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ATTRAKTIV Die historische Altstadt ist ein Treffpunkt für Touristen und auch als Wohnstandort überaus begehrt | FOTO: Reinhard Schmid/HUBER IMAGES

Zugegeben, in Sachen Fußball ist Nürnberg aktuell nur zweitklassig. Aber das geht größeren Städten wie Düsseldorf oder Hamburg ganz ähnlich. Doch der Standort selbst ist definitiv erstklassig. Auch in dieser Beziehung kann der Vergleich zu den anderen genannten Metropolen herangezogen werden. „Nürnberg muss man eigentlich niemandem aktiv verkaufen“, erklärt einer der Experten im Gespräch voller Überzeugung. „Die Stadt und ihre Metropolregion haben längst eine eigene Sogwirkung.“ Gut gebrüllt, Löwe – möchte man sagen. Doch die Fakten sprechen tatsächlich für sich. Ein Blick in die aktuelle Auswertung des Wirtschafts- und Wissenschaftsreferats der Stadt verdeutlicht dies mehr als eindrücklich.

Rahmendaten vom Feinsten

So ist Nürnberg mit knapp 540.000 Einwohnern die Nummer 14 unter den größten deutschen Städten und befindet sich etwa auf dem Niveau von Hannover, Dresden oder Bremen. Rund 3,6 Millionen Menschen leben in der Metropolregion Nürnberg-Fürth-Erlangen. Allein 25.000 Unternehmen sind in Nürnberg beheimatet, darunter sind auch vier DAX- Unternehmen vertreten. Als Messestandort ist man weltweit die Nummer 15, und mit acht Hochschulen und Universitäten sowie über 50 Forschungseinrichtungen im Umkreis von 100 Kilometern kann die Region aus dem Vollen schöpfen.

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ANZIEHUNGSPUNKT Der weltberühmte Christkindlesmarkt findet schon seit fast 400 Jahren in Nürnberg statt | FOTO: Maurizio Relini/ HUBER IMAGES

Neuer Stadtteil entsteht

Hinzu kommt in absehbarer Zeit eine weitere interdisziplinäre Universität, die im Zuge eines komplett neuen Stadtteils im Süden der Stadt entsteht.

Auf dem Areal des ehemaligen Rangierbahnhofs soll Lichtenreuth Nürnbergs progressivstes und innovativstes Wohngebiet mit zahlreichen Grünflächen und idealer Infrastruktur mit Straßenbahnanbindung in die City werden.

Die begehrtesten Lagen

Viele der bevorzugten Wohnlagen Nürnbergs liegen zentral. Ob Altstadt/St. Lorenz, das gerade bei der jüngeren Klientel gefragte St. Johannis oder die Marienvorstadt – die Nähe zum Wasser, kurze Wege sowie der historische Charme wecken Begehrlichkeiten.

Absolut im Trend liegt auch der Standort Gostenhof etwas weiter westlich der Altstadt. Einst als „Nürnberger Bronx“ verschrien, ist hier längst szenisches Wohnen angesagt.

Im Stadtteil Östliche Außenstadt sind es drei Lagen, die man durchaus als „outstanding“ bezeichnen kann: Erlenstegen, Laufamholz und Mögeldorf bieten Einfamilienhäuser und Villen auf zum Teil sehr üppigen Grundstücken – eben das, was ein echtes Nobelviertel auszeichnet.

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GRAFIK: Jochen Schäfers/Yamori

Insgesamt bietet Nürnberg die komplette Palette an Quartieren und Immobilien – von einfach bis top, von Hochhaus bis Villa, von Kauf bis Miete. Hier findet wirklich jeder seinen Standort, an dem er zufrieden wohnen kann. Ein Faktor, den Studierende ebenso zu schätzen wissen wie finanziell gut gestellte Arbeitnehmer. „Ein wenig so, wie es früher in Berlin war“, verrät ein Kenner beider Städte im Gespräch.

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STAUSEE Der Wöhrder See liegt mitten in der Stadt und ist etwa zweimal so groß wie die Binnenalster in Hamburg | FOTOS: picture alliance/imageBROKER/Norbert Probst

Interessanter Regionalvergleich

Das nördlich von Nürnberg liegende Erlangen stehe bei vielen Zuzüglern in die Region sehr hoch im Kurs, berichten die Experten vor Ort. Und auch in Sachen Kaufpreise zeigen sich beim Vergleich der drei Städte in der Metropolregion bemerkenswerte Fakten: Nach der aktuellen Studie der Sparda-Banken in Zusammenarbeit mit dem Institut der deutschen Wirtschaft (IW) – „Wohnen in Deutschland 2023“ – liegt nämlich Erlangen mit 4.334 Euro pro Quadratmeter im Schnitt vor Nürnberg (4.091) und Fürth (3.758). Zum Vergleich: Spitzenreiter München kommt im innerbayerischen Vergleich auf 9.000 Euro.

Seit dem Jahr 2005 weist Nürnberg nach dieser Studie übrigens eine Preissteigerung von 202 Prozent auf.

Fazit

Keine Frage, Nürnberg hat mit denselben Problemen zu kämpfen wie die anderen deutschen Großstädte: rückläufige Nachfrage, rückläufige Preise, steigendes Angebot und noch immer steigende Zinsen. Ein Teufelskreis, dem es zumindest mittel- bis langfristig zu entkommen gilt. Eine „noch nie dagewesene toxische Gesamtkonstellation“ nannte es jüngst ein Experte. Doch mit traditionell vermögender Klientel, einem gesunden Mittelstand, Top-Rahmenbedingungen und dem soliden Verhältnis von Kaufpreisen und erzielbarer Miete ist die Metropolregion Nürnberg ein interessanter Investitionsstandort. Und die Stadt wächst – in den letzten Jahren sogar rasant.

„Im Augenblick stagniert der Markt auch in Nürnberg. Auf mittelfristige Sicht sind wir verhalten positiv. Der Standort hat einfach so viel Potential.“

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ULRICH LIEBE

BAUWERKE – Liebe & Partner

„Momentan ist die Lage wieder vermehrt ausschlaggebend. Im Bestand spielt dazu noch der Faktor Energie eine wichtige Rolle.“

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MARCUS SCHUBERT

Hegerich Immobilien

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Sven Heinen

ist Redaktionsleiter bei BELLEVUE.
Tel.: 040-593 625 040

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