Versteckte Immobilien-Champions: Rostock

Studenten, Schiffe, Seebadgäste – der ehrwürdigen Hansestadt 
Rostock wird eine glänzende Zukunft prognostiziert.

Rostock bietet Stadtleben mit Ostseestrand vor der Haustür (Foto: 500px/Florian Schmidt)

Port of Berlin

Über 180 Kreuzfahrtschiffe legen im Jahr in Rostock-Warnemünde an. Mehr als in Hamburg, Kiel oder Bremerhaven. Damit ist Rostock die Nummer eins unter den deutschen Kreuzfahrtdestinationen. Als „Port of Berlin“ wird die Hansestadt in Mecklenburg-Vorpommern in vielen englischsprachigen Kreuzfahrt ­tituliert. Nur ein paar Schritte trennen die Gangways der Luxusdampfer von den Bahnsteigen von Rostock-Warnemünde.

Von dort geht es dann – oft mit Sonder­zügen – in zwei Stunden zum Sightseeing nach Berlin. Und abends wieder zurück. Der immer beliebter werdende Kreuzfahrttourismus ist für Rostock ein echter Segen. Nicht nur aufgrund der Besucher, sondern auch wegen der Jobs. Die AIDA Cruises hat ihren neu erbauten Stammsitz an der Warnow und beschäftigt dort 700 Mitarbeiter. Auch die traditionsreichen Rostocker Schiffsbauer scheinen nach stürmischen Zeiten nun endlich einen geschützten ­Hafen erreicht zu haben. Der malaysische Touristik­konzern Genting will in Rostock künftig Kreuzfahrtschiffe bauen lassen – ein Handwerk, das nur wenige Werften der Welt wirklich gut beherrschen. Und die sind ­alle auf Jahre ausgebucht.

Gut 207.000 Einwohner zählt Rostock derzeit. Knapp 14.000 davon sind Studenten. Die Universität von Rostock gilt als drittälteste Hochschule Deutschlands und bietet über 100 Studiengänge in zehn Fakultäten. Zu den ­bekanntesten Rostock-Absol­venten zählt übrigens auch Bundespräsident Joachim Gauck.

Urlaubsziel, Arbeitsort, Studentenstadt: Die Stadt an der Mündung der Warnow hat jetzt schon einiges zu bieten und dürfte in Zukunft noch attraktiver werden. Für die kommenden 20 Jahre wird mit einem Einwohner­zuwachs von über zehn Prozent gerechnet. Im Vergleich zu den deutschen Metropolen oder auch anderen „versteckten Champions“ sind die Immobilienpreise im Raum Rostock noch als durchaus moderat zu bezeichnen. Zwar werden für neue Penthäuser mit Ostseeblick mittlerweile auch schon Quadratmeterpreise von 10.000 Euro aufgerufen, aber das sind noch absolute Einzelfälle. 

Eine Stadt, zwei Märkte: der "normale Wohnungsmarkt" für die 207.000 Einwohner und die Ferienimmobilien an der Ostsee

Generell muss die Stadt nicht als ein, sondern als zwei Immobilienmärkte betrachtet werden, die eigentlich wenig miteinander zu tun haben. Da ist zum einen die Stadt Rostock mit ihrem ganz normalen Wohnungsmarkt für die Einwohner. Die Quadratmeter für schöne Wohnungen beginnen im Bestandsbereich bei unter 2.000 Euro, Häuser bekommt man ab 250.000 Euro, innerstädtische Baugrundstücke (wenn es denn welche gibt) werden um 250 Euro gehandelt, etwas außerhalb zwischen 150 und 200 Euro.  

Zum anderen ist da der zu Rostock ­gehörige Badeort Warnemünde mit seinem Ferienimmobilienmarkt. Warnemünde zählt mit seinem breiten Strand, der guten Infrastruktur und Rostock im Rücken zu den wenigen Ostseeorten, die fast ganzjährig besucht werden. 200 bis 250 vermietete Tage pro Jahr müssten bei einer attraktiv gelegenen und ausgestatteten Ferienimmobilie und saisonal angepassten Preisen in Warnemünde realisierbar sein. Dementsprechend hoch ist hier der Einstiegspreis.Ob Feriendomizil oder Studentenwohnung: Für Immobilieninvestoren lohnt es sich also durchaus, sich etwas näher mit Rostock zu beschäftigen.

Claus-Peter Haller

ist Chefredakteur bei BELLEVUE.

DAS SAGT DER EXPERTE

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„Rostock hat sehr gute Perspektiven. Wenn die Stadt weiter wachsen soll, brauchen wir in den nächsten 20 Jahren mindestens 10.000 neue Wohneinheiten.“
Helge Meyer, OstseeSparkasse Rostock

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