Special Ross & Reiter: Der Hof Kasselmann

Aus einem Bauernhof mit tausendjähriger Geschichte machte Ulli Kasselmann ein international renommiertes Zentrum für Dressurpferde
Ein Reitpferd vor dem Pflug? Heute ­undenkbar. Aber als Ullrich „Ulli“ Kas­­­­­­­­­­selmann in jungen Jahren auf dem Hof seines Vaters arbeitete, war das Alltag: „Montags bis freitags kamen die Pferde vor den Pflug oder die Egge, am Wochenende bin ich dann mit ihnen auf Turniere gegangen“, erinnert er sich. Die Zeiten haben sich seitdem gewaltig geändert.
  • Hoch zu Ross: Ulli, seine Frau Bianca und Francois Kasselmann Quelle: Kiki Beelitz
    Der Hof Kasselmann
  • Das Luftbild zeigt den Hof während der Gala "Horses & Dreams", die jährlich stattfindet Quelle: Hof Kasselmann
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  • Stolze 40 Hektar Land gehören zum Hof Quelle: Kiki Beelitz
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  • Fünf Reit- und Longierhallen, vier Außenvierecke, ein komplettes Reitstadion... Quelle: Kiki Beelitz
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  • ein Springplatz, eine Rennbahn, eine Schmiede und Apartements für Kunden gibt es Quelle: Kiki Beelitz
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Heute kommt keines der 200 Pferde, die auf Hof Kasselmann in Hagen am Teutoburger Wald stehen, je vor einen Pflug. Denn sie sind Elite-Sportpferde. Einige von ihnen werden auf der jährlich stattfindenden größten privaten Sportpferdeauktion P.S.I. (Performance Sales International) in Ankum angeboten, die Kasselmann gemeinsam mit Reiter­legende Paul Schockemöhle veranstaltet.

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Auch der Hof Kasselmann hat sich verändert. Aus dem landwirtschaftlichen Betrieb mit mehr als 1.000 Jahren Geschichte wurde ein modernes internationales Zen­trum für die Vermarktung von Weltklasse-­Dressurpferden. „Als wir anfingen, sagte mir Paul: ‚Ich würde hier überall Ställe und Hallen hinstellen.‘ Ich darauf: ‚Kommt gar nicht infrage!‘ Tja, und heute ist es genau so gekommen …“, sagt Ulli Kasselmann.

In nur 14 Tagen eine Europameisterschaft organsiert

Auf 40 Hektar Land – das entspricht der Grö­ße des Vatikanstaats – stehen heute fünf Reit- und Longierhallen, vier Außenvierecke, ein komplettes Reitstadion für die eben­falls jährlich hier stattfindende Pferde­gala „Horses & Dreams“, ein Springplatz, eine Renn­bahn, eine Schmiede, eine tierärzt­liche Behandlungsstation, Paddocks – und Apartments für Kunden, die aus der ganzen Welt hierherreisen. Wie perfekt die Or­­­­ganisation des Hofes arbeitet, erwies sich im Jahr 2005: Wegen eklatanter Organisationsmängel musste die Dressurreiter-EM in Moskau kurzfristig abgesagt werden. Es gelang Kasselmann und seinem Team, in nur 14 Tagen eine komplett neue EM auf seinem Hof in Hagen zu organisieren.

Mit dem Hof verwurzelt

Wer bei Ulli Kasselmann und seiner Frau Bianca zu Besuch ist, erlebt die zweite Leidenschaft des Hausherren: Gastlichkeit. „Das liegt irgendwie in den Genen“, meint er. Sein Großvater betrieb hier als einer der Ersten ein kleines Hotel für prominente Gäste, die zur „Sommerfrische“ anreisten, wie man das damals nannte. „Für sie baute er den ersten Swimmingpool weit und breit. Seine Töchter schickte er nach Italien, damit sie kochen lernten.“ Zum Hof gehört auch heute noch eine Hotelküche – allerdings nicht mehr für Sommerfrischler, sondern zur Versorgung von Familie, Gästen und Personal. Immerhin arbeiten hier 50 Angestellte.
Als die Zeit kam, über das Altenteil nach­­­­­zudenken, baute die Familie ein Haus ganz in der Nähe des Hofes, so wie es Brauch ist. Doch Ulli Kasselmann zog nicht um. Er hat seine Wurzeln in der Erde seines Hofes. „Eine alte Eiche“, sagt er, „kann man nicht verpflanzen …“
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