Huber-Images/Giovanni Simeone

Kurz und bündig:

Wie funktioniert die Grundbesitzregistrierung?

Das System ist gut organisiert. Eigentumstitel werden im Registro de la Propiedad der nationalen Registrierungsbehörde (Registro Nacional) in San José eingetragen. Die dort gespeicherten Grundstücksdokumente enthalten umfangreiche Informationen über das Grundstück.

Wie erwirbt man eine Liegenschaft?

Kaufinteressenten sollten sich von einem seriösen Makler und von einem unabhängigen Anwalt vor Ort beraten lassen. Das beginnt mit der Überprüfung der Einträge (Grundbuch, Eigentümer, Schulden usw.) und der Registrierung der Titel. Tipp: Wenn es irgendwelche Unstimmigkeiten gibt oder Nachweise fehlen – Finger weg und den Kauf sofort abbrechen! Bei Bauland ist die Bautauglichkeit des Grundstücks wichtig, die durch das „Certificado de Uso de Suelo“ von der Gemeinde bescheinigt wird. Bei der Suche nach einem Anwalt wendet man sich am besten an die Anwaltskammer (Colegio de Abogados), die Botschaften oder einen seriösen Makler. Achtung: Für Anwaltshonorare bestehen in Costa Rica keine verbindlichen Obergrenzen.

Gibt es Kaufbeschränkungen?

Eine 50-Meter-Zone landeinwärts von der Flutlinie der Küste ist öffentliches Land und darf nicht entwickelt werden. In den weiteren 150 Metern dieser Zona Marítima können Pachtrechte für 10 Jahre mit der Option zur Verlängerung erworben werden.Tipp: Ausländern ist vom Kauf in dieser Zone abzuraten.

Braucht man einen Notar? Wie hoch sind die Gebühren?

Um das Eigentumsrecht zu übertragen, ist ein amtlicher Notar erforderlich. Die Transfer-Gebühren des Immobilienerwerbs betragen etwa 3,8 Prozent des Kaufpreises. Darin enthalten: Grunderwerbsteuer (1,5 %), Registrierungsgebühr (0,5 %), Stempelgebühren (ca. 0,3 %) sowie die von der Höhe des Kaufpreises abhängigen Notargebühren.

Fällt Maklercourtage an?

Sie ist in Costa Rica nicht offiziell geregelt und beträgt meist 5 bis 10 Prozent des Kaufpreises plus 13 Prozent Mehrwertsteuer (auf die Courtage). Sie wird – falls nichts anderes vereinbart ist – vom Verkäufer bezahlt.

Brauche ich für Costa Rica ein Visum?

Für touristische Zwecke benötigen Deutsche für bis zu 90 Tage kein Visum. Es gibt verschiedene Optionen für Einwanderer, eine „Residencia“ zu erhalten: als Pensionär/Rentner, als Ausländer mit garantiertem Einkommen, als Investor oder als Verwandter eines „Residente“. Achtung: Einreise- und Aufenthaltsbedingungen sollen in Kürze neu geregelt werden. Neben diversen Erleichterungen soll die Summe für die Residencia als Investor von 200.000 auf 150.000 US-Dollar gesenkt werden.

Karte: Jochen Schäfers/Yamori

Es gibt sie noch – die Orte, wo man den Drang nach Freiheit, Abenteuer und Exotik verwirklichen kann, ohne auf sichere Investitionsbedingungen und gesunde Lebensweise verzichten zu müssen. So geht Costa Rica seit Jahrzehnten erfolgreich einen eigenen Weg. Das Land, das schon vor über 70 Jahren das Militär abgeschafft hat, glänzt im Gegensatz zu vielen Nachbarstaaten mit stabilen demokratischen Verhältnissen und schafft den sozialen Ausgleich. Es gibt eine gute medizinische Betreuung, Schule und Bildung haben einen hohen Stellenwert. Neben Chile und Uruguay gilt Costa Rica als das wohlhabendste und am besten aufgestellte Land in Lateinamerika. Die meisten Menschen leben im Großraum der Hauptstadt San José (340.000 Einwohner). „Hier findet man eine breite Mittelschicht, deren Lebensstandard schon fast durchschnittliches europäisches Niveau erreicht“, sagt der Makler und Landeskenner Lothar Kahl. Zahlreiche ausländische Unternehmen gerade aus dem IT-Bereich haben sich mit ihren Forschungs- und Callcentern niedergelassen. Die Investitionsbedingungen sind günstig. Nur die Bürokratie zeigt sich oftmals noch recht träge und langsam.

Wichtigster Wirtschaftsmotor Costa Ricas ist seit Jahren der Tourismus, auch wenn dieser angesichts der Covid-Pandemie zuletzt auf Sparflamme lief. Das Land steht für Nachhaltigkeit und tropischen Öko-Tourismus. Mehr als ein Viertel Costa Ricas steht unter Naturschutz. Strände gibt es an zwei langen Küsten. Da gibt es neben Party-Locations, schmucken Resorts und Beachhotels zum Chillen auch noch viele abgelegene Flecken. Für Aktivurlauber ist alles im Angebot: Tierbeobachtung, Baumkronenwanderungen im Nebelwald, Ausflüge zu aktiven Vulkanen, Rafting in wilden Flüssen, Yoga-Kurse, Surfen, Tauchen. Und zur Lebensqualität gehören natürlich die freundlichen und lebensfrohen Ticos, wie sich die Bewohner Costa Ricas gern selbst nennen. Diese tropische Melange ist seit Jahren ein Magnet für Einwanderer und Zweitwohnsitzkäufer aus dem Ausland. Die größte Gruppe stellen US-Amerikaner und Kanadier, aber viele Europäer sind hier auch längst zuhause.

Wo lohnt sich der Immobilienkauf?

Man hat die Wahl zwischen verschiedene Klimazonen. Das zentrale Hochland, das Valle Central, hat milde Temperaturen und ist der Dreh- und Angelpunkt des Landes, wo etwa 60 Prozent der fünf Millionen Einwohner leben – darunter auch viele Ausländer. Man befindet sich hier auf einer Höhe von 600 bis 1.300 Metern. Alle wichtigen Dienstleistungen sind schnell erreichbar. Der Pazifik liegt etwa eine Autostunde entfernt, bis zur Karibikküste sind es zwei Stunden. Die exklusivsten Wohnlagen findet man in der unmittelbaren Umgebung von San José. In den besseren Vierteln liegen gute Einfamilienhäuser zwischen 330.000 und 1,8 Millionen US-Dollar.

Wer zur Küste will, bevorzugt in der Regel die Pazifikseite, die zudem auch mehr touristische Destinationen und Orte hat als die Karibikküste. Besonders trocken und heiß ist die nordwestliche Provinz Guanacaste. Hier ist die Halbinsel Nicoya besonders begehrt. Ihr gebirgiger Teil im südlichen Abschnitt ist eine der fünf „Blauen Zonen“ auf der Welt: Bewohner dieser Gebiete haben eine besonders hohe Lebenserwartung. Die Nicoya-Halbinsel ist bei Aussteigern und Touristen sehr beliebt, auch weil sie nur dünn bevölkert ist, aber dennoch eine gute Infrastruktur aufweist. Tamarindo, Sámara und Flamingo gelten als bevorzugte Küstenorte. Santa Teresa ist ein Promi-Ort, indem sich Supermodel Gisele Bündchen und auch Hollywood-Stars regelmäßig ein Stelldichein geben. In besseren Lagen zahlt man für ein Haus 280.000 bis über eine Million US-Dollar. Es lassen sich auch Objekte ab 60.000 US-Dollar finden. Der mittlere Abschnitt der Pazifikküste um den Ort Jacó wird durch die Nähe zum Valle Central aufgewertet. Jacó wird stark von den Hauptstadtbewohnern frequentiert.

Ausländer kaufen gerne im Gebiet Quepos/ Nationalpark Manuel Antonio (ab 280.000 US-Dollar für ein Haus). Noch weiter südlich wird es zunehmend ländlicher und unterentwickelter, wobei die Halbinsel Osa wegen ihreS außergewöhnlichen Artenreichtums und Möglichkeiten zur Tierbeobachtung als attraktives Ziel herausragt. An der Karibikseite gelten ähnliche Preise wie am Pazifik – die Urlaubsorte liegen hier im Süden, während der nördliche Abschnitt größtenteils Naturschutzgebiet ist.

Dr. Gerald Paschen

ist Politikwissenschaftler und Spezialist für die internationalen Immobilienmärkte