Immobilien in Kanada: der wilde Westen

BELLEVUE-Weltreise: Natur, Skipisten und Vancouvers Großstadtkultur: British Columbia fasziniert durch seine Vielfalt – und ein attraktives Immobilienangebot
Das Fishguard Lighthouse in Victoria, der Hauptstadt von British Columbia Quelle: iStock/ferrantraite
British Columbia ist nicht nur Kanadas westlichste Provinz, sondern auch die attraktivste. Beeindruckend ist die geografische Vielfalt zwischen der Pazifikküste im Westen und den Rocky Mountains im Osten. Strände, Berge, Wäl­­der und idyllische Seen bieten zahlreiche Möglichkeiten für Outdoor-Aktivitäten. Nur 4,6 Millionen Men­schen, davon 2,5 Millionen im Groß­raum Vancouver, leben hier in einem Gebiet, das fast so groß ist wie Deutschland und Frankreich zusammen.

Über den Immobilienmarkt dieser Region sprachen wir mit dem Makler Konrad Schmid-Meil. Der gebürtige Bayer lebt in 100 Mile House innerhalb des Interior Plateaus. Er war Präsident der „BC Northern Commercial Council“, der Maklerkammer mit dem flächenmäßig größten Einzugsgebiet in ganz Nordamerika.

Warum sollte man gerade jetzt in British Columbia Immobilien kaufen?

Kanada ist ein sicherer Ort für Investitionen. Verschiedene Gebiete von British Columbia sind sehr attraktiv für Immobilienkäufe. Der Immobiliensektor ist einer der wichtigsten Wirtschaftsbereiche der Provinz. Es gibt Zonen, in denen es richtig boomt. Zurzeit vor ­allem in Whistler, im Großraum Vancouver und
in Smithers.

Wie ist die Entwicklung bei den Preisen?

British Columbia ist kein homogener Markt. Immerhin erstreckt sich die Provinz über ein Gebiet von mehr als 940.000 Quadratkilometern. Im Südwesten, im Großraum von Vancouver und im beliebten Wintersportort Whistler gibt es enorme Preissprünge nach oben. In Whistler liegen die Steigerungsraten bei bis zu 68 Prozent, in North Vancouver sind die Preise um 28 Prozent gestiegen.

Vancouver ist ein Verkäufermarkt, im Schnitt sind die Preise dort zwischen Juli 2014 bis Juli 2015 um 11,2 Prozent gestiegen. Sehr stabil sind die Preise auf Vancouver Island und bei der Hauptstadt Victoria. In diesen Boomzonen gibt es immer noch traumhafte Investmentmentmöglichkeiten, da eine Marktabschwächung nicht erkennbar ist.

Dagegen sind die Preise im Norden von BC seit drei bis fünf Jahren bestenfalls stabil, teilweise sogar rückläufig. In manchen Gegenden nördlich von Prince George sind Preisrückgänge bis zu 20 Prozent nicht ungewöhnlich. In Smithers und in Gegenden mit großen staatlichen Bauvorhaben im Norden sind allerdings Preiszuwächse zu erwarten. Sie werden aber eher kurzfristiger Natur sein. Insgesamt sind im Norden und im Interior Plateau wohl eher moderate Wachstumsraten zu erwarten

Was bekommt man für sein Geld?

Der Richtpreis für ein Einfamilienhaus in Vancouver lag im Juli bei über 1,1 Millionen kanadischen Dollar, für ein Apartment bei rund 400.000 Dollar. In den letzten zwölf Monaten sind im Raum Vancouver bei über 30.000 Verkäufen zwischen 65.000 und 16 Millionen Dollar gezahlt worden.

Auf Vancouver Island lag der höchste erzielte Preis dabei bei 4,5 Millionen Euro. Landwirtschaftliche Flächen in der Umgebung von Vancouver liegen bei 25.000 bis 50.000 Dollar pro Hektar, im Interior bei Williams Lake und Prince George sind es 2.000 bis 3.500 Dollar. Trotzdem kann man auch Ranches mit 500 Hektar für 500.000 bis 800.000 Dollar finden. Häuser oder ländliche Objekte kosten 200.000 bis 450.000 Dollar.

Spitzenobjekte am See mit etlichen Hektar Land sind ab 850.000 Dollar zu haben, Ranches je nach Lage mit 20 bis 500 Hektar für 450.000 bis 1,5 Millionen Dollar. Baugrundstücke in guter Lage am See kosten leicht mehrere 100.000 Dollar.
Konrad Schmid-Meil

Unser Experte für Kanada

Konrad Schmid-Meil ist Realtor bei der LandQuest Realty Corporation

Wie hat sich British Columbia entwickelt – auch im Vergleich zu anderen Provinzen Kanadas?

BC verzeichnet derzeit wirtschaftliche Wachstumsraten von 2,5 Prozent. Damit hebt sich die Region deutlich von einigen anderen Provinzen Kanadas ab, die durch den Ölpreisverfall und die Abhängigkeit vom Energiesektor in die Rezession geraten sind.

Der Großraum Vancouver ist bei Immobilien das teuerste Gebiet ganz Kanadas. Im Interior Plateau von BC gab es bei Seeufer-Grundstücken in den letzten 20 Jahren zunächst einen Preisanstieg von 20 bis 60 Prozent. In jüngster Zeit sind die Preise aber wieder um 25 Prozent gefallen.

Wo konzentriert sich der Tourismus?

Ganz klar liegt Vancouver an erster Stelle. Allerdings touren die meisten Deutschen mit dem Wohnmobil durch die ganze Provinz. Besonders interessant sind dabei der Skiort Whistler, das Seengebiet im Interior Plateau bei 100 Mile House oder Kelowna am Lake Okanagan sowie der Jasper Banff Nationalpark im Grenzgebiet zu Alberta.

Was und wo kaufen Ausländer bevorzugt?

Chinesen kaufen in Vancouver für jeden Preis eigentlich alles. Und auf dem Land sind große Ranches gefragt. Die deutschen Kunden lieben große, schöne Grundstücke am Seeufer oder große Ländereien.

Dürfen Ausländer alles kaufen, auch zum Beispiel landwirtschaftliche Flächen?

In British Columbia darf jeder Ausländer ­alles kaufen und besitzen.

Ist der Mietmarkt von Bedeutung?

Ja, in Vancouver, aber auf dem Land hat das Mieten nur eine geringe Bedeutung. Die Mieten entsprechen in der Regel den Kosten für ein Hausdarlehen, und es wird deshalb mehr gekauft als gemietet.

Woher stammen die ausländischen Käufer?

Besonders aus China und Indien. Aber auch aus Europa und dem Rest der Welt gibt es eine Nachfrage.
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