Insel Rügen: Neue Ferienwohnungen in Binz

Der Riesen-Komplex Binz-Prora ist ein Sorgenkind der Strukturplaner. Zwei Berliner Investoren wagen jetzt den Bau von Ferienwohnungen – und hoffen auf eine Signalwirkung
Neue Ferienwohnungen in Binz
Meersinfonie: Balkone und ein weißer Anstrich sollen dem Häuserblock Urlaubs-Optik geben. Quelle: Prora Haus Wismar GmbH & CO. KG
Es ist eine Titanen-Aufgabe – aber zwei Berliner Investoren glauben, dass sie sich ihr erfolgreich stellen können. Ort der Handlung ist Prora auf Rügen. Wer den gigantischen, knapp fünf Kilometer langen Häuser-Koloss je selbst gesehen hat, wird sich fragen: Was – außer einer Sprengung – könnte hier eine Lösung sein?

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Axel Bering, Vize-Landeschef der Berliner FDP und zugleich Inhaber der Bering Consulting GmbH, ist überzeugt, gemeinsam mit seinem Geschäftsführer Michael Jacobi die Antwort gefunden zu haben: Umbau. Im Juni 2012 kauften sie zehn Häuser des Blocks II und begannen wenig später mit den Bauarbeiten. Sie tauften das Projekt „Meersinfonie“. Einerseits wohl ein gewollter poetischer Gegenpol zur Massivität der Häuserfront, aber auch ein Leistungsversprechen: Hier sollen Ferienwohnungen im gehobenen Standard entstehen, die eher Assoziationen an eine Sinfonie als an Marschmusik wecken. Letztere steht für die Geschichte des Prora-Komplexes. Die Nationalsozialisten wollten hier 20.000 „Kraft durch Freude“-Urlauber (KdF) hinschicken. Doch bevor der Gigantenbau fertig war, stoppte ihn der Zweite Weltkrieg.
Prora-Rügen Landkarte

Prora

ist ein Seebad auf Rügen, das als Ortsteil zu Binz gehört. Der Bau in erster Strandlage wird gern auch als "Koloss von Prora" bezeichnet
Später sonnten sich hochrangige Soldaten der Nationalen Volksarmee der DDR am Traumstrand, der nur knapp 150 Meter entfernt von den Prora-Hochhäusern liegt. Für Zivilisten war der  Zutritt verboten. Nach der Wende kam die Bundeswehr – und ging schnell wieder. Rund 4,5 Millionen Euro haben die Investoren nach eigenen Angaben in das erste Haus investiert. Sein Name kommt auch aus dem obersten Regal: „Aurum“, lateinisch für „Gold“. 20 der 29 Apartments seien bereits an Kapitalinvestoren und Privatpersonen verkauft, versichern die Berliner Bauherren. Im Herbst 2013 soll Übergabe sein, daran anschließend sei der Start der Bauarbeiten für das nächste Haus geplant: „Verano“. Der Name ist wohl eine Reminiszenz an die Balkone, die der Fassade Ferien-Optik und den Bewohnern laue Sommerabende mit Meerblick an der Ostseefreiluft bieten sollen.

Die Investoren hoffen auf eine Signalwirkung ihres Projekts – und die wäre wünschenswert, denn noch kontrastiert eine, sagen wir, eher bunte Nachbarschafts-Kakophonie die Meersinfonie. Sicher ist allerdings, dass „KdF“-Nostalgiker hier nicht einziehen. Der Kaufvertrag regelt es eindeutig: Rechte? Links liegen lassen!
Kurzexposé

Objekt 29 Wohnungen von 43 bis 99 m2, davon 26 mit Seeblick und Terrasse/Balkon, Parkett, Fußbodenheizung
Preise 22.570 bis 287.980 Euro
KontaktProra Haus Wismar GmbH & CO. KG, Tel.: (030) 39 80 53 52, www.binzprora.de

Haus

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