Ratgeber: Tipps und Tricks zum Hauskauf in Österreich

In Austria hat jede der neun Bundesländer sein eigenes Immobilienrecht. Zwar sind In- und Ausländer formell gleichgestellt, aber es gibt doch einige Feinheiten zu beachten
Die sprachliche und räumliche Nähe, wunderschöne Regionen und ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis: es gibt viele gute Gründe, warum Österreich bei deutschen Immobilienkäufern zu den Topzielen zählt. Doch auch hier gilt: vor dem Kauf sollten Interessenten ihre Hausaufgaben machen.

Zahlen & Fakten

Fläche: 83.871 km2, Bevölkerung: 8,1 Millionen; Staatsform: Bundesrepublik, Mitglied der Europäischen Union seit 1995; Hauptstadt: Wien (1,55 Millionen Einwohner)
Hauskauf in Österreich: Tipps und Regeln
Tipps zum Immobilienerwerb in Österreich Quelle: Mondial

Wer darf kaufen?

EU-Bürger und Österreicher sind gleichgestellt. Das heißt, dass die eventuell bestehenden Erwerbsbeschränkungen der einzelnen Bundesländer für alle Parteien gelten. Für Nicht-EU-Bürger gibt es in jedem Bundesland wiederum Sonderregelungen. Detaillierte Informationen dazu erteilen die Landesregierungen.

Regionen & Preise

Bis vor kurzem waren dank der unmittelbaren Nähe zu Bayern und der guten Verkehrsanbindung das Salzburger Land und Tirol die gefragtesten Regionen. Durch die verstärkte Präsenz von Low-Cost-Fluglinien verzeichnen auch die weiter südlich gelegenen Bundesländer wie Kärnten oder die Steiermark eine steigende Nachfrage. Die Haus- und Grundstückspreise sind extrem lageabhängig (Seeblick, Nachbarn, Verkehrsanbindung, Infrastruktur), im Vergleich zur restlichen EU aber immer noch sehr moderat.

Kaufkosten

Kaufnebenkosten
Notargebühren 1,8 Prozent, Grunderwerbsteuer 3,5 Prozent, Grundbucheintrag 1,1 Prozent des Kaufpreises. Die Courtage für den Makler liegt brutto bei 7,2 Prozent und wird zur Hälfte zwischen Käufer und Verkäufer geteilt.

Laufende Nebenkosten
Die Grundsteuern werden nach dem steuerlichen Einheitswert berechnet, der wiederum rund ein Fünftel des Verkehrswertes beträgt.

Zehn goldene Regeln zum Immobilienkauf in Österreich

1. Österreich ist politisch in neun Bundesländer unterteilt. Alle Grundverkehrsgesetze werden nicht von Wien, sondern von den Ländern selbständig geregelt.

2. In den meisten Bundesländern bestehen Beschränkungen hinsichtlich des Erwerbs von reinen Ferienwohnsitzen. Österreicher und EU-Ausländer sind hierbei gleichgestellt.

3. In welchen Gemeinden Zweitwohnsitze überhaupt gekauft werden dürfen, wird von der jeweiligen Landesregierung festgelegt.

4. Zuständig für die Verwaltung bereits bestehender sowie für die Genemigung neuer Freizeitwohnsitze ist normalerweise die jeweilige Gemeind, die auch ein entsprechendes Register der Freizeitwohnsitze führt.

5. Man kann den Kauf über einen Makler oder ein Kreditinstitut abwickeln. In beiden Fällen ist ein schriftlicher Kaufvertrag gesetzlich vorgeschrieben. Vorsicht bei mündlichen Kaufzusagen. Auch diese können bindend sein.

6. Der Kaufvertrag muss zumindest den Namen der Gemeinde, in der sich die Immobilie befindet, eventuelle Miteigentumsanteile und eine Beschreibung der Immobilie enthalten.

7. Die notarielle Beurkundung des Kaufvertragsinhalts ist nicht zwingend notwendig, wohl aber die Beurkundung der Echtheit der Unterschriften von Käufer und Verkäufer. Ohne sie ist kein Vertrag gültig.

8. Eine Auflassungsvormerkung wie in Deutschland existiert nicht.

9. Die Kaufsumme sollten ausländische Käufer einem Rechtsanwalt übergeben, der Mitglied des „Treuhandbuches“ ist. Dieses ist gegen Veruntreuung abgesichert.

10. Wer einen Erstwohnsitz erwirbt, wird in Österreich steuerpflichtig.Dank der im internationalen Vergleich niedrigen Steuersätze kann diesdurchaus von Vorteil sein.
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