Isla Curiosa

Vier Kilometer vor Santa Pola an Spaniens Costa Blanca liegt die kleine Insel Tabarca. Das winzige Eiland ist eine wahre Kuriosität
Mittelmeer für Puristen – als einzige bewohnte Insel der spanischen Region Valencia ist Tabarca nicht nur ein geografisches Kuriosum, sondern auch ein echter Geheimtipp für Immobilienkäufer. Es gibt hier weder Autos noch Bettenburgen oder Partymeilen. Alles scheint reduziert auf das Wesentliche: die salzige Brise, das kristallklare Wasser, die natürlichen Strände. Man grüsst sich und speist draußen in einfachen Restaurants. Das Ensemble historischer Bauten erinnert ein bisschen an ein Freilichtmuseum. Im Winter leben hier weniger als 60 Leute. Im Sommer gesellen sich ein paar hundert Tagestouristen dazu. Am Abend ist man – abgesehen von den Gästen der kleinen Hotels und Pensionen – wieder unter sich.
Isla Curiosa
Der Torre de San José aus dem Jahr 1790 war einst ein Wehrturm und Gefängnis Quelle: G. Paschen
Auf Tabarca hatte die Bauspekulation nie eine Chance, auch weil der Inselort San Pablo bereits vor 50 Jahren zum kunsthistorischen Nationaldenkmal erklärt worden war. Landwirtschaft macht auf den kargen Böden und wegen des fehlenden Süßwassers ebenfalls kaum Sinn. Seit 1986 ist die ganze Insel außerdem zu Wasser und auf dem Land in ein Meeresschutzgebiet umgewandelt worden. 

Wem es in dieses Refugium zieht, muss übers Meer. Für einen Flugplatz ist die flache 30-Hektar große Felseninsel, die rund vier Kilometer vor dem Kap von Santa Pola an der Costa Blanca liegt, ohnehin viel zu klein. Von Santa Polas benötigen Katamarane oder Boots-Taxis gut 20 Minuten bis zur sichelförmigen Hafenmole an der Nordseite Tabarcas. In den wärmeren Jahreszeiten wird die Insel auch von Alicante, Guardamar oder Benidorm angesteuert.
Isla Curiosa

Das Eiland

Tabarca liegt in Spaniens Region Valencia an der Costa Blanca. Die 1.800 Meter lange und 450 Meter breite Insel wird von der Stadt Alicante verwaltet
Auf dem 1.800 Meter langen Eiland läuft niemand Gefahr sich zu verlaufen. Links vom Hafen geht es in ein weites Grasland mit Dornengestrüpp und Feigenkakteen. Die einzigen Bauten sind auf dieser Seite sind ein Leuchtturm aus dem 19. Jahrhundert, der Friedhof und der über 200 Jahre alte Festungsturm San José, der sich wie der Rumpf einer Pyramide aus der Ebene erhebt. Wer sich vom Hafen westlich orientiert, geht direkt auf das Osttor des Ortes San Pablo zu.
Besiedlung und Baustruktur der Insel gehen auf das Ende der 18. Jahrhunderts zurück. Damals entschloss sich der spanische König Carlos III.  die Insel zur Abwehr von Piraten zu befestigen und hier eine Gruppe von 69 Familien aus Genua anzusiedeln, die aus der Sklaverei auf der Insel Tabarka in Tunesien befreit worden waren. „Nueva Tabarca“ lautet seitdem der offizielle Name des Eilands bei Alicante. Mit der Anlage des Ortes ist vom König der Festungsbauer Fernando Méndez de Ras beauftragt worden. Charakteristisch ist ein klares Straßensystem, das rechtwinklig um zwei Plätze angeordnet ist. Vorbild waren die Konzepte für spanische Städte in der Neuen Welt. Umgeben ist das Ensemble von einer Schutzmauer mit drei Toren. Tatsächlich sind damals nicht alle Arbeiten abgeschlossen worden. Und die Dinge gehen seitdem auf Tabarca nur langsam voran. Ein wirtschaftliches Erfolgsmodel war die Ansiedlung der Fischerfamilien nämlich ohnehin nie. Mit rund 1.000 Personen erreichte die Insel zum Beginn des 20. Jahrhunderts ihre höchste Einwohnerzahl.

Isla Curiosa
Wie eine Zeitreise wirkt der Gang durch die leeren Gassen der Altstadt Quelle: G. Paschen
Aktuell gibt es verschiedene Immobilieangebote, zu Liebhaberpreisen. Typische Dorfhäuser liegen zwischen etwa 200.000 und knapp 700.000 Euro. Das Topobjekt für 695.000 Euro umfasst 300 Quadratmeter Fläche, drei Schlafzimmer, drei Badezimmer und eine Terrasse. Für 210.000 gibt es 89 Quadratmeter mit zwei Schlafzimmern.
Besonders rar und teuer sind Bauparzellen. Hier werden Quadratmeterpreise von über 2.000 Euro verlangt. Beim Immobilienkauf auf Tabarca sollte man auf jeden Fall einen Anwalt zu Rate ziehen, weil es auch ein paar illegale Bauten gibt, denen der baldige Abriss droht.
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