AdobeStock_1822563076.jpeg
MIT GRANDIOSEN KULISSEN wie auf der Halbinsel Rovinj fasziniert Kroatien. Inklusive der Inseln ist die Küste über 6.000 Kilometer lang | FOTO: AdobeStock/dusktilldawn

Beim Verhältnis Einwohnerzahl zu Küstenlinie ist europaweit einzigartig. Die Landschaft hier sowieso. Die malerische Inselund Küstenlandschaft ist einzigartig. Noch vor 15 Jahren gab es Inseln ohne durchgehender Stromversorgung und einfachster Gastrononmie mit einem buchstäblichen Lagerfeuer, frisch gefangten und gegrillten Fisch altem Weißbrot und sauren Wein, also wirklich sauer. Und doch war hier das – nur Booten erreichbare – Paradies. Oder gerade deshalb. Tourismus war – trotz 20 Millionen davon in den Ballungszentren – auf Yachties beschränkt, Menschen, die tagsüber auf den Gassen „wohnten“, vorbeikommende auf ein Glas dieses ungenießbaren hier geernteten Weißweines gastfreundlich aufdrängten und man abends ohne Licht am Lagerfeuer des einzigen Dorfgastronomie saß. Gemeinsam mit der drei Dutzend Einwohnern der Insel. Heute ist auch hier der Tourismus eingezogen und mit ihm professionelle Gastronomie, Elektrizität und Hotels. Und die Einwohner haben sich dieser Kommerzialisierung wohl auch angeschlossen etwas. 

Doch der Geist dieses längst verblichenen Kroatiens, der ist bis heute hier omnipräsent. Die Küste zieht sich wie eine unvollendete Linie am Rand Europas entlang, zerschnitten von Buchten, Inseln, Steinhäusern, Olivenbäumen und jener eigentümlichen Melancholie des Mittelmeers, die immer ein wenig nach vergangenem Sommer riecht. 

 AdobeStock_72728923.jpeg
IDYLLEN AM MEER Kroatien gilt in erster Linie als Land der Inseln und Küstenstriche. Es gibt alte Steinhäuser am Meer und moderne Villen für bis zu fünf Millionen Euro. Selbst kleine Inseln wie Susak zeigen dabei den einzigartigen Charme der Region | FOTO: AdobeStock/LianeM

Doch inzwischen riecht Kroatien neuerdings eben auch nach Kapital. 

Rund 117.000 Immobilientransaktionen wurden zuletzt registriert – trotz eines Rückgangs um etwa 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Weniger Verkäufe also, aber höhere Preise. Es ist ein Markt, der sich verlangsamt, ohne schwächer zu werden. Genau darin liegt seine Besonderheit. 

Der durchschnittliche Angebotspreis für Wohnimmobilien liegt 2026 bereits bei rund 3.860 Euro pro Quadratmeter. Entlang der Küste steigt das Niveau auf über 4.000 Euro. Und doch sagen Durchschnittswerte in Kroatien wenig aus, weil sich dieser Markt längst in eigene kleine Republiken der Begehrlichkeit aufgeteilt hat. 

Dubrovnik etwa existiert inzwischen fast außerhalb normaler europäischer Maßstäbe. Die Stadt ist weniger Immobilienmarkt als Bühne. Mauern aus hellem Stein, die aussehen, als hätte jemand Jahrhunderte in Kalk konserviert. Hier kosten Häuser im Schnitt bereits rund 4.500 bis 4.600 Euro pro Quadratmeter, Spitzenlagen deutlich mehr. In der eigentlichen Premiumklasse bewegen sich Villen und historische Anwesen längst oberhalb der 10.000-Euro-Marke. Die Altstadt funktioniert dabei wie ein Magnetfeld: Airbnb-Angebote, Kurzzeitvermietung, internationale Käufer – alles verdichtet sich hier zu einem Markt, der weniger von Einheimischen als von globaler Aufmerksamkeit getragen wird, mehr noch, die in der Hauptsaison von Tagestouristen fast erstickt wird. 

Weiter nördlich, in Rovinj oder entlang der Achse Poreč–Novigrad sprechen Makler oft ebenso selbstverständlich Deutsch wie Kroatisch. Die Nachfrage aus Deutschland und Österreich prägt den Markt stark. 

 AdobeStock_276485695.jpeg
KULINARISCHE GENÜSSE Selbst warmer Weißwein und einfach gegrillter Fisch werden hier zu Luxusgenüssen | FOTO: AdobeStock/tagstiles.com

Rovinj gehört inzwischen zu den teuersten Orten des Landes. Rund 5.090 Euro pro Quadratmeter werden hier im Durchschnitt verlangt. Meerblick kostet zusätzlich 350 bis 400 Euro pro Quadratmeter Aufschlag – manchmal mehr, wenn der Blick offen bleibt und die Terrasse groß genug ist, um den Sonnenuntergang zu konsumieren wie ein Ritual. 

Opatija wiederum trägt noch immer den Duft der alten k.u.k.-Sommerfrische in sich. Villen aus der Habsburgerzeit, elegante Fassaden, Palmen entlang der Promenade. Hier erreicht der Markt inzwischen rund 5.340 Euro pro Quadratmeter. Käufer suchen hier weniger Party und Rendite, sondern Kontinuität. Opatija verkauft nicht Jugend, sondern Dauer. Und dann ist da Dalmatien. Rauer, heller, unmittelbarer. 

Die Region rund um Zadar zählt heute zu den dynamischsten Ferienmärkten Europas. Noch vor wenigen Jahren galten Preise um 3.000 Euro pro Quadratmeter bereits als ambitioniert. Heute liegen Neubauwohnungen in guten Lagen oft deutlich über 4.000 Euro. Besonders gefragt sind Apartments mit professionellem Vermietungsmanagement, Pool und freiem Meerblick – jene standardisierte Form mediterraner Sehnsucht, die sich international vermarkten lässt. Inseln wie Hvar oder Brač gehen noch weiter. Hvar erreicht mittlerweile durchschnittlich rund 6.220 Euro pro Quadratmeter. 

Die Insel ist weniger Kroatien als ein mediterranes Narrativ aus Yachten, Lavendel, Naturstein und diskretem Luxus. Wer hier kauft, sucht nicht nur eine Immobilie, sondern Zugehörigkeit zu einem bestimmten Bild vom Leben. 

Der eigentliche Motor all dessen bleibt jedoch die europäische Kaufkraft. Rund 37 Prozent aller Wohnimmobilienkäufe entfallen inzwischen auf ausländische Käufer. Deutsche, Österreicher, Slowenen, Tschechen – sie bringen nicht nur Geld, sondern auch einen anderen Maßstab für Preise mit. Für viele Käufer aus München, Wien oder Zürich erscheinen selbst kroatische Premiumlagen noch immer günstig im Vergleich zu Saint-Tropez, Mallorca oder der italienischen Riviera. 

Genau das verschiebt die Preisanker permanent nach oben. 

Interessant ist dabei auch das Ungleichgewicht zwischen Küste und Inland. Während an der Adria Preise explodieren, bleibt das Landesinnere vergleichsweise ruhig. Zagreb entwickelt sich zwar zunehmend als urbaner Investmentmarkt mit steigenden Preisen und moderner Büro- sowie Wohnentwicklung, doch die eigentliche emotionale Aufladung liegt weiterhin am Meer. 

Denn Kroatien verkauft nicht primär Immobilien. Es verkauft Vorstellungskraft.

IMMOBILIENKAUF IN KROATIEN 

Für EU-Bürger ist der Erwerb kroatischer Immobilien einfach. Es gibt viele deutschsprachige Makler, bei Bestandsimmobilien empfiehlt sich ein Rechtsbeistand. Am1. Januar 2023 wurde der Euro als offizielle Währung eingeführt

Fläche 56.594 km2 

Einwohnerzahl 3,99 Millionen 

Bevölkerungsdichte 74 pro km2 

Festlandsküste 1.777 km 

Anzahl der Inseln 1.244 

BIP pro Kopf 2022: 17.432 Euro (zum Vergleich: Deutschland 46.264 Euro) 

EU-Mitglied seit 1. Juli 2013, 2023 Beitritt zum Schengen-Abkommen und Einführung des Euro als offizielle Währung 

Kaufbedingungen EU-Bürger können Immobilien erwerben, wenn diese sich in einer ausgewiesenen Bauzone befinden. Privatpersonen aus der EU haben die gleichen Rechte wie Einheimische. Nicht-EU-Bürger können mit Zustimmung des Justizministeriums kaufen, sofern das eigene Land ein Gegenseitigkeitsabkommen mit Kroatien geschlossen hat. 

Rechtsanwalt Er spielt eine zentrale Rolle, leitet und koordiniert den Kaufprozess. Daher ist es sehr ratsam, einen unabhängigen, seriösen und auf Immobilien spezialisierten Anwalt zu beauftragen. Nicht ratsam ist es, den Anwalt des Verkäufers zu wählen. Zu den wichtigsten Aufgaben des Anwalts gehört es, die Lastenfreiheit des Grundstücks und die Eigentumsverhältnisse zu klären, die in Kroatien kompliziert sein können. Außerdem erstellt er die Verträge und beantragt nach der notariellen Beurkundung die Registrierung des Besitzes im Grundbuch.

Notar Der Notar beurkundet lediglich Verträge. Er stellt sicher, dass alle Dokumente der Transaktion rechtmäßig sind. 

Nebenkosten Mit 7 bis 10 Prozent des Kaufpreises ist insgesamt zu rechnen. 
• Grunderwerbsteuer von 3 Prozent des Kaufpreises 
• Rechtsanwalt 1 bis 1,5 Prozent (zuzüglich 25 Prozent Mehrwertsteuer) 
• Maklercourtage: meist 3 bis 3,5 Prozent (zuzüglich 25 Prozent Mehrwertsteuer) 
• diverse Gebühren für Notar, Übersetzung, An- und Ummeldungen. 

Steuern Nach zwei Jahren Besitz kann eine Immobilie in Kroatien wieder steuerfrei verkauft werden. Gewinne aus Ferienvermietung werden für Nicht-Residenten mit 13 Prozent versteuert, Deutschland behält sich einen Progressionsvorbehalt vor.

190905-epmedia-MP_F.JanaMadzigon-2724_cut_sw.jpg

Gerhard Rodler

Chefredakteur

BEL 04/26

Immobilienangebote in Kroatien

Erste Meeresreihe, 58 Wohneinheiten und alle Genehmigungen bereits vorhanden

Zadar · Zadar

  • Wohngrundstück
  • 17.582 m² Grundstücksfläche
Kontakt: Reker Immobilien d.o.o. 10.000.000 € Kaufpreis
2026 Best Property Agents

Einzigartige Möglichkeit für Projektentwickler: Baugrundstück mit einer Gesamtfläche von 133.885 m²

Rovanjska · Zadar

  • Sondernutzung
  • 133.885 m² Grundstücksfläche
Kontakt: Reker Immobilien d.o.o. 6.700.000 € Kaufpreis
2026 Best Property Agents

Erkunden Sie die avantgardistische Architektur: Luxusvilla mit Pool und Dachterrasse in Rovinj

Rovinj · Istrien

  • Villa
  • 4 Zimmer
  • 425 m² Wohnfläche
  • 1.180 m² Grundstücksfläche
Kontakt: Reker Immobilien d.o.o. 5.375.000 € Kaufpreis
2026 Best Property Agents

Exklusive Villa mit Panorama-Meerblick, Infinity-Pool & Wellnessoase in Toplage auf Hvar

Hvar · Hvar

  • Villa
  • 5 Zimmer
  • 195 m² Wohnfläche
  • 836 m² Grundstücksfläche
Kontakt: Reker Immobilien d.o.o. 5.000.000 € Kaufpreis
2026 Best Property Agents

Exklusive Luxusvilla mit Infinity-Pool und Spa-Bereich in Top-Lage in Šibenik

Šibenik · Sibenik

  • Villa
  • 8 Zimmer
  • 1.005 m² Wohnfläche
  • 2.600 m² Grundstücksfläche
Kontakt: Reker Immobilien d.o.o. 4.900.000 € Kaufpreis
2026 Best Property Agents

Investorenobjekt mit Meerblick: Vier Häuser mit 2.190 m² Wohnfläche, Dachterrasse & solider Rendite

Tisno · Vodice

  • Mehrfamilienhaus
  • 2.190 m² Wohnfläche
  • 1.764 m² Grundstücksfläche
Kontakt: Reker Immobilien d.o.o. 4.800.000 € Kaufpreis
2026 Best Property Agents

Exklusive Villa am ersten Reihe am Meer

Hvar

  • Sonstiges Haus
  • 400 m² Wohnfläche
  • 200 m² Grundstücksfläche
Kontakt: Green-acres 4.600.000 € Kaufpreis