ein verlassener Steinbruch Quelle: Portopiccolo
    Portopiccolo an der Adria in Italien
  • Portopiccolo ist ein idealer Ausgangshafen für Segeltörns und Yachtausflüge Quelle: Claus-Peter Haller
    Portopiccolo an der Adria in Italien
  • 456 Apartments und Villen mit Meerblick gibt es im Resort Quelle: Portopiccolo
    Portopiccolo an der Adria in Italien
  • Zeit zum Ausspannen und Genießen am Beachclub am Morgen Quelle: Portopiccolo
    Portopiccolo an der Adria in Italien
  • Der Yachthafen bietet Platz für 126 Boote Quelle: Claus-Peter Haller
    Portopiccolo an der Adria in Italien
  • Direkter Blick von der Wohnung auf den Hafen und das Wasser Quelle: Portopiccolo
    Portopiccolo an der Adria in Italien
  • Segeltörns bieten sich vor allem nach Venedig und nach Kroatien an Quelle: Claus-Peter Haller
    Portopiccolo an der Adria in Italien
  • Zumindest überirdisch ist Portopiccolo autofreie Zone. Verkehr findet nur in der Tiefgarage statt Quelle: Claus-Peter Haller
    Portopiccolo an der Adria in Italien
  • Das Dorf im Abendlicht: Ansicht der Hafeneinfahrt von der Seeseite Quelle: Claus-Peter Haller
    Portopiccolo an der Adria in Italien
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So entstand der "kleine Hafen"

2011 erfolgte nach jahrelangen Debatten um Details endlich der erste Spatenstich. Und dann ging es in atemberaubendem Tempo los. In Hochzeiten werkelten bis zu 800 Menschen auf der Baustelle. Im Sommer 2014 wurde das Hafenbecken geflutet. Sechs Stunden lang strömte das Wasser ein, bis das künstliche Hafenbecken Meeresniveau erreicht hatte. Danach wurden die bisherigen Mauern zum Wasser eingerissen, und die Hafeneinfahrt entstand.

Jetzt ist Portopiccolo fertig. So originell und gelungen wie das Logo, in dem ein P mit seinem spiegelverkehrten Gegenstück zu einem rostigen Poller verschmilzt, ist die gesamte Anlage. Am eindrucksvollsten lässt sich in Zahlen darstellen, was in vier Jahren Bauzeit entstand: ein Dorf mit Straßen und Plätzen, 456 Apartments und Villen, das 5-Sterne-Design-Hotel Falisia mit 65 Zimmern und Suiten, 72 Fahrstühle (darunter auch Zahnradbahnen, die von den oberen Gebäuden zum Hafen hinunterführen), 1.460 unterirdische Parkplätze, 126 Liegeplätze für bis zu 25 Meter lange Yachten, ein weitläufiger Beachclub mit aufgeschüttetem Strand, ein großer Spa- und Wellnessbereich, ein Dutzend Boutiquen, eine Bäckerei, ein Lebensmittelgeschäft, vier Restaurants und natürlich eine Pizzeria und ein Eisladen. Die Investionskosten summieren sich auf rund eine halbe Milliarde Euro. Bis zu 2.000 Menschen können hier gleichzeitig wohnen oder urlauben.
Portopiccolo an der Adria in Italien

Die Lage

Portopiccolo Sistiana liegt an Italiens nördlicher Adriaküste. Triest ist in ca. einer halben Stunde zu erreichen, der Flughafen von Venedig in 90 Minuten

Ein ganzjähriges Domizil

70 Prozent der Apartments und Villen sind bereits verkauft. Alle Wohneinheiten verfügen über nach Süden ausgerichtete Balkone oder Terrassen mit Meerblick, Glasfasernetz, Klimaanlage, Erdwärme-Fußbodenheizung, Kellerraum und PKW-Stellplatz. Die kleinste Wohnung kostet 320.000 Euro und misst 50 Quadratmeter, die größte Villa 300 Quadratmeter. Die Quadratmeterpreise liegen zwischen 5.800 und 8.800 Euro. Liegeplätze für Boote und Yachten kosten zwischen 2.700 und 20.000 Euro im Jahr.

Portopiccolo Sistiana ist nicht als Sommerresidenz, sondern als ganzjähriges Domizil konzipiert. Läden und Restaurants machen also nicht Ende Oktober zu, sondern sind verpflichtet, das ganze Jahr über geöffnet zu haben. Wer seine Wohnung ganz oder zumindest zeitweise an Feriengäste vermieten möchte, kann dies über einen Rental Service organisieren lassen. 

Großes Kompliment an die Architekten und Planer, Baggerfahrer und Bauarbeiter, Techniker, Handwerker und Designer! Was hier in so kurzer Zeit auf die Beine gestellt wurde, verdient Hochachtung. Vielleicht könnten sich die Erbauer unseres Hauptstadtflughafens oder der Hamburger Elbphilharmonie mal eine Bildungsreise nach Portopiccolo gönnen. Ist wirklich schön hier.
BELLEVUE Ausgabe 1/2016

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Dieser Artikel stammt aus dem BELLEVUE-Heft 01/2016.

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