Bali: Investment im Paradies

Trubel oder Ruhe? Bali bietet beides. Wer Letzteres bevorzugt, kann für kleines Geld ein Haus oder Land erwerben. Garantiert unter Palmen
Mehr als 17.500 Inseln bilden den mit 240 Millionen Einwohnern viertgrößten Staat der Erde: Indonesien. Und die bekannteste von ihnen heißt Bali: Topreiseziel für Australier, für die Bali so nahe liegt wie für uns Mallorca – in unserer Wahr­nehmung dagegen weit weg am anderen Ende des Globus … und daher ein Sehnsuchtsziel mit exotischem Glanz.
Interview-Bali
Die typischen Reisterrassen im Inneren der Insel Quelle: Fotolia/M. Dudarev
Auch auf der Weltkarte der Immobilienträume – zumal Indonesien heute wirtschaftlich solide dasteht, mit Wachstums­raten von vier bis sechs Prozent pro Jahr. Die große Asienkrise von 1998, in deren Folge das BIP um 24 Prozent einbrach, ist jedenfalls Geschichte. Warum also nicht einmal nachfragen, wie es um den Kauf einer Ferien­immo­bilie auf Bali steht? Wie das geht, was es kostet, was man wissen muss? Immobilien­ent­wick­ler Gerrit van der Worp, Wahl-Balinese seit 16 Jahren, hat ­BELLEVUE dazu geantwortet.
Interview-Bali

Der Interviewpartner

Der Experte Gerrit van der Worp, Floryn Property lebt seit 16 Jahren aus Bali
Herr van der Worp, warum sollte man als ­Deutscher auf Bali eine Immobilie kaufen? 

Um eine Anlage zu platzieren, die es einem er­möglicht, im Paradies zu leben! Im Ernst: Die Menschen auf Bali sind unglaublich freundlich, ihre Kultur ist faszinierend und die Land­schaft ein Traum. Ideal, um ein sehr ruhiges, fried­volles ­Leben zu führen – während man gleichzeitig in den touristischen Zentren ein riesiges Angebot an ausgezeich­neten Restaurants, Beach-Clubs und Hotels hat. Und eine immer besser werdende Infra­struk­tur mit guten Schulen und medizinischen Einrichtungen – etwa mit der neuen internationalen Klinik Siloam.
Das klingt paradiesisch – aber von Massen­tourismus hört man ja auch …

In den touristischen Zentren Kuta, Legian und Semin­yak, ja. Und dort gibt es schon die übliche Klein­kri­­mi­nalität, stimmt, aber im Rest der Insel überhaupt nicht. Nein, was man negativ anmerken muss, ist das noch nicht entwickelte Umweltbewusstsein. Das Abfall-Management muss unbedingt ver­­bessert werden, und Verkehrslärm und Staus sind an manchen Stellen tatsächlich ein Problem. Es passiert zwar einiges, aber beim Umweltschutz ist noch Luft nach oben.
Was machen Sie auf Bali?

Mein Schwerpunkt liegt beim Verkauf von Grundstücken an der Westküste, in Tabanan und Negara, jenseits von Tanah Lot – den berühmten Tempel kennen Sie vielleicht. Dort liegt das echte Bali, das mit seiner Schönheit und Kultur jeden verzaubert. Der Tourismus steckt dort noch in den Kinderschuhen. Aber zum Glück wird er wesentlich nachhaltiger entwickelt als in den Zentren.
Kann man auch Häuser oder Villen kaufen?

Ja, in Tabanan habe ich ein Resort mit 27 Villen gebaut: Sahaja Sawah. Dort verkaufen wir Häuser für umgerechnet 90.000 bis 175.000 Euro – alle mit Meerblick. Aber man kann auch selbst bauen, wenn man eine gute Baufirma beauftragt.

Zu wahrscheinlich günstigen Preisen? 


In guter Bauqualität liegt man bei gerade mal 350 Euro pro Quadratmeter. Die Löhne sind auf Bali noch sehr niedrig. Haus­an­gestellte zum Beispiel, wenn Sie eine Villa haben – also Fahrer, Gärtner, Koch –, arbeiten für 150 Euro im Monat. Sechs Tage die Woche, acht Stunden am Tag.
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Villa im Sahaja Resort in Tabanan Quelle: Floryn Property
Also ein Grundstück kaufen … Was muss man denn dafür veranschlagen?

In Tabanan und Negara noch wenig – auch wenn die Preise bereits stark gestiegen sind, in den letzten drei bis fünf Jahren um 20 bis 25 Prozent pro Jahr! Aber nehmen wir ein Beispiel: In Canggu bei Seminyak kosten 100 Quadratmeter zurzeit etwa 37.000 Euro – ohne Meerblick und in einem dicht bebauten Gebiet. In Tabanan und Negara dagegen, eine knappe Stunde von Kuta entfernt, gibt es noch Traumgrundstücke am Wasser oder in Hügellage für nicht mal ein Zehntel: 3.500 Euro für 100 Quadratmeter! Aber wie gesagt, die Preise steigen, weil auf der Hand liegt, dass die Region Potential hat. Auch aus einem anderen Grund: In Kuta, Legian und Seminyak kann man kaum noch kaufen, sondern meist nur noch pachten.
Klingt nach einem aufgeheizten Markt …

Sagen wir es so: Ich bin jetzt seit 16 Jahren auf Bali – und fallende Preise habe ich in all der Zeit nie erlebt. Trotzdem war der Markt aber immer recht stabil – ­sicher auch, weil Immobilien hier kaum über Hypotheken, sondern gegen Cash gekauft werden. Als Ausländer auf Bali einen Kredit zu bekommen ist auch fast unmöglich – und wenn, dann gegen sehr hohe Zinsen. Doch auch die Indonesier selbst zahlen in aller Regel in bar.

Worauf muss man als Ausländer denn rechtlich achten?

Das Allerwichtigste: De jure darf man als Ausländer nicht im eigenen Namen kaufen, sondern braucht dafür einen Indonesier als Mittelsmann. Das nennt sich „Hak Pakai“ und ist für Ausländer absolut etabliert. Und wenn man alle Regeln einhält, ist man de facto auch Besitzer der Immobilie. Ganz wichtig aber: Man braucht dafür auf jeden Fall einen guten Anwalt und einen guten Notar, der alle Behördensachen erledigt. Und zum Beispiel auch klärt, ob Land, das aktuell landwirtschaftlich genutzt wird, überhaupt bebaut werden darf.  

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Welche Ausländer kaufen überhaupt auf Bali?

Vor fünf Jahren kamen 80 Prozent meiner ­Kunden aus allen Ecken der Welt, meist Expats, die in ­Jakar­ta, Singapur oder Hongkong arbeiteten und hier ein Ferienhaus wollten. Aber das hat sich gedreht: Mittlerweile verkaufe ich zu drei Vierteln an ­Indonesier, meist aus Jakarta, aber immer mehr auch aus Bali selbst.