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©sugergloo Felipe Pantone

Die Architektur der Entschleunigung

Der Impuls für diese ungewöhnliche Kooperation liegt in Pantones eigenem Rückzugsort: der legendären Casa Axis in Valencia. Das Mid-Century-Juwel aus dem Jahr 1975, ein Meisterwerk des Space-Age-Designs, dient dem Künstler als Wohnhaus und kreatives Labor zugleich. Die dortigen geschwungenen Wände und fließenden Räume inspirierten ihn dazu, seine bisher oft strengen, technoiden Raster gegen weiche, menschliche Silhouetten einzutauschen. Das Ergebnis ist das „Smooth Sofa“, das mit seinen runden Formen einen bewussten Kontrast zur oft kantigen, unterkühlten Ästhetik moderner Lofts setzt.

Komfort im Baukasten-Prinzip

Trotz des hohen künstlerischen Anspruchs bleibt das Design absolut alltagstauglich. Die Kollektion nutzt das für Tylko charakteristische modulare System: Über 20 verschiedene Elemente lassen sich via Konfigurator zu individuellen Landschaften zusammensetzen. Ob als kompakter Sessel für die Leseecke oder als ausladende L-Form für das private Heimkino – die Tiefe und das Layout folgen dem Lebensrhythmus der Besitzer, nicht umgekehrt. Besonders edel wirken die Ausführungen in matt genarbtem Leder von Sørensen oder in dezentem Oat Beige, die den nostalgischen Glamour der 70er Jahre in die Gegenwart transportieren.

Design, das mitwächst

Für Pantone und Tylko-Mitgründer Jacek Majewski ist das Projekt ein Beweis dafür, dass Interior Design niemals statisch sein sollte. Die Module können jederzeit erweitert, reduziert oder neu arrangiert werden. Das Sofa wird so zu einem lebendigen Begleiter, der sich neuen Räumen oder familiären Veränderungen anpasst. Es ist die perfekte Symbiose aus Pantones Vision von Bewegung und Dynamik und dem Wunsch nach einem haptischen, warmen Rückzugsort. Wer Kunst nicht nur an der Wand betrachten, sondern in ihr versinken möchte, findet hier sein neues Lieblingsstück.

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Gerhard Rodler

Chefredakteur