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PLACE TO BE Film- und Fußballstars, Musiker und Modemacher: Im Sommer zählt Ibiza international zu den absoluten Topdestinationen. Viele Trends und Hits starten von hier aus ihren weltweiten Siegeszug | FOTO: mauritius images/RP

Das vergangene Jahr war wirklich ein bisschen verrückt, un poco loco. Rund 3,4 Millionen Touristen kamen nach Ibiza, 2022 toppte damit sogar die vorpandemischen Rekorde von 2019. Die drittgrößte Baleareninsel konnte ihrem Ruf wieder einmal gerecht werden und bot auch luxusorientierten Gästen außergewöhnliche Erlebnisse. Top- DJs spielten in privaten Villen, das „1742“ schlug eine neue kulinarische Seite auf und in den Beachclubs wurde richtig Gas gegeben – bis zu 600 Euro betrug der Mindestverzehr für zwei Sonnenliegen am Strand. Sonnenschirm inklusive. Ähnlich viel und mehr kosteten die Nächte selbst in Vier-Sterne-Hotels. Und die Mietpreise für Villen lagen (und liegen auch in diesem Jahr) mancherorts bei über 60.000 Euro. Pro Woche! Auch das Kaufverhalten bei Immobilien war auffällig. „Es wurde eigentlich alles gekauft. Und das von Januar bis Dezember“, weiß Mara Schreck-Heuer von BBS Immobilien und bringt die Beobachtung der Makler auf den Punkt.

Dann, zu Silvester, einmal kurz durchatmen, schütteln und Reset drücken. Seit Januar 2023 ist Ibizas Immobilienmarkt wieder das, was er schon immer war: ein bisschen langweilig, geradezu konservativ.

Das „Normale“ hat auch Vorteile. Ibiza ist ein Markt, der selbst bei den globalen Krisen recht konstant bleibt und stetig Steigerungen verzeichnet. Vielleicht, meint Anna Böttcher von Prestige Properties, sei das auch der Größe der Insel geschuldet.

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CHILL AREA Der ideale Tagesablauf auf Ibiza ist schnell beschrieben: erst intensiv ausruhen, dann intensiv ausgehen. Für beides bietet die Insel ausreichende Auswahl | FOTO: Renderings/Visualisierungen Domus Vivendi Group

Das Angebot habe ja nun mal seine natürlichen Grenzen. Engländer und Holländer seien es, die gern wirtschaftlich einkauften. „Sie kaufen, sanieren und verkaufen wiederum mit Gewinn“, sagt die Fachfrau.

Dementsprechend sei der Markt so gut wie leer gefegt, wenn es um Schnäppchen gehe. Diese liegen, so es sie hin und wieder gibt, preislich zwischen 600.000 und 800.000 Euro. Der Markt ist sich einig, dass es kaum noch einfache Häuser unter 1,7 Millionen Euro gibt, sogenannte moderne Häuser pendeln sich derzeit um vier Millionen Euro ein, Wohnungen liegen im Schnitt bei gut 600.000 Euro. Wobei die Preise je nach Lage natürlich variieren.

Diese Lagen sind stark an die Bedürfnisse gebunden. Immer mehr Mittel- und Nordeuropäer verlegen ihren Erstwohnsitz nach Ibiza – nach manchen Statistiken sind das rund 15 Prozent –, treffen sich gern rund um Santa Gertrudis. Der Trend zum Leben und Arbeiten zeichnete sich schon vor Corona ab, hat sich aber seither und durch die zunehmende Digitalisierung zunehmend verstärkt.

Ferienimmobilien, besonders Apart­ments, sind in Flughafennähe begehrt. Das hat auch die Domus Vivendi Group er­ kannt und eine neue Immobilienspezies für die Insel geschaffen. In diesem Sommer wird HIPPIEMENTS an der Playa d’en Bossa fertiggestellt. „Damit setzen wir eine neue Benchmark“, ist der Geschäftsführer Alexander Beulich überzeugt. 

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RUNDE ECKEN Zur ikonischen Architektur Ibizas zählen weiße Wände und abgerundete Ecken. Diese Elemente werden auch bei neuen Projekten wie den Villen von HIPPIEMENTS VILLAGE (links) eingesetzt | FOTO: Renderings/Visualisierungen Domus Vivendi Group

HIPPIE­MENTS ist vom Wort her die Verbindung von Hippie (für Ibiza) und Elements, von der Immobilie her sind es mit dem Interna­tional Property Award 2020/21 ausge­zeichnete Apartments, die zwischen 80 und 700 Quadratmeter groß sind, teilweise private Dachgärten beinhalten und über einen Concierge­-Service verfügen.

Im kommenden Jahr wird, ebenfalls an der Playa d’en Bossa, THE ONE BY ELE­MENTS mit elf Apartments zwischen 80 und 600 Quadratmetern fertiggestellt. Mit seiner organischen Architektur wird sich THE ONE von der Nachbarschaft abhe­ben. Domus Vivendi verspricht deutschen Standard direkt am Strand. Dafür liegt der Quadratmeterpreis bei rund 20.000 Euro im Schnitt.

Die nächste Fertigstellung ist für 2025 geplant: Unter dem Projektnamen CREO entstehen nur 300 Meter weiter Richtung Ibiza Stadt, in Ses Figueretes, 148 Wohn­einheiten. „An der Playa d’en Bossa wird es viele Veränderungen geben“, erklärt Ale­xander Beulich. Auch dort sei der Luxusge­danke angekommen. „Eine neue Strandpro­menade ist geplant und zusätzlich wird auf elektrische Autos Wert gelegt“, weiß der 33­-Jährige. CREO selbst liegt in der zwei­ten Reihe und wird nach vier Elementen (Erde, Luft, Feuer, Wasser) ausgerichtet. Die vier Baukörper gruppieren sich um eine Poollandschaft und sollen die Vielfalt Ibizas unterstreichen.

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NEUHEIT Mit dem neuen Apartmenthaus THE ONE verspricht Domus Vivendi deutschen Standard direkt am Meer | FOTO: Renderings/Visualisierungen Domus Vivendi Group

Um diese auch in ihrem Portfolio darzustellen, nimmt die Domus Vivendi Group auch Santa Eularìa mit ins Pro­gramm. Neun Villen werden direkt am Strand in der Bucht von S’Argamassa ge­baut. „Diese Region ist auch wegen ihrer guten Infrastruktur nebensaisontauglich“, erklärt Alexander Beulich, der sich beson­ders auf dieses HIPPIEMENTS VILLAGE freut. „Wir nehmen viel Geld in die Hand, um dort die privaten Gärten anzulegen und eine Oase direkt am Meer zu schaffen.“

Gerne würde Beulich auch bezahlbaren Wohnraum für die Einheimischen schaf­ fen, jedoch mangelt es an verfügbaren Grundstücken, um dieses Problem zu lö­sen. Er hofft nun erneut auf die Politik: Seit den Wahlen im Mai regieren die Konserva­tiven in allen Gemeinden der Insel.

Die ersten Skandale gab es schon in Sant Josep, wo der Bürgermeister, ein Städ­tebauanwalt und drei weitere Verdächtige wegen Baukorruption festgenommen wur­den. Es bleibt abzuwarten, ob diese Wahlen einen direkten Einfluss auf die Immobilien­preise der Insel nehmen werden. Sicher ist, dass die Pityusen­Insel weiterhin eine sichere Bank für Immobilienpreise bleibt. „Der Markt schwankt zwar manchmal, aber billiger wird es nie“, ist Anna Böttcher überzeugt.

IBIZA IN ZAHLEN

Die wichtigsten Eckdaten der Insel auf einen Blick

 

IBIZA ist nach Mallorca und Menorca mit rund 571 Quadratkilometern die drittgrößte Insel der spanischen autonomen Region Balearen. Gemein­ sam mit Formentera und einigen unbewohnten Fel­seninseln bildet Ibiza die Inselgruppe der Pityusen. Hauptstadt ist Ibiza Stadt, auch Eivissa genannt. 2020 betrug die Bevölkerungszahl Ibizas knapp 152.000 Einwohner, 60.000 mehr als im Jahr 2000. Amtssprachen sind Spanisch und Katalanisch, der Dialekt wird Ibizenkisch genannt. Der Immobiliener­werb ist für EU­-Bürger auf Ibiza problemlos möglich.

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Grafik: Jochen Schäfers/Yamori

IMMOBILIEN IN IBIZA


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Antje Noah

Freier Autor

BEL 05/23