Spanien: Steuer-Erhöhung auf Immobiliengewinne

Ab 2015 wird die Steuer auf Immobiliengewinne erhöht - schnelles Handeln kann geboten sein
Der spanische Gesetzgeber hat in seiner geplanten umgreifenden Steuerreform, die ab 2015 greifen soll, eine erhebliche Erhöhung der Steuern auf Immobiliengewinne vorgesehen. Schnelles Handeln vor Jahresende 2014 ist geboten, wenn man Steuern sparen möchte.
Steuererhöhung Immobiliengewinne
Ab 2015 wird in Spanien die Steuer auf Immobiliengewinne erhöht Quelle: Fotolia
Die sogenannten Aktualisierungskoeffizienten, die den Anschaffungswert der Immobilie unter Berücksichtigung der Inflation erhöhten und somit den steuerpflichtigen Gewinn aus der Differenz zwischen Verkaufspreis und Anschaffungskosten reduzierte, sollen ab 2015 nicht mehr angewandt werden. Spielt man mit dem Gedanken, die Immobilie zu verkaufen, so führt ein schnelles Handeln vor Jahresende zu einer hohen Steuerersparnis.
Insbesondere für Immobilieneigentümer, die ihre Immobilie vor 1995 erworben haben, kann ein Verkauf im nächsten Jahr dazu führen, dass Sie im Vergleich zur steuerlichen Behandlung in 2014 einen mehrfachen Steuerbetrag zahlen müssen. Ab 2015 soll auch der sogenannte coeficiente de abatimiento (Reduktions-Koeffizient) abgeschafft werden.

Die Beispielsrechnung

Eine einfache Beispielsrechnung veranschaulicht den Schock, den ein Verkäufer in 2015 erfahren wird. Erwarb er eine Immobilie zu einem Preis von 100.000 € in 1984 und hat diese Immobilie 2014 einen Wert von 632.000 €, so muss er unter Berücksichtigung des Aktualisierungs- und Reduktionskoeffizienten lediglich auf einen Gewinn von 150.000 Euro Steuern bezahlen. Die Steuerlast würde sich in 2014 nur auf € 41.000 belaufen. Verkauft er aber erst im Januar 2015 oder später, so beträgt die Steuerlast nach der neuen Berechnung sage und schreibe € 120.000, den dreifachen Betrag.
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Wieder einmal zeigt sich, dass die von der Regierung als Steuerersparnis angepriesene Steuerreform eine Mogelpackung darstellt. Es wird verschwiegen, dass es de facto zu keiner Nettoentlastung kommen wird, sondern nur in Einzelfällen Steuererleichterungen eintreten, die durch Erhöhungen auf einem andern Gebiet wieder ausgeglichen werden. Aufgrund der desolaten Finanzlage der öffentlichen Hand ist eine Reduzierung des Gesamtsteueraufkommens sowieso eher eine Utopie.