Ratgeber: Tipps und Tricks zum Hauskauf in Italien

Italien-Immobilien haben ihre Liebhaber - aber auch ihre Preise: Infos und Tipps zum Immobilienerwerb in Italien
Ein Häuschen in bella italia? Machbar. Aber längst nicht mehr zu den Preisen, wie sie einmal waren. Italien ist sich seiner Immobilienperlen durchaus bewusst, attraktive Lagen ihre - berechtigten - Preis. Trotzdem: Wer sich auskennt, kann auch heute noch sein Traumhaus in Italien zu vernünftigen Konditionen finden.

Zahlen & Fakten

Fläche: 301.230 km2; Bevölkerung: 58,1 Millionen; Staatsform: Republik; Gründungsmitglied der EU; Hauptstadt: Rom (ca. 2,7 Millionen Einwohner, Großraum ca. 4 Millionen)
Hauskauf in Italien: Tipps und Regeln
Tipps zum Immobilienerwerb in Italien Quelle: iStock

Wer darf kaufen?

Alle EU-Bürger sind Italienern beim Immobilienkauf gleichgestellt. Selbiges gilt, dank einer bilateralen Vereinbarung, auch für US-Amerikaner.

Regionen & Preise

Die klassischen Regionen sind die Toskana, die oberitalienischen Seen und die Adriaküste. Aber auch Sardinien, die Marken, Umbrien, das Piemont und Ligurien sind begehrte Standorte. Sehr stark im Kommen sind Apulien und - zumindest in einigen Teilen - die Lombardei, da Immobilien dort derzeit noch bezahlbar sind. Als Faustregel kann man für Italien festhalten, dass es in den attraktiven Lagen kaum noch Häuser zu Preisen unter 200.000 Euro gibt. Nach oben gibt es keine Grenze.

Kaufkosten

Kaufnebenkosten
Privatkäufer zahlen - außer bei Grundstücken - eine Grunderwerbssteuer von 10% auf den Katasterwert der Immobilie. Dieser ist in der Regel sehr viel niedriger als der Verkaufspreis. Zudem: Notarkosten 1 bis 3,5 Prozent; Vertragsgebühren ca. 500 Euro; Maklerprovision 2,5 bis 6 Prozent; eventuell zusätzlich Übersetzungskosten

Laufende Kosten
Jährliche Grundsteuer (ICI): Berechnungsgrundlage ist der Katasterwert, bei dem die Kommunen einen Spielraum von 0,2 bis 0,7 Prozent haben, sowie der Status des Käufers (Resident/Nichtresident). Dazu kommen Betriebskosten für Strom, Wasser, Müllabfuhr und Heizung.
Zehn goldene Regeln beim Immobilienkauf in Italien:

1. Informieren Sie sich vorab über die Region und die dortigen Preisspiegel. Italien ist kein "Billigland", weder was den Kaufpreis noch was die Umbaukosten angeht.

2. Kalkulieren Sie objektiv Ihre finanziellen Möglichkeiten und belasten Sie sich nicht mit einem zu großen Objekt, das Sie am Ende nicht bezahlen können. Bei nur zeitweiliger Nutzung lassen sich die laufenden Kosten erfahrungsgemäß sehr gut durch Vermietung reduzieren.

3. Geben Sie Maklern den Vorzug, die bei einer italienischen Handelskammer zugelassen sind. Dort unterliegen sie strengen Richtlinien und müssen sich versichern.

4. Veröffentlichte Immobilienangebote spiegeln immer nur einen Teil der Realität wider – und manchmal wird leider auch getäuscht. Kaufen Sie deshalb auf keinen Fall eine Immobilie, die Sie nur vom Foto kennen, und informieren Sie sich vor einer Besichtigungsreise ausführlich.

5. Einigen Regionen Italiens stehen sehr viele renovierungsbedürftige Objekte zum Verkauf. Als Faustregel gilt hier: Kalkulieren Sie für die Renovierung noch einmal 100 Prozent des Kaufpreises ein.

6. Ein Vorvertrag ist auch in Italien üblich. Bestehen Sie darauf, dass dieser direkt mit dem Verkäufer und nicht mit dem Vermittler geschlossen wird. Das schützt Sie gegebenenfalls vor hohen Preisaufschlägen.

7. Im Vorvertrag sollte die "caparra confirmatoria" vereinbart sein. Das ist die Vertragsstrafe für den Fall, dass der Verkäufer den endgültigen Kaufvertrag nicht erfüllt.

8. Wenn man nicht nachweislich des italienischen mächtig ist, sollte bei Unsicherheiten ein professioneller Übersetzer engagiert werden. Spätestens bei den endgültigen Kaufverträgen ist dies unabdingbar.

9. Zahlungen (ausgenommen die Agenturprovision) sollten ausschließlich an den Eigentümer erfolgen.

10. Leider immer noch ein Thema, vor allem in Süditalien, sind Schwarzbauten. Bei einem entsprechenden Verdacht lässt man besser die Finger von der Immobilie.
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