Türkei: Der Immobilienmarkt am Bosporus

Der Türkei geht es wirtschaftlich blendend. Auch der Immobilienmarkt boomt – zumindest in den schönen Lagen

Die lykische Küste

James Bond war hier! Am Strand von Çali, einem Ortsteil von Fethiye an der türkischen Ägäis, stand Daniel Craig vor der Kamera! Für „Sky­fall“, den aktuellen Blockbuster der le­gen­dä­ren Filmreihe, und zusammen mit Bond-Girl Bérénice Marlohe. Die Szene war zwar kurz, verglichen mit den atemberaubenden Istanbul-Sequenzen zu Beginn des Streifens oder der Gangsterjagd auf den Viadukten der einstigen Bagdad-Bahn bei Adana. Doch in Fethiye sind sie mächtig stolz. Stolz darauf, dass „007“ nur Gutes zu sagen hatte über Fethiye, wo er während des Drehs wohnte, und über das Urlaubsland Türkei – in dem Fethiye und die lyki­sche Küste, die hier beginnt, noch vor gar nicht langer Zeit ein Geheimtipp waren.
  • "Blaue Reise" längs der Küste per Segelboot Quelle: Getty Images/D. Hanson
    Türkei: "Blaue Reise" längs der Küste per Segelboot (Foto: Getty Images/D. Hanson)
  • Gegenüber von Kas liegt die griechsiche Insel Kastellorizo Quelle: BELLEVUE/J. Bohmann
    Türkei: Gegenüber von Kas liegt die griechsiche Insel Kastellorizo (Foto: BELLEVUE/J. Bohmann)
  • Der Apollon-Tempel von Side an der türkischen Riviera Quelle: Fotolia
    Türkei: Der Apollon-Tempel von Side an der türkischen Riviera (Foto: Fotolia)
  • Aus dem Mittelalter stammt Alanyas Wahrzeichen, der „Rote Turm“ Quelle: Fotolia
    Türkei: Aus dem Mittelalter stammt Alanyas Wahrzeichen, der „Rote Turm“ (Foto: Fotolia)
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Häuser schon ab 100.000 Euro

Jedenfalls unter Deutschen. Die aber nun den Briten nachzufolgen scheinen, die in Kalkan, eine gute Autostunde weiter die türkische Mittelmeerküste hinauf, längst eine Hochburg haben. Zu­sammen mit Österreichern und Schweizern, gefolgt von Belgiern und Skandinaviern, seien Deutsche inzwischen die wich­tigste Klientel an dieser Küste, berichtet Kai Heiselmeier, der in Fethiye ein Engel & Völkers-Büro betreibt. „Die Hauspreise“, sagt er, „sind hier in den letzten drei Jahren um acht bis zehn Prozent gestiegen. Wir rechnen damit, dass es auch in den nächsten drei Jahren so bleiben wird.“ Noch aber seien die Preise günstig: In Fethiye selbst gibt es Häuser schon ab 100.000 Euro, bis hinauf zu einer Million.

Perlweißer Strand bei Kalkan

Teurer sind Kalkan und Kas (ab 250.000 bis zwei Millionen Euro) und Göçek mit seiner noblen Marina, eine halbe Stunde westlich. Doch vor allem in Kalkan, so Hei­­­selmeier, seien gute Renditen mit der Vermietung zu erzielen (bis zu 22 Wochen im Jahr), denn die Attraktivität dieses von der Natur verwöhnten Küstenabschnitts ­ha­be sich herumgesprochen. Wohl wahr: Die Ausgabe des Reisemagazins GEO Saison vo April 2013 zierte wohl nicht von ungefähr ein Foto einer türkisblauen Bucht samt perlweißem Strand bei Kalkan.

Promistandort Bodrum

Solche PR braucht Bodrum, 240 Kilometer westlich von Fethiye gelegen, nicht mehr. Als „Saint-Tropez der Ägäis“ sehen sie sich dort, und die Liste der Celebritys, die in Bodrum schon zu Gast war, bestätigt es: Rihanna, Beyoncé, Norah Jones, Pamela Anderson, Tom Hanks … und Claudia Roth: Sie kaufte vor drei Jahren ein Ferien­haus am Hang über der Stadt. Und Eva Herzigová eröffnete im letzten Sommer einen „Billionaire Club“ von Flavio Briatore: In der Yalikavak Palmarina, dem wohl exklusivsten Platz der Bodrum-Halbinsel, hat der Formel-1-Mogul damit seinen fünften Club – nach Sardinien, Monaco, Marbella und … Istanbul. Willkommen, Türkei, in der Luxus-Liga!

In ihr spielt Bodrum jedenfalls bereits mit: Für die exklusivsten Immobilien am Wasser, so berichten die Makler, seien die Preise 2012 um bis zu 20 Prozent gestiegen – im Gegensatz zu den B-Lagen, die eher stagnierten. Gesucht sind große Villen mit Privat­grundstück, ab 1,5 Millionen Euro aufwärts. Und wenn das Geld keine Rolle mehr spielt, gern auch mit All-inclusive-Service: „The Residences at Mandarin Ori­ental“ setzen die Maßstäbe dafür. Und der Briatore-Klientel gefällt’s.

Die türkische Riviera

Doch gemach, es geht auch günstiger. Neubau-Apartments findet man auch in Bodrum noch ab 100.000 Euro. Und in Didim, eineinhalb Stunden die Küste hi­nauf, oder in Kuadası, noch einmal eine gute Stunde weiter, bietet Ernst-Erich Klöckner von Altinkum Immobilien hübsche Natursteinvillen schon für 150.000 Euro an. Der Vorteil dieser Region, so Klöck­­ner, sei, dass es noch freies Bauland gebe – auch für Hotels und touristische Großprojekte. Zwei Golfplätze zum Beispiel sind geplant; der erste wird schon dieses Jahr fertig werden.

In Belek, und damit hinüber an die Türkische Riviera, haben sie derer fünfzehn! Eine halbe Stunde vom Airport Alanya ent­fernt können sich die Fans der weißen Kugel also austoben wie kaum irgendwo in Europa. Wer eher auf Kultur steht, be­sucht die antiken Stätten von Perge, Aspen­dos oder Side. In Letzterem, wo die Ruinen des Apollon-Tempels malerisch über dem Meer stehen, findet man zudem ein Immo­bi­lienangebot vor, das mittlerweile ein beeindruckendes Niveau erreicht hat: Designer-Apartments mit schickem Wellness-Touch sind der aktuelle Trend.

Von Izmir bis Alanya: 1.200 Kilometer Sonnenküste

Der Türkei-Tourismus boomt. Mit über fünf Millionen Gästen stehen die Deutschen an erster Stelle. Beliebtestes Ziel ist Antalya mit der Türkischen Riviera. Dort gibt es ach den größten Immobilienmarkt

Türkei Landkarte

Auf dem Sprung: Die Türkei ist fast zweieinhalb Mal so groß wie Deutschland – und überzeugt zurzeit mit satten Wachstumsraten. Der Immobilienmarkt profitiert davon: Im Landesdurchschnitt stiegen die Hauspreise 2012 um zwölf Prozent gegenüber dem Vorjahr

Wohnungen ab 30.000 Euro>

Zu immer noch günstigen Preisen – was auch, last but not least, für Alanya gilt; die bekannte Hochburg der Deutschen. Ab 30.000 Euro, so Seyda Güngör von Home Investment, finde man Wohnungen, ab 125.000 Euro eine Villa in guter Qualität. Und wie ihre Mitbewerberin Seyhan Ara­baci von Al-Active Immobilien weist sie da­rauf hin, dass Alanya für den türkischen Ferien­immobilienmarkt eine Pionierrolle gespielt habe – vor allem dank deutscher Käuf­er. Von über 21.000 Ausländern, ergänzt Arabaci, die in Alanya im Grundbuch stehen, seien laut offizieller Statistik 4.665 Deutsche (und übrigens 1.420 Schweizer). Eine deutsche Kolonie ist es deshalb aber nicht. Auch Norweger, Belgier, Russen und Engländer haben Alanya entdeckt. Und es so multikulturell gemacht, wie es die moderne Türkei zu werden verspricht.
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