Ratgeber: Tipps und Tricks zum Hauskauf in der Türkei

"Tapu" heißt übersetzt "Grundbucheintrag". Ohne ihn geht beim Haus- und Wohnungskauf in der Türkei gar nichts
Bodrum, Antalya, Alanya ,Fethiye - es ist noch gar nicht so lange her, da waren diese Orte nur eingefleischten Türkkeifans bekannt. Mittlerweile hat sich das Land nicht nur zu einem Tourismusmagneten entwickelt, auch Haus- udnd Wohnungskäufer finden hier attraktive Angebote - wenn sie einige Regeln beachten.

Zahlen & Fakten

Fläche: 779.452 km2, Bevölkerung: 66,23 Millionen; Staatsform: parlamentarische Republik; Hauptstadt: Ankara (3,2 Millionen Einwohner), größte Stadt: Istanbul (9,7 Millionen, Großraum 13 Millionen Einwohner)
Hauskauf in der Türkei: Tipps und Regeln
Tipps zum Immobilienerwerb in der Türkei Quelle: Shutterstock

Wer darf kaufen?

Die Türkei hat mit 87 Ländern Gegenseitigkeitsabkommen über den Immobilienerwerb geschlossen, darunter alle Länder Europas.

Regionen & Preise

Grundsätzlich liegen alle in Frage kommenden Standorte längs der Küste. Im Westen ist dies die Ägäisküste von Kuşadası (südlich von Izmir) bis Bodrum und weiter bis Marmaris und Dalaman/Fethiye, im Süden ist die Türkische Riviera von Kemer über Antalya bis Alanya begehrt. Dort ist das Klima wärmer und trockener als im Westen. Schöne Häuser mit ca. 120 m2 Wohnfläche gibt es ohne Grundstück zu Preisen ab 80.000, Wohnungen zu Preisen ab 30.000 Euro. Teurer ist es in Bodrum; exklusiv sind aber auch einzelne Orte an der Küste von Marmaris bis Kemer.

Kaufkosten

Kaufnebenkosten
Beim Grundbuchamt müssen 3 % des Immobilienwerts als einmalige Gebühr abgeführt werden. Wenn nicht anders vereinbart, teilen sich Käufer und Verkäufer diese Summe. Die Grunderwerbsteuer beträgt 0,3 %; dazu kommen ca. 50 Euro Verwaltungsgebühren und 50 Euro Dolmetscherhonorar. Die Maklercourtage von 10  % wird in der Regel zwischen Käufer und Verkäufer geteilt. Die jährliche Grundsteuer liegt bei ca. 0,1  % des eingetragenen Werts.

Laufende Kosten
Die Betriebskosten (Strom, Wasser etc.) sind in der Türkei sehr niedrig.

Acht goldene Regeln zum Immobilienkauf in der Türkei

1. Kauf und Verkauf von Immobilien sind in der Türkei dem Grundbuchamt übertragen. Erst dort findet die offizielle Verkaufshandlung statt, nicht in Vorverhandlungen bei Maklern, Bauträgern, Privatverkäufern. Ein Eigentumsübertrag findet nie bei einem Notar statt, der, anders als in Deutschland, auch gar nicht zu solchen Kaufhandlungen berechtigt ist.

2. Alle Vorverträge (auch „notariell beglaubigte Immobilienkaufverträge“) sind nur ein unverbindliches Kaufversprechen zwischen Verkäufer und Käufer. Zwar sollte ein Vorvertrag immer als Vormerkung im Grundbuch eingetragen werden, bietet aber keine hundertprozentige Sicherheit vor finanziellem Verlust. Der Verkäufer ist nämlich mit der Vormerkung im Grundbuch gesetzlich nicht verpflichtet, die Immobilie auf den Käufer zu übertragen. Sicherheit gibt nur die Aushändigung des tapu.

3. Zahlen Sie deshalb nicht mehr als die vereinbarte Anzahlung, solange die tapu-Übertragung noch nicht erfolgt ist.

4. Verlangen Sie für Bestandsimmobilien ein lupenreines tapu und lassen Sie prüfen, ob der Eintrag korrekt sowie schulden- und lastenfrei ist. Lassen Sie sich dabei vom Anwalt beraten, nicht von einem Notar.

5. Ausländer können nur in den Gebieten, für die es einen städtischen Bebauungsplan gibt, Immobilieneigentum und Nutzungsrechte erwerben.  In Schutzzonen (zum Beispiel militärischen Sperrgebieten) dürfen sie keine Immobilien erwerben.

6. Bei der Verkaufshandlung im tapu-Amt ist die Anwesenheit des Beamten, des Käufers und des Verkäufers gesetzlich vorgeschrieben.

7. Kaufvertrag und tapu werden in türkischer Sprache abgefasst. Nur von vereidigten Übersetzern übersetzte und von Notaren beglaubigte Urkunden sind rechtskräftig.

8. Unbedingt beachten: Ein Makler in der Türkei benötigt ein Büro von mindestens 60 Quadratmetern Größe und muss eine Lizenz besitzen. Daher nie auf Angebote von Handy-Maklern oder Ähnliches eingehen!
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