Foto: Mediaserver Hamburg/Julia Schwendner

Der Wertbestand einer Immobilie hängt maßgeblich von der Lage ab

Die Lage ist auch heute noch der entscheidende Faktor für den Wert einer Immobilie. Der Grund dafür ist ihre Unveränderbarkeit. Während der Zustand der Immobilie durch eine Sanierung verbessert werden kann, lässt sich an der Lage wenig ändern. Trotzdem ist es ratsam, nicht ausschließlich die Gegenwart im Auge zu haben. Wer in eine Immobilie investiert, der schaut am besten mehrere Jahre voraus und versucht, mögliche Veränderungen der Lage zu erahnen. Dabei ist nicht nur der Stadtbezirk entscheidend. Stattdessen sollte das ganze Land betrachtet werden. Auch ein Blick zurück in die Preisentwicklung der vergangenen Jahre kann wertvolle Hinweise liefern und diese Tipps und Tricks zum Hauskauf in Deutschland ergänzen.

Die Makrolage

Wer von der Lage einer Eigentumswohnung oder eines Hauses spricht, der muss zwischen zwei verschiedenen Lagen unterscheiden. So sollte Ihnen als Immobilienkäufer die Makrolage ein Begriff sein. Jene fasst das räumliche Umfeld ziemlich weit und reicht mitunter sogar auf das ganze Land hinaus. Sie kann aber auch nur das Bundesland oder den Stadtbezirk umfassen. Entscheidend ist für eine gute Makrolage, dass sich die Immobilie in einer wirtschaftsstarken Region befindet, die fit für die Zukunft ist. In Deutschland sind dies insbesondere der Südwesten und Süden, wobei Metropolregionen und größere Städte normalerweise aber auch zukunftsstark aufgestellt sind. Im Osten machen gerade Leipzig und Dresden einen Sprung.

Die Mikrolage

Beachten Sie zudem die Mikrolage. Sie beschreibt die persönlichen Bedürfnisse des potenziellen Immobilienkäufers, verstehen Menschen unter einer optimalen Lage einer Immobilie doch etwas ganz Verschiedenes. Neben dem Alter und Familienstand sind es schlichtweg die individuellen Ansprüche, die dabei maßgebend sind. Haben Sie mehrere Kinder, verzichten Sie nur ungern auf nahegelegene Kindergärten und Schulen. Sind Ihnen hingegen Ihre Hobbys wichtig, freuen Sie sich über die Nähe zu Sporthallen oder Fitnessstudios: Denn wenn Sie beispielsweise häufig Golf spielen, ist ein Golfplatz in der Umgebung fast schon ein Muss. Wer viel Tennis spielt, der freut sich über Tennisplätze. Die gute Mikrolage gibt es daher nicht.

Das macht eine gute Lage aus

Die Lage einer Immobilie kann also für die einen gut und gleichzeitig für die anderen weniger attraktiv sein. Es gibt dennoch einige positive Merkmale, die eine Immobilienlage generell interessant machen. So mögen viele Menschen eine ruhige, aber dennoch zentrale Lage. Seitenstraßen und Sackgassen bieten sich dahingehend als Standort an. Wenn dann Autobahnen oder ein Bahnhof nicht weit sind, macht dies die Lage noch interessanter. Grundsätzlich sollte auch die Infrastruktur gut ausgebaut sein. Öffentlicher Nahverkehr, Einkaufen, Ärzte oder auch Kultur: So etwas in der Nähe zu haben, gefällt den meisten. Letztlich ist auch die Nachbarschaft von Interesse. Insbesondere dann, wenn es sich um ein reines Wohngebiet ohne Gewerbeeinheiten handelt.

Negative Aspekte nicht unterschätzen


Lärm macht die besten Standortvoraussetzungen zunichte. Ein nahegelegener Flughafen, Gewerbebetriebe, Diskotheken oder auch Kneipen sind erfahrungsgemäß keine Garanten für Ruhe und daher keine Kriterien für eine gute Immobilienlage. Geht es an die Gesundheit, ist noch größere Vorsicht geboten. Ein hoher Lärmpegel kann krank machen, doch auch Mobilfunkantennen können mittel- und langfristig der Gesundheit schaden. Eine zu enge Bebauung engt im wahrsten Sinne des Wortes ein und lässt mitunter bereits die Suche nach einem Parkplatz schwierig werden. Außerdem sollten auch die sozialen Gegebenheiten analysiert werden. Brennpunkte bieten viel Konfliktpotenzial, sind kein Merkmal einer guten Lage und kommen daher selten für eine Immobilienfinanzierung in Betracht.