Hamburg: Ein Passivhaus im Gründerzeitstil

Historisch, energieeffizient und ökologisch – das passt zusammen. Den Beweis dafür liefert Haus Winter im Hamburger Stadtteil Eimsbüttel
Es ist der erste Neubau dieser Art: ein Passivhaus im Baustil der Gründerzeit. Haus Winter, benannt nach dem Bauherren und Eigentümer Dr. Georg Winter, ist ein Wohn- und Geschäftsgebäude im Hamburger Stadtteil Eimsbüttel, welches sich nicht nur der gründerzeitlichen Architektur des Quartiers anpasst, sondern auch den Vorgaben des Passivhausstandards entspricht.
  • Außen historisch, innen modern: das Passivhaus mit Gründerzeitfassade Quelle: Joern Hustedt
    Neuer Altbau: Passivhaus im Gründerzeitsteil in HH-Eimsbüttel
  • Wer nicht in den vierten Stock gehen möchte, nimmt den gläsernen Aufzug Quelle: Joern Hustedt
    Wer nicht in den vierten Stock gehen möchte, nimmt den gläsernen Aufzug
  • Die Wohneinheiten sind hell und offen gestaltet Quelle: Joern Hustedt
    Die Wohneinheiten sind hell und offen gestaltet
  • Die Stahlbalkone wurden mit Ankern befestigt Quelle: Joern Hustedt
    Die Stahlbalkone wurden mit Ankern befestigt
  • Die Tiefgarage bietet 24 Stellplätze Quelle: Joern Hustedt
    Die Tiefgarage bietet 24 Stellplätze
  • Im Keller steht der Warmwasserspeicher für die solare Energie Quelle: Joern Hustedt
    Im Keller steht der Warmwasserspeicher für die solare Energie
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Heizkosten von 10 Euro im Monat für 100 Quadratmeter

Danach dürfen Passivhäuser einen Heizwärmebedarf von 15 Kilowattstunden pro Quadratmeter in einem Jahr nicht übersteigen. Umgerechnet bedeutet das, dass eine 100 Quadratmeter große Wohnung in diesem Haus bei optimalem Nutzerverhalten lediglich Heizkosten von zehn Euro im Monat verursacht.

Ein Gebäude zu schaffen, das ökologischen und energieeffi­zienten Standards entspricht und sich gleichzeitig in die historische Baustruktur der Nachbarschaft einfügt, stellte Winter und seinen Architekten Jakob Siemonsen vor einige Herausforderungen. Auf der einen Seite sollte so viel Wärme wie möglich in dem viergeschossigen Haus gehalten und gespeichert werden, auf der anderen Seite verlangte der gründerzeitliche Stil hohe Decken, große Fenster und schmuckvolle Balkonsimse.

Moderne Dämmung trifft auf traditionelle Bauelemente

So wurde zunächst eine Gebäu­dehülle aus Kalksandstein mit 20-Zentimeter-Stahlbetondecken und 28 Zentimeter dicker Dämmung konstruiert und die Fassade mineralisch verputzt. Nach historischem Vorbild wurde dann die Außenfassade mit traditionellen Elementen wie Gurt, Bossen und Traufgesimsen verziert. Die tiefen Sprossenfenster sind dreifach verglast und bestehen aus weißem Accoya-Vollholz – ein heimisches Pappelholz, welches als sehr dämmend gilt.

Auch auf Balkone – wie in „kaiserlichen“ Zeiten – wollten Winter und Architekt Jakob Siemonsen nicht verzichten. Um Wärmebrücken zu vermeiden, wurden die stählernen Balkonanlagen mit Stahlankern an dem Gebäude befestigt. Die Solaranlagen auf dem Dach sollen dafür sorgen, dass 20 Prozent der Energie für den Warmwasserbedarf im Haus Winter von der Sonne geliefert werden. Die reinen Baukosten werden mit ca. 3.000 Euro je Quadratmeter beziffert.

Eine Architektur der Geborgenheit

Energieeffizienz und Architektur sind für Winter zwei wichtige Faktoren, damit sich die Bewohner in dem Mehrfamilienhaus wohlfühlen: „Ich persönlich sehe es als das Hauptziel der Architektur des neuen Wohn- und Bürohauses an, dass die Bewohner und Besucher in ihm das Gefühl der Geborgenheit erleben.“

So sind die acht Wohnungen und zwei Gewerbeeinheiten im Haus Winter großzügig angelegt und hell gehalten. Neben einer Terrasse oder einem Balkon und einem Kellerraum verfügt jede Wohnung außerdem über eine Belüftungsanlage mit einem Wärmerückgewinnungssystem.

Kurzexposé

Haus Winter in der Wiesenstraße 7 in Hamburg
Zwei Gewerbe- und acht Wohneinheiten von ca. 78 m2 bis ca. 130 m2 Wohnfläche
Mietpreise netto 18,60 Euro/m2
Kontakt Haus der Zukunft, Gesa Heinrich, Tel. (040) 49 07 12 04 oder Architekturbüro Siemonsen unter www.siemonsenarchitektur.de
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