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FOTO: Christoph Wegelin - Gartenpoet GmbH

Ausgangspunkt ist eine Messung nach dem sogenannten LOC – Level of Consciousness, die Wegelin zu einer ungewöhnlichen Auseinandersetzung mit der Wirkung seines Designobjekts geführt hat. LOC bezieht sich auf die von David R. Hawkins entwickelte Bewusstseinsskala. Wegelin zufolge wurde ein Grundstück zunächst mit einem LOC-Wert von 350 gemessen. 

Nach dem Aufstellen seines Ofens habe die Messung unmittelbar einen Wert von 1000 ergeben. Nach rund einem Monat habe sich der Wert schließlich bei 540 eingependelt – einer Stufe, die innerhalb dieses Modells mit „Freude“ verbunden wird. Wichtig ist allerdings die Einordnung: Die Hawkins-Bewusstseinsskala und derartige LOC-Messungen sind kein wissenschaftlich anerkanntes Verfahren, um die objektive energetische Qualität eines Grundstücks oder die Wirkung eines Gegenstands nachzuweisen. Die genannten Werte sind daher nicht mit bauphysikalischen, medizinischen oder anderen naturwissenschaftlichen Messgrößen vergleichbar. 

Spannend ist die Geschichte vielmehr als Ausdruck einer Frage, die in der Gestaltung von Häusern und Gärten zunehmend eine Rolle spielt: Was macht ein Objekt mit einem Raum – und was macht ein Raum mit uns? Genau hier setzt Wegelins Philosophie an. Sein Ofen sollte von Beginn an mehr sein als ein funktionales Gerät für Feuer, Brot und Pizza. 

Material, Proportion, Gestaltung, Flammen und die Position im Garten sollen gemeinsam eine besondere Atmosphäre erzeugen. Und diese Wirkung braucht nicht zwingend eine Zahl. Ein Feuer verändert einen Garten schon durch Licht, Wärme, Geruch und das Zusammenkommen von Menschen. Ein sorgfältig gestaltetes Objekt kann zudem zum visuellen Mittelpunkt werden – zu jenem Ort, um den herum sich ein Abend beinahe von selbst entwickelt. 

Der WegelinOfen versteht sich damit weniger als bloßes Outdoor-Küchengerät denn als Designobjekt und Treffpunkt. Ob man seine Wirkung nun messen möchte oder lieber einfach spürt, bleibt jedem selbst überlassen. Die vielleicht interessanteste Idee dahinter ist ohnehin eine andere: Guter Luxus beginnt dort, wo Dinge nicht nur eine Funktion erfüllen, sondern einem Ort Charakter verleihen.

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Gerhard Rodler

Chefredakteur