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Terrassen in voller Pracht | FOTO: MVRDV

Mode spricht von Couture, wenn ein Entwurf nicht reproduziert, sondern maßgeschneidert wird. Dieses Prinzip überträgt das Bürohaus MONACO im Münchner Werksviertel auf die Architektur. Statt einer standardisierten Gebäudehülle erhält das Projekt eine Fassade aus 11.993 dreidimensionalen Schindeln aus recyceltem Kunststoff – ein Entwurf des niederländischen Büros MVRDV.

Die Schindeln stammen vom Unternehmen Pretty Plastic und bestehen aus recycelten PVC-Abfällen wie alten Fensterrahmen oder Rohren. Nach dem Cradle-to-Cradle-Prinzip verarbeitet, können sie mehrfach wiederverwendet werden. In Deutschland ist MONACO das erste Projekt, das diese Fassadentechnologie einsetzt. Die Montage erfolgt in präziser Rautenstruktur, wodurch das Gebäude je nach Lichteinfall changiert – wie ein Stoff, der sich mit jeder Bewegung verändert.

Farblich dominiert ein helles Grau, ergänzt durch mehrere Grüntöne sowie Akzente in Bronze, Mauve und Lilac. Die Oberfläche ist marmoriert, jede Schindel ein Unikat. So entsteht eine Hülle, die weniger technische Fassade als vielmehr architektonische Textur ist.

Entwickelt wird das rund 4.000 Quadratmeter große Bürohaus von der Rock Capital Group. Neben begrünten Terrassen und einem Immune-Office-Konzept strebt das Projekt Zertifizierungen wie LEED Platinum und WELL Platinum an. Die Fertigstellung ist für Mitte 2027 geplant.

MONACO versteht sich damit als Statement: für eine Architektur, die Nachhaltigkeit nicht nur integriert, sondern sichtbar macht – und dem Stadtraum eine eigenständige Identität verleiht.

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Gerhard Rodler

Chefredakteur