Costa Rica: An der "reichen Küste"

Traumstrände, Regenwälder, exotische Natur - und Menschen, die freundlich und unkompliziert sind: Traumziel Costa Rica
Zwischen Pazifik und Karibik sowie Nicaragua und Panama liegt die „Schweiz Mittelamerikas“: Costa Rica gilt als Mittelamerikas fortschrittlichstes Land. Es ist poli­tisch und wirtschaftlich stabil, ver­­fügt über faszinierende Naturlandschaften, die von sanftem Öko- statt Massentourismus erschlossen werden – und über attraktive Voraussetzungen für Investments im Immobiliensektor. Lothar Kahl, seit 22 Jahren Makler in Costa Rica und Autor des Investitions- und Immobilienratgeber Costa Rica (3. Auflage, 2007, 52,50 Euro), erläutert im Interview, was das Besondere an dem kleinen Land ist.
Herr Kahl, warum sollte man als ­Deutscher in Costa Rica eine Immobilie kaufen?

Lothar Kahl: Weil es nicht nur politisch stabil, sondern auch mit Abstand das sicherste Land in Mittelameri­ka ist. Zudem hat es mit 3,7 Prozent in diesem Jahr ein gutes Wirtschaftswachstum, Rekordzahlen im Tourismus, einen starken Export – und mit die höchsten ausländischen Direktinvestitionen pro Kopf in Lateinamerika.
Interview Costa Rica
Der Turkan mit seinem Prachtschnabel ist in Costa Ricas Wäldern zu Hause Quelle: Fotolia/Eduardo Rivero
Die Krise 2008 ist am Land spurlos vorbeigegangen?

Nein, so kann man das nicht sagen. Es ist zwar keine Bank pleitegegangen, und es gab auch keine Massenentlassungen. Aber die Immobilienpreise sind schon gesunken, teilweise um bis zu 40 Prozent. Übrigens nicht nur wegen der Finanzkrise, es kam auch zu einer Preisblase, besonders in den beliebten Strandregionen. Viele Objekte, ähnlich wie in den USA, wurden auf Pump gekauft, doch mit dem Crash kam für viele das Aus. Die Banken sind nun wieder die alleinigen Eigentümer vieler Immobilien, die oft als Alterssitz oder Zweitresidenz gedacht waren.
Sind die Immobilienpreise immer noch unten?

Nein, sie haben sich auf einem realistischen Niveau mehr oder weniger eingependelt, sind aber immer noch attraktiv. Allerdings sind die Zeiten, in denen man ein Haus nach drei Monaten mit 50.000 Dollar Gewinn verkaufen konnte, längst vorbei.
Ein Beispiel: Was bekommt man für sein Geld?

Es gibt Fincas, Grundstücke, Apartments, Häuser oder Villen – je nach Lage zwischen 35.000 und 3,5 Millio­nen Dollar. Wir haben in allen Lan­desteilen Ange­bote. Am Pazifik, an Costa Ricas Goldküste, können Sie ein zweistöckiges Haus mit zwei Schlafzimmern, zwei Bädern, Terrasse mit Meerblick und 24-Stunden-Security in einer Wohnanlage für 300.000 Dollar pro­­blemlos kaufen. Eine zweisprachige Schule ist dort auch nicht weit, und der internationale Flughafen in Liberia ist eine Autostunde entfernt.
Interview Costa Rica

Der Interviewpartner

Lothar Kahl, Lothar Kahl Immobilien
Die Pazifikseite ist Costa Ricas Hotspot?

Die nördliche Pazifikküste und die südliche Zone. Die südliche Zone aufgrund der Fortschritte in der Infrastruktur. Die meisten gewerblichen Aktivitäten finden aber im Zentraltal und im Großraum San José statt.

Gibt es eigentlich Massentourismus in Costa Rica?

Nein, Bettenburgen à la Miami haben wir nicht – sicher auch ein Verdienst der Ökogruppen, die wegen jedem Baum, der gefällt werden soll, sofort zum Verfassungsgericht rennen. Aber auch der Tourismus­minister und die Gemeindeverwaltungen sind sehr daran interessiert, den „turismo comunitario“ zu fördern. Ziel ist, einen engen Kontakt zwischen Einheimischen und ausländischen Gästen herzustellen.
Klingt alles sehr positiv. Ein Paradies?

Ja, es hat sich einiges sehr positiv entwickelt, etwa in der Telekommunikation, bei Versicherungen, bei Schulen und Bildung, bei den privaten Krankenhäusern: Der Gesundheitstourismus boomt geradezu. Oder die Autobahn nach Caldera, auch wenn viele Straßen weiter in schlechtem Zustand sind. Und der Verwaltungsapparat ist oft sehr rückständig organisiert, mit langen Schlangen an Schaltern. Man muss dann eben einen oder mehrere Gänge zurückschalten … „Pura vida“ heißt das hier. Man kann sich aber immer mit jedem auf nette Weise unterhalten, denn unkompliziert sind sie, die „Ticos“ und „Ticas“.

Kann man denn als Ausländer Immobilien kaufen?

Ja, Ausländer können Immobilien frei erwerben, Ein­schränkungen gibt es nur in der direkten Meereszone. Aber wie überall gibt es gute und schlechte Objekte, gute und schlechte Makler, An­wälte, Notare. Wer neu im Land ist, sollte deshalb unbedingt einen guten, deutsch­sprachigen Anwalt zurate ziehen.

Würden Sie jetzt zum Kauf raten?

Costa Rica liegt im Aufwärtstrend, und es gibt erste Anzeichen, dass die Preise bald weiter anziehen werden. Im Luxusbereich sind sie sogar schon geklettert. Die High Net Worth Individuals haben entdeckt, dass das Luxussegment hier stetig wächst. Übrigens auch bei Luxusautos, Luxusmode, Luxus­hotels – alle hatten Wachstumskurven in den letzten Jahren. Deshalb glaube ich, dass man einen guten Zeitpunkt erwischt, wenn man jetzt hier investiert.
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Auch bei landwirtschaftlichen Objekten?

Auf jeden Fall, besonders bei Fincas als Aufforstungsprojekte. Nur an der Küste, in der maritimen Schutzzone von 200 Metern, da rate ich Ausländern eher ab. Da ist das Genehmigungsverfahren kompliziert.

Was ist Ihr liebster Ort in Costa Rica?
Ach, nach so vielen Jahren fühle ich mich überall wohl. Aber wenn ich mal viel Zeit habe und entspannen möchte, dann fahre ich nach Manuel Antonio, nach Playa Samara oder zu Freunden nach Atenas.

Und wann wird Costa Rica Fußball-Weltmeister?
Nein, dazu wird es nicht kommen. Das Viertelfinale in Brasilien war ja schon wie ein Wunder. Da haben wir hier „pura vida“ total erlebt!