Leipzig - jede Menge Potenzial
Moderate Kaufpreise, steigende Mieten, hohe Attraktivität für Studenten und Unternehmen: Leipzig kann aus dem Vollen schöpfen und bietet dazu noch tolle Wohnlagen – gerade am Wasser
Wasser spielt in Leipzig eine wichtige Rolle. Und das nicht erst seitdem im Süden der sächsischen Metropole das beliebte Neuseenland entstand oder zum Teil sogar noch entsteht. Gerade die Weiße Elster – der Fluss, der die Stadt durchläuft – kann stellvertretend für die positive Entwicklung der Stadt herangezogen werden. Vielfältig genutzt, wird er innerhalb der Stadtgrenzen gesäumt von attraktiven Wohnlagen. Gerade im Bereich der berühmten Buntgarnwerke, einem der größten Industriedenkmäler im Stadtteil Plagwitz, zeigt sich, wie nachhaltig gefragt das Thema „Wohnen am Wasser“ in Leipzig ist. Umgewandelte Lofts und Apartments, aber auch Neubauten direkt an der Weißen Elster – kein Wunder, dass der Schriftzug Sweetwater die Betonmauer der Flussbegrenzung ziert (siehe Aufmacherfoto auf der vorigen Seite). Er gehört zum gleichnamigen Bauprojekt darüber. Wer in diesem Viertel wohnen möchte, muss Geduld und einen guten finanziellen Background haben. Angebote hier sind rar – und nicht wirklich preisgünstig. Doch wie lautete einer der letzten Dialoge im Filmklassiker „Spiel mir das Lied vom Tod“: „Sweetwater wartet auf Dich.“ „Irgendeiner wartet immer …“.
Leipzig ist gefragter denn je
„Leipzig bleibt Hype-zig“ – diesen Slogan erwähnt ein Experte im Gespräch und es beschreibt die Situation bestens. In vielen Rankings weit oben gelistet, verzeichnet man vor allem auch weiterhin großen Zuzug bei Fachkräften und Führungspositionen. Neue Ansiedlungen im direkten Umfeld – wie im Fall des Logistikzentrums von Beiersdorf im Leipziger Norden – oder zahlreiche andere führende Arbeitgeber aus den Bereichen Technologie und Logistik sorgen für einen guten Ruf als Wirtschaftsstandort. Dazu konnte Leipzig nicht zuletzt auch als Messe- und Universitätsstadt seinen guten Ruf festigen. Wie bereits im vergangenen Jahr erwähnt, hat sich die Stadt nicht den Fehler gemacht, sich auf erreichten Zwischenzielen auszuruhen. Man gab weiter Gas – auch im Immobiliensektor. Innerstädtisch sowie im direkten Umland wurden attraktive Wohnquartiere entwickelt wie die zwei Deutzend „Tagebaulöcher“ der Region, die mit Dauer- und Ferienwohnsitzen, Sportboothäfen und Stränden locken. Einige Seen im Neuseenland lassen sich sogar von der Innenstadt aus über Wasserwege erreichen. Interessante Infos dazu gibt es unter www.leipzigseen.de. Zudem hat Leipzig den immobilientechnischen Spagat zwischen Vergangenheit und Zukunft gemeistert. Bestes Beispiel: das Waldstraßenviertel als größtes zusammenhängendes Gründerzeitviertel Europas. Und reichlich Grün hat die Stadt ebenfalls zu bieten. Rund 30 Prozent ihrer Fläche entfallen auf Parks, Wälder, Gärten, Wasserflächen und andere Freiräume. Lebensqualität, die insbesondere in der Außenwirkung positiv wahrgenommen wird.
Sehenswerte Stadtviertel
Apropos Wasser: „Klein-Venedig“, wie Leipzig wegen seiner über 400 Brücken genannt wird, sollte man sich als Immobilieninteressent unbedingt zu Fuß erarbeiten. Wohnlagen wie Gohlis und der nahegelegene Park Rosental, Stadtteile wie Schleußig oder Plagwitz gehören in jedem Fall näher unter die Lupe genommen. Aber es gibt eben auch Viertel mit viel Potenzial wie das öfter genannte Lindenau oder Schönefeld- Ost. Überhaupt ist man bestrebt, aus immer mehr innerstädtischen Lagen echte Trendquartiere zu machen. Das schuldet man der Dynamik dieser Stadt – und auch der Nachfrage. Denn eines hat Leipzig durch seine Entwicklung mit Berlin gemeinsam: Wo früher noch jeder irgendwo sein Plätzchen zum Wohnen gefunden hat, ist heute nicht mehr für jedes Budget etwas zu bekommen. Ein Randaspekt des Hypes, der für Kauf und Miete gleichermaßen gilt.
Positive Entwicklung in Zahlen
Freunde reeller Zahlen sehen auch beim Blick auf die Werte des Gutachterausschusses positive Tendenzen. Klar, das Ergebnis des Jahres 2024 war erwartungsgemäß besser als das des doch eher ernüchternden Vorjahres 2023. Diese Entwicklung hat die Sachsenmetropole nicht exklusiv. Kurz gesagt, betrug das Plus bei den Kauffällen im Vergleich ganze 36 Prozent (5.170 gegenüber 3.788) und beim Transaktionsvolumen, dem Umsatz auf dem gesamten Leipziger Immobilienmarkt, wurde sogar ein Plus von 48 Prozent (2,437 Milliarden Euro gegenüber 1,641 Milliarden Euro) registriert. Doch damit nicht genug. Betrachtet man die Halbjahreszahlen, ist die „grundsätzlich positive, wenn auch nicht euphorische Stimmung“, wie es einige Experten uni-sono ausdrückten, absolut nachvollziehbar. Denn mit 2.883 Transaktionen und 1,211 Milliarden Euro Umsatz liegt man nicht nur deutlich über 2024, sondern schon fast wieder auf dem Niveau von 2022.
Fazit
Ganz klar, Leipzig läuft bei Vielen noch immer unter dem Radar. Doch warum eigentlich? Eine dynamische Studentenstadt mit überschaubaren Kaufpreisen und steigenden Mieten, Stadtteilen und Umlandstandorten in nahezu allen Himmelsrichtungen mit weiterem Potenzial: Die Voraussetzungen der sächsischen Metropole sind top. Allein Markkleeberg oder „das Starnberg von Leipzig“, wie es ein Experte nannte, sowie das bereits erwähnte Neuseenland sollte jeder mal aus der Nähe gesehen haben. Dazu kommt die ruhmreiche Vergangenheit und eine glänzende Zukunft der Stadt. Wer Leipzig noch nicht im Fokus hat, sollte das vielleicht ändern.
BEL 02/26