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Podcast-Cover – BELLEVUE für die Ohren, Episode 37

Im Podcast „BELLEVUE für die Ohren“ spricht Sven Heinen mit Wolfgang Koestner von RiskCompass. Das Unternehmen berät nach Koestners Darstellung Unternehmen, wohlhabende Privatpersonen und Family Offices bei sogenannten Plan-B- und Plan-C-Konzepten und bewertet Standorte ganzheitlich. Das Gespräch zeigt: Ein Länder-Ranking kann Orientierung liefern, ersetzt aber nicht die individuelle Prüfung.

Jetzt die komplette Folge von „BELLEVUE für die Ohren“ anhören.

Warum denken Menschen über das Auswandern nach?

Koestner beschreibt finanzielle und berufliche Motive als besonders wichtig. Dazu zählt er qualifizierte Angestellte, die im Ausland bessere berufliche Bedingungen suchen, ebenso wie Unternehmer und Mittelständler, die sich mit einer Standortverlagerung beschäftigen. Eine weitere Gruppe seien Senioren, für die Lebenshaltungskosten, Klima und Lebensqualität eine große Rolle spielen. Die konkrete Motivation unterscheidet sich damit erheblich – und sollte am Anfang jeder Standortsuche stehen.

Welche Kriterien sind bei der Länderwahl wichtig?

Für das von RiskCompass entwickelte Ranking nennt Koestner mehrere Kriterien: den Zugang zum Land und mögliche Hürden für die Niederlassung, politische Stabilität und Sicherheit, die Exposition gegenüber Naturkatastrophen, Rechtsstaatlichkeit und Korruption, Lebensqualität, das Preis-Leistungs-Verhältnis von Immobilien sowie Möglichkeiten zur Arbeitsaufnahme und Unternehmensgründung. Je nach persönlicher Situation können diese Punkte unterschiedlich relevant sein.

RiskCompass habe das Ranking erstmals 2022 erstellt und die Methodik seitdem weiterentwickelt. Koestner betont, dass sich die Rangfolge verändern kann, wenn Kriterien ergänzt werden oder sich geopolitische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen ändern.

Welche Länder spielen im Ranking eine Rolle?

Im Gespräch nennt Koestner unter anderem Luxemburg, die Schweiz, Dänemark, Österreich und Schweden als Länder, die in den betrachteten Rankings beziehungsweise bei Kundenanfragen wiederholt eine Rolle spielen. Für den aktuellen Index bezeichnet er Luxemburg als Spitzenreiter. Diese Platzierung ist eine Bewertung von RiskCompass und keine Empfehlung von BELLEVUE.

Zugleich nennt Koestner Beispiele für Länder, deren Bewertung sich nach Einschätzung von RiskCompass verschlechtert habe. Dazu zählt er unter anderem Panama, Costa Rica und Zypern und verweist auf veränderte Sicherheits-, Kriminalitäts- oder geopolitische Faktoren. Gerade diese Beispiele verdeutlichen, wie schnell sich Rahmenbedingungen ändern können.

Warum reicht ein Länder-Ranking nicht aus?

Entscheidend ist nicht nur das Land, sondern der konkrete Standort. RiskCompass analysiert nach Koestners Angaben deshalb auch einzelne Regionen und Adressen und betrachtet dabei sowohl geeignete Rückzugsorte als auch Gebiete, die aufgrund von Naturgefahren, Sicherheitsrisiken oder mangelnder Versorgung weniger geeignet erscheinen. Für Auswanderungswillige bedeutet das: Ein gutes Abschneiden eines Landes sagt noch nicht automatisch, dass jede Region die eigenen Anforderungen erfüllt.

Was sollten Auswanderer vor dem Umzug prüfen?

Koestner warnt vor einer zu euphorischen oder „blauäugigen“ Entscheidung. Wer im Ausland ein Unternehmen gründen oder sich selbstständig machen möchte, sollte Markt, Wettbewerb und Nachfrage vor Ort untersuchen. Ebenso wichtig seien ausreichende Sprachkenntnisse und die Bereitschaft, sich auf die Regeln und Kultur des Ziellandes einzulassen.

Familien sollten zusätzlich die Schulmöglichkeiten und mögliche Kosten privater Schulen prüfen. Für ältere Menschen oder Personen mit besonderem medizinischem Versorgungsbedarf ist die Qualität und Finanzierung des Gesundheitssystems ein zentraler Faktor. Auch Visa-, Aufenthalts- und Investitionsanforderungen können erheblich variieren und sich verändern.

Erst testen, dann auswandern

Ein besonders praxisnaher Rat aus dem Gespräch ist, einen möglichen neuen Lebensmittelpunkt nicht nur im Urlaub kennenzulernen. Koestner verweist auf die Empfehlung, möglichst mehrere Monate – im Gespräch ist von mindestens einem halben Jahr die Rede – im Zielland zu verbringen, bevor eine endgültige Entscheidung getroffen wird. So lassen sich Alltag, Bürokratie, Wohnen, Infrastruktur und berufliche Möglichkeiten realistischer beurteilen.

Auswandern: Das Wichtigste auf einen Blick

  • Zuerst die eigenen Motive und Anforderungen definieren – nicht mit dem Zielland beginnen.
  • Zugang, Aufenthaltsrecht und mögliche Investitions- oder Qualifikationsanforderungen prüfen.
  • Sicherheit, politische Stabilität, Rechtsstaatlichkeit und Naturgefahren berücksichtigen.
  • Immobilienpreise und Lebenshaltungskosten nicht isoliert betrachten.
  • Arbeitsmarkt, Unternehmensgründung und berufliche Anerkennung vorab klären.
  • Gesundheitsversorgung, Schulen und Sprache realistisch bewerten.
  • Nicht nur das Land, sondern die konkrete Region und Adresse untersuchen.
  • Einen möglichen neuen Lebensmittelpunkt möglichst über längere Zeit im Alltag testen.
  • Rankings als Orientierung verstehen – die individuelle Entscheidung bleibt eine Einzelfallprüfung.

Fazit: Der Podcast macht deutlich, dass Auswandern weniger eine spontane Fluchtentscheidung als ein komplexes Standortprojekt sein sollte. Je genauer persönliche Anforderungen, finanzielle Möglichkeiten und Risiken vorab geprüft werden, desto belastbarer wird die Entscheidung für oder gegen einen neuen Lebensmittelpunkt.

Mehr zu internationalen Immobilienmärkten, Ferienimmobilien und besonderen Standorten finden Sie auf bellevue.de.

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Sven Heinen

ist Redaktionsleiter bei BELLEVUE.
Tel.: 040-593 625 040