Deutschland: Penthouses und Luxuswohnungen

Die Quadratmeterpreise für Top-Apartments haben in den deutschen Metropolen die 20.000-Euro-Marke erreicht. Was bekommt man für so viel Geld?
Ganz oben in Deutschland hat sich ­einiges verändert in den letzten Jahren. Die Preise für Spitzenimmobilien in Spitzenlagen sind durch die Decke gegangen. In Berlin und Hamburg werden für neue Penthouses mittlerweile Quadratmeterpreise von 15.000 bis 20.000 Euro aufgerufen, aus München wurde sogar ein neuer Rekordwert von über 20.000 Euro vermeldet. Aber auch neue Luxuswohnungen ohne Dachterrasse werden schon zu fünfstelligen Quadratmeterpreisen gehandelt.
Das Sapphire in Berlin
Das „Sapphire“ in Berlin (unverb. Visualisierung) Quelle: Ziegert Bank-/Immobiliencons. GmbH/Studio Daniel Libeskind

Die typischen Käufergruppen

Wer sind diese Käufer, wer gibt so viel Geld fürs Wohnen aus? Anita Gärtner, Geschäftsführerin bei Sotheby’s Realty in Berlin ­beschreibt zwei typische Käufergruppen: „Den oft schon etwas älteren Kunden aus Deutschland geht es um Lebens­qualität. Sie wollen einfach ein Domizil in Bestlage ihrer Lieblingsmetropole.“ Oft sind es ­Unternehmer, die ihre Firma vererbt und sich von Haus mit Garten getrennt haben und jetzt ihren Ruhestand und ihre neue Reisefreiheit genießen wollen.

Stark vertreten sind besonders in Berlin, Hamburg und München internationale Investoren. Anita Gärtner: „Die Interessenten stammen aus Moskau und Madrid, aus Schanghai und Zürich und sind teilweise noch viel höhere Preise gewohnt. Vielerorts gilt Berlin immer noch als günstigste Hauptstadt der Welt.“

Gefragt sind Hospitality-Konzepte

Diese Meinung kann Dr. Andreas Steinbauer nur bestätigen. Die Peach Property Group, in der Steinbauer für Sales und Marketing verantwortlich ist, hat ihren Stammsitz in Zürich: „Dort werden Top­lagen mittlerweile für 35.000 Euro und mehr gehandelt!“ Steinbauer betreut diverse Neubauprojekte in Deutschland und sieht attraktive Renditechancen derzeit besonders in neuen, innovativen Wohnkonzepten wie zum Beispiel City-Suites. Das sind komfortabel und komplett ausgestattete, kleine Wohneinheiten in sehr guten Lagen mit Concierge-Service, Fitnessraum, Schwimmbad, Lounge. „Die Community muss stimmen“, fasst Steinbauer die Philosophie seiner Projekte zusammen. Ähnliche Hospitality-Konzepte verzeichnen in London, den USA und zum Beispiel Dubai große Erfolge.

Hochwertige Immobilien in sehr guten Lagen der deutschen Metropolen verzeichnen Preiszuwächse zwischen zehn und zwanzig Prozent pro Jahr. Wie lange geht das noch so weiter? Wann wird der Boom zur Blase? Eine herkömmliche Renditerechnung geht im Luxusbereich schon jetzt kaum mehr auf. Jahrzehntelang galt die konservative Faustregel: Eine ordentliche Immobilie bringt eine Mietrendite von drei Prozent. Müssen wir uns von dieser Formel verabschieden?
UNVERBINDLICHE VISUALISIERUNG: Die ZIEGERT/Bank- und Immobilienconsulting GmbH/Studio Daniel Libeskind

Das „Sapphire“ in Berlin

Beste Lage, exzellente Verarbeitung, hochwertige Ausstattung, überraschende Details – im Luxussegment muss alles stimmen. Verkaufsfördernd ist auch noch ein großer Name, wie zum Beispiel beim „Sapphire“ in Berlin, entworfen von Stararchitekt Daniel Libeskind.

In der Chausseestraße im Berliner Bezirk Mitte hat er sein erstes Wohnhaus in Deutschland gestaltet, nur wenige Meter vom ehemaligen Mauerverlauf entfernt. „Sapphire“ zeigt die für Libeskinds Architektur typischen Ecken und Kanten, so dass der Baukörper an einen geschliffenen Edelstein erinnert.

Die Fertigstellung des 73 Wohnungen umfassenden Vorhabens ist für Ende 2016 geplant. Mit dem Vertrieb der 2-bis 4-Zimmer-Wohnungen zwischen 36 und 169 Quadratmetern wurde die Zieger Bank- und Immobilienconsulting GmbH beauftragt.

Unverbindliche Visualisierungen/Die ZIEGERT/Bank- und Immobilienconsulting GmbH/Studio Daniel Libeskind

Rendite durch Wertzuwachs

„Ja, jedenfalls auf den ersten Blick“, sagt Jürgen Schorn, Geschäftsführer Marketing beim Münchner Projektentwickler Bauwerk Capital. Dennoch bleibt für ihn eine hochwertige Immobilie die beste und vor allem stabilste Geldanlage: „In Zeiten, in denen Banken sogar darüber nachdenken, Strafzinsen für das deponierte Geld zu verlangen, müssen wir uns wohl mit Immobilienrenditen mit einer Eins vor dem Komma anfreunden. Wobei Investoren nicht vergessen sollten: Es gibt neben der laufenden Rendite ja auch noch die steuerliche Rendite und die so genannte stille Rendite – den Wertzuwachs.“ Schorn sieht die Bauwerk Capital nicht als herkömmlichen Developer, sondern eher als „Produkt-Schmiede“. Wer in dem Luxussegment mitspielen will, muss ­perfekte Qualität und ein durchdachtes Gesamtkonzept bieten.

So sieht das perfekte Konzept aus

Wie sieht so ein perfektes Konzept aus? Was muss eine Wohnung für 20.000 Euro und mehr pro Quadratmeter bieten? ­Detlev Freiherr von Wangenheim, Vorstand des renommierten Münchner Maklerunterneh­mens Duken & v. Wangenheim, nennt die wichtigsten Eckpunkte: „Pflicht sind ­natürlich 1a-Lage, zentral und doch ruhig, schöner Blick ins Grüne. Penthouse mit uneinsehbarer und großzügiger Dach­terrasse, Architektur sowohl modern als auch klassisch, großzügige Raumplanung, hell, große Fensterflächen, trotzdem Platz für Kunst, mindestens drei Meter hohe Decken, offener Wohn-Ess-Koch-Bereich – nur noch 30 Prozent wünschen eine separate Küche –, zwei Schlafzimmer, jeweils mit Ankleidezimmer undBad, Parkett und Naturstein, bestes Schreinerhandwerk, Markenarmatu­ren, BUS-System, mindestens zwei XL-Parkplätze in der Tiefgarage, Lift direkt in die Wohnung. Am liebsten ist es uns, wenn der Käufer schon bei der Planung dabei ist.“
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