Drei Frauen bei einem Lagerfeuer auf der Terrasse. 1350x900_Stil_h_C3_B6fats_1500_c_h_C3_B6fats__1_.jpeg
| FOTO: höfats

Dieses „neue Lagerfeuer“ erfüllt mehrere Funktionen zugleich. Es spendet Wärme, strukturiert den Raum und schafft einen visuellen Ankerpunkt – ähnlich wie ein Kamin im Innenbereich. Gerade in hochwertigen Outdoor-Konzepten mit Naturstein, Holzdecks oder reduzierten Lounge-Möbeln entsteht so ein Zentrum, das Gespräche bündelt und Abende verlängert. Feuer wird nicht improvisiert, sondern bewusst inszeniert.

Ein Beispiel für diese Entwicklung ist die Spin 1500 von Höfats. In einem hohen Glaszylinder rotiert eine spiralförmige Flamme, gespeist von einem Bioethanol-Brenner. Das Prinzip ist einfach: saubere, geruchsfreie Verbrennung, regulierbare Flammenhöhe, klar definierte Form. Das Objekt wirkt weniger wie eine Feuerstelle im traditionellen Sinn, sondern eher wie eine kinetische Lichtskulptur mit Wärmeeffekt.

Dass mehrere Hersteller inzwischen ähnliche Konzepte anbieten, zeigt, wie sehr sich das Verhältnis zum Feuer verändert hat. Es geht nicht mehr um maximale Hitze, sondern um Atmosphäre. Nicht um rustikale Romantik, sondern um eine reduzierte, zeitgemäße Interpretation.

Das neue Lagerfeuer ist damit weniger Abenteuer als Haltung. Es steht für das Bedürfnis, Außenräume als vollwertige Lebensräume zu begreifen – mit einem Element, das seit Jahrtausenden Gemeinschaft stiftet, nun aber in einer Form, die zur Architektur des 21. Jahrhunderts passt.

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Gerhard Rodler

Chefredakteur