Immobilien im Hamburger Umland 2018: Echte Alternativen

Attraktiv waren die Lagen rund um Hamburg immer. Doch gerade die Preissteigerungen in der Metropole rücken Sachsenwald & Co. verstärkt ins Blickfeld der Käufer

Foto: Arnt Haug

Schenefeld: Direkt hinter Hamburgs Stadtgrenze lässt es sich gut wohnen

Die Schlussfolgerung ist grundsätzlich richtig: Wenn die Stadt zu wenig Angebot hergibt und ohnehin zu teuer ist, zieht man ins Umland. Schöne Idee, vor allem weil das Hamburger Umland zahlreiche schöne Ecken zu bieten hat. Wer nun aber denkt, im Speckgürtel sei die Auswahl groß und das Angebot besonders günstig, der dürfte enttäuscht werden. Da waren andere schneller und womöglich erfolgreicher bei ihrer Suche. Und dennoch suchen vor allem Familien vermehrt ihr Glück vor den Toren der Großstadt.

Da nimmt man mitunter auch etwas längere Fahrtzeiten in die City in Kauf. Allerdings muss der zeitliche Unterschied – angesichts des zunehmenden Verkehrs – gar nicht so groß sein. Fragen Sie mal jemanden, der in Blankenese oder Volksdorf wohnt, wie lange er morgens zur Rushhour tatsächlich mit dem Auto in die Innenstadt braucht…

Vorteile in Sachen Wohnen haben die Umlandstandorte ohnehin eine Menge. Abgesehen von fünf U-Bahn-Haltestellen, einer direkten Autobahnanbindung und zwei Ortszentren bietet die Region im Nordosten eine perfekte Infrastruktur sowie renommierte Golfclubs und liegt zudem mitten im Grünen. Kein Wunder, dass die Preise hier in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen sind.

Als Alternative zu Hamburgs Walddörfern sind Ahrensburg & Co. im Haus- und Villenbereich zwar um einiges günstiger, doch mit 500.000 bis zwei Millionen Euro muss man auch hier rechnen. Und Baugrund kann in gesuchten Lagen schon mal bis zu 500 Euro pro Qua­dratmeter kosten. Dennoch gibt es auch hier zahlreiche Neubauvorhaben.

Großhansdorf: Der Wohnstandort im Nordosten Hamburgs erfreut sich mittlerweile großer Beliebtheit (Foto: Arnt Haug)

Beispiel Sachsenwald

Eine nahezu perfekte Kombi von Anbindung (S-Bahn/Autobahn), Infrastruktur und Wohnqualität hat auch der Hamburger Osten zu bieten. Aumühle, Wohltorf oder Reinbek haben allerdings auch ihren Preis. Bei Häusern in guten und sehr guten Lagen sind 1,5 Millionen Euro längst nicht mehr das Ende der Fahnenstange. 

Attraktiver Speckgürtel

Rund um Hamburg gibt es ein großes Angebot an interessanten Wohnstandorten mit – zum Teil – günstigeren Preisen

Grafik: planet c

Sicher, der Weg mit dem Auto ist gerade durch den Elbtunnel oder über die Elbbrücken nicht wirklich von Vorteil, doch die gefragten Orte der Nordheide wie Buchholz, Hittfeld oder Holm-Seppensen sind mit der Bahn an die Metropole angebunden. Und so steigen Nachfrage und auch Preise weiter, wenn auch mit etwas weniger Dynamik als in Hamburg selbst. Das liegt vor allem daran, dass die Schere zwischen den teils überzogenen Preisvorstellungen der Verkäufer und den zunehmend sensibilisierten Käufern immer weiter ­auseinandergeht.

Die Hauptnachfrage habe in der Regel immer bei maximal 800.000 Euro gelegen. Das habe sich auch nicht geändert, wird berichtet. Und über 1,5 Millionen Euro tendiere die Zahl der Suchkunden nun mal gegen null. Zudem weisen die Gemeinden nun vermehrt Bauland aus, um der steigenden Nachfrage aus der nahen Metropole Herr zu werden. Denn – salopp gesagt – der Bestand an Bestand tendiert offensichtlich auch gegen null.

Das ist noch etwas weiter östlich – vor allem in Lüneburg – ähnlich. Die Uni-Stadt mit der Metronom-Anbindung an Hamburg ist nicht nur bei Investoren äußerst beliebt. Historisch, attraktiv, ruhig und lebenswert – die Vorzüge der Hansestadt wissen auch immer mehr Hamburger zu schätzen.

Foto: Arnt Haug

Lüneburg: Die Uni-Stadt ist nicht nur bei Pendlern wegen der guten Anbindung nach Hamburg gefragt. Anleger schätzen die attraktive Innenstadt

Viele Käufer, die den Einzugsbereich der Elbvororte suchen, ihn sich aber preislich nicht leisten können, haben seit einiger Zeit etwas weiter nördlich von Blankenese, direkt hinter Hamburgs Stadtgrenze, eine Alternative entdeckt: Schenefeld. Als einstiges Bauerndorf präsentiert sich der Standort mit seiner Wohnsiedlung mittlerweile komplett gewandelt. Neubauprojekte mit zumeist unter 4.000 Euro pro Quadratmeter und Häuser, die selbst in guten und sehr guten Lagen nicht über 850.000 Euro kosten, sind ein echtes Pfund.

Klar, es ist nicht mehr (ganz) Hamburg, aber was heißt das schon, wenn man in vergleichbaren Lagen der Elbvororte den doppelten oder dreifachen Preis bezahlen muss? Und länger in die Hamburger City braucht man von hier aus auch nicht. 

Sven Heinen

ist Mitglied der BELLEVUE-Redaktion.

DAS SAGEN DIE PROFIS
Statements namhafter und erfahrener Makler aus dem Hamburger Umland

Silke_Treder.jpg

„Im Sachsenwald macht’s die Mischung aus der Nähe zur Stadt und den Vorzügen des naturnahen Lebens. Was will man mehr?“
Silke Treder, BeSmart Immobilien Wohltorf

Immobilien im Hamburger Umland 2018: Echte Alternativen

claudius-staratzke.jpg

„In Ahrensburg und Großhansdorf gibt es signifikante Änderungen: Die Bewegung ins Umland hat deutlich Fahrt aufgenommen.“
Claudius Staratzke, Engel & Völkers Ahrensburg

Immobilien im Hamburger Umland 2018: Echte Alternativen

Jan_M_Meyer-Sach.jpg

„Lüneburg und Seevetal verzeichnen wegen ihrer hohen Lebensqualität eine ungebrochen hohe Nachfrage und weiter steigende Preise.“ Jan M. Meyer-Sach, Engel & Völkers Lüneburg

Immobilien im Hamburger Umland 2018: Echte Alternativen