Marktreport Ibiza: Die Insel brennt!

2015 - für Ibiza ein ganz starkes Jahr. Die Insel avancierte nicht nur zum Sommer-Hotspot des Mittelmeers, sondern erlebt auch eine neue Blüte des Immobilienmarkts
Gewiss – der Partysommer mit den Schönen und Reichen ist schon lange legendär. Und bekannt ist auch, dass der Immobilienmarkt Ibizas viel besser durch die Krisenjahre gekommen ist als alle anderen Regionen Spaniens. Doch was derzeit passiert, wirkt wie Freizeitkultur von einem anderen Stern. Ibiza hebt ab – mehr Luxus, immer neue Beach-Clubs und 3,5 Millionen Sommerbesucher, die das kleine Eiland an den Rand seiner Kapazitäten bringen.

Edel-Locations und deutlich höhere Übernachtungspreise zeigen die Richtung an. Die Platja d’en Bossa im Süden ist in kurzer Zeit vom Partyghetto für Drei-­Sterne-Touristen zum teuersten Strand Spaniens mutiert. Der Rave mit den besten DJs der Welt beginnt jetzt schon am Nachmittag. Etwa wenn der Franzose David Guetta den Poolbereich des Ushuaia Beach Hotels zum Dancefloor für ungewöhnlich viele Schönheiten macht. Später am Abend zieht es die Partyfans zum Pacha, ins Space oder ins Amnesia, die großen Tempel der House-Musik. Im Amnesia, wo von „21 h till late“ gefeiert wird, legte Hotelerbin Paris Hilton diesen Sommer zwei Monate lang auf. Sparsame Raver kommen so pro Nacht für Eintritt und Getränke mit ein paar Hundert Euro über die Runden. Wer es richtig krachen lässt oder sogar einen eigenen Tisch oder eine Chill-out-Liege braucht, ist schnell mit mehreren Tausend dabei.
Ibiza Marktreport
179 Wohnungen hat die Residenz Las Boas an der Marina Botafoch Quelle: Boas de Ibiza

Die Stars 2015

Und wie wohl nie zuvor gab es in diesem Jahr einen Sommer der Promis. Im Juli und August weist die Insel die höchste Dichte an Prominenten pro Quadratmeter in Europa auf. Man kann sie gar nicht alle aufzählen – die Fußballstars aus München, Madrid und Barcelona, die Musiker und Hollywood­größen sowie die italienischen Modezaren. Gelockt werden sie von einer sicheren ­Destination, deren Mix aus Naturlandschaften (mit 71 Stränden!), versteckten Buchten, Restaurants und eben dem speziellen Unterhaltungsangebot von Mai bis Oktober einfach Spaß macht.

Dieses Jahr präsentierte George Clooney auf Ibiza seinen Tequila. Leonardo DiCaprio, Sarah Jessica Parker, Eros Ramazzotti und Helene Fischer waren da. Vor der ­Küste ankerten die Superyachten der Modeschöpfer Giorgio Armani und Roberto ­Cavalli sowie des Besitzers des FC Chelsea, Roman Abramowitsch. Wohl nur im ­Cabaret-Restaurant Lío am Hafen von Ibiza-Stadt kann es passieren, dass sich – wie jetzt im August – die vom Modezar Valentino begleitete amerikanische ­Oscar-Preisträgerin Anne Hathaway beim Abendessen zu einem Spontanauftritt auf der Bühne hinreißen lässt, während der zufällig am Nebentisch sitzende Weltstar Shakira dazu applaudiert. Um im Lío auf Tuchfühlung mit der Prominenz zu gehen, sollte man schon Monate im Voraus einen Tisch reservieren und für das „Dinner for Two“ mindestens 800 Euro einplanen.

Höchste Preissteigerungen

Und auch bei der Besichtigung von Ibizas Immobilien atmet man viel Luxus. Wer Schnäppchen sucht, ist auf der falschen Insel. Ibiza verzeichnet derzeit die höchsten Preissteigerungen ganz Spaniens. „Der im letzten Jahr begonnene Marktaufschwung hat sich deutlich beschleunigt“, stellt Makler Stefan Koehler von Terrapartner fest. Nicht wenige verkaufswillige Besitzer haben die Preise jetzt um zehn bis 20 Prozent nach oben korrigiert. Besonders in Top­lagen steigen die Preise. Es sind vor allem liquide Privatkäufer, die hier investieren. Und das sind zu etwa 70 Prozent Ausländer. Engländer bilden die Mehrheit. Aber auch Deutsche, Franzosen, Italiener und Belgier lieben Ibizas Häuser. Nur das Geschäft mit den Russen spielt kaum noch eine Rolle.

Allerdings ist das Angebot begrenzt. ­Eine Vergleichsstudie des Berliner Center of Real Estate Studies zum Ferienimmobilienmarkt der Balearen zeigt, dass sich nur 15 Prozent der Angebote auf Ibiza befinden, während Mallorca mit 65 Prozent klar dominiert. Rund 50 Prozent der Ibiza-Objekte sind im Luxusbereich beziehungsweise im gehobenen Segment einzustufen. Nur im Westen um Sant Antoni dominieren Angebote im mittleren Segment. Auf der Nachbarinsel Formentera, die administrativ zu Ibiza gehört, sind bei Durchschnittspreisen von über 12.500 Euro pro Quadratmeter praktisch alle Objekte der Luxuskategorie zuzuordnen. Allerdings wird der Preis auf Formentera vor allem durch das extrem knappe Angebot – und weniger durch die Ausstattungsmerkmale – bestimmt. Auf Ibiza bewegen sich die Quadratmeterpreise meist zwischen 2.700 und 10.000 Euro.

Lagen & Preise

Ibiza Marktreport Karte
Trend zum Exklusiven und Schönen Quelle: BELLEVUE
In der Preiskategorie von 500.000 bis 1,2 Millionen Euro ist der Markt derzeit weitgehend leer gefegt. Häuser unter einer Million Euro sind zudem meist sanierungsbedürftig. Besser ist die Angebotslage ab 1,5 Millionen Euro. Wer ein Traumhaus mit Pool und Meerblick sucht, muss etwa 1,5 bis 1,8 Millionen Euro zahlen. Rar ist das Angebot an Baugrundstücken. Strenge Auflagen begrenzen die Bautätigkeit. Es ist zu erwarten, dass mit dem Linksbündnis, das seit Juni 2015 auf den Balearen regiert, die Baubestimmungen eher noch verschärft werden.

Das Hauptgeschäft für die Bauindustrie der Insel sind Sanierungen und Umbauten. Ein Beispiel ist das 7Pines, die Umwandlung eines 3-Sterne-Hotels zu einem 5-Ster­­ne-Luxus-Resort an der im Westen gelegenen Cala Conta durch Lindner Investment Management aus Düsseldorf. Hier kann man bei Preisen zwischen 249.000 und 2,5 Millionen Euro in Hotelapartments und Hotelvillen investieren. Eigentümer generieren Mieteinnahmen durch das Hotel und können ihr Objekt zeitweise selbst ­nutzen (www.7pines-ibiza.com).

Für Apartments und Wohnungen gilt die Faustregel: „Je dichter an Ibiza-Stadt, desto teurer.“ Besonders begehrt ist die ­Lage am Paseo Maritimo mit Preisen um die 10.000 Euro pro Quadratmeter. In der Dalt Vila liegen Wohnungen zwischen 250.000 und 300.000 Euro. An der Marina Botafoch müssen 600.000 bis 1,5 Millionen gezahlt werden. Höchstpreise in zweistelliger Millionenhöhe werden für ultramoderne Villen und stylish renovierte Fincas in den Toplagen des Südens und Südwestens verlangt, verrät der Ibiza–Marktreport 2015 von Engel & Völkers. Der Norden der Insel bleibt geprägt durch das ibizenkische Landleben. Richtig schöne Fincas und auch Villen kosten hier ab 2,5 Millionen Euro. Im Osten um Santa Eulalia gibt es Angebote in allen Preisklassen. So markieren hier Wohnungen mit zwei Schlafzimmern zu Preisen zwischen 200.000 und 350.000
Euro das unterste Segment des Zweitwohn-sitzmark­tes von Ibiza.
BELLEVUE Ausgabe 6/2015

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Dieser Artikel stammt aus dem BELLEVUE-Heft 05/2015.

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