Ferienimmobilien in Deutschland: Exklusive Studie

Top-Regionen, Auslastung, Urlaubsvorlieben ... Exklusiv mit dem Vermittlungsportal Traum-Ferienwohnungen.de hat BELLEVUE eine umfangreiche Studie zum Markt der Ferienimmobilien erarbeitet – mit teils überraschenden Ergebnissen

Video: Mhoch4 GmbH & Co. KG/Die Fernsehagentur

Mehr als 50 Prozent suchen ein Domizil, in das sie ihren Hund mitnehmen können. In Cuxhaven suchen fünfmal so viele nach einer Ferienunterkunft wie in Wyk auf Föhr. Die beliebteste Insel heißt Rügen, gefolgt von Sylt und Norderney – aber die teuerste ist, nein, nicht Sylt, sondern Spiekeroog. Die höchste Auslastung hat die Bo­densee-Region. Und wer glaubte, der Fernseher oder die Wasch­maschine seien die wichtigsten „Musts“ der Ferienhausaus­stat­­tung, der sei belehrt: Platz eins dieses Rankings belegt heute das WLAN.

Mehr noch als in der Vorort-Begleitung der „schönsten Wochen des Jahres“ hat das Internet aber längst deren Vorbereitung erreicht: Ein Mietdomizil für die Ferien sucht und bucht man heutzutage fast ausschließlich im Netz. Riesige Datenbanken haben sich dafür etabliert. Eine von ihnen, das Portal www.traum-ferienwohnungen.de, ist unser Partner für die hier präsentierte Ana­lyse dieses Marktes.

Aus rund 47.500 Do­mizilen des Por­­tals hat BELLEVUE Hitlisten zu Topzielen, Prei­sen, Ver­weil­dau­­­ern etc. in den deutschen Urlaubsregionen ermittelt. Warum? Weil sie einen der mächtigsten Trends untermauern, den wir in der Immobilienszene in den letzten Jahren beobachtet und begleitet haben: den spektakulären Höhenflug, auf dem sich das Anlage­objekt Ferienhaus seit Jahren befindet. Die Zahlen zeigen die Dimen­sionen, die dieser Markt erreicht hat. Und sie belegen: Wer ein Objekt besitzt, das er an zahlende Gäste vermieten kann, bewegt sich in einem vielversprechenden Segment.

In der Regel zieht bei dem Begriff Nord-Süd-Gefälle der Norden den Kürzeren. Nicht so in Sachen Urlaubswünsche. Hier werden die nördlichen Bundesländer deutlich stärker nachgefragt.

Meer schlägt Berge
Mehr als 60 Prozent der Anfragen, die bei www.traum-ferienwohnungen.de im vergangenen Jahr eingingen, bezogen sich auf Ferienunterkünfte an der deutschen Küste bzw. auf die Inseln in Nord- und Ostsee. Dabei lagen für die rund 47.500 deutschen Unterkünfte, die über das Portal vermittelt werden, insgesamt fast 1,17 Millionen Anfragen vor.

Auch im gesamtdeutschen Vergleich der Top-Urlaubsregionen besetzt der Norden die vorderen Plätze. Dabei liegt die Ostsee an der Spitze vor der Nordsee.

Ostsee vor Nordsee
In der Gunst der Urlauber rangierte 2016 die Mecklenburgische Ostseeküste ganz vorn, gefolgt vom Ostfriesischen Festland, den Ostfriesischen und Nordfriesischen Inseln sowie der Lübecker Bucht.
Aus preislicher Sicht stellten sich die Ostfriesischen Inseln als teuerstes Pflaster heraus. Am günstigsten unter den Topregionen übernachtet man in der Eifel.

Bei einzelnen Orten belegt die Nordsee das gesamte Siegerpodest. Cuxhaven ist hier mit gewaltigem Abstand die beliebteste Destination.

Klassiker liegen vorn
Beliebt und günstig: Im Ranking der Top-Urlaubsorte liegt Cuxhaven an der Spitze – mit 63 Prozent mehr Anfragen als Norden-Norddeich auf Platz zwei. Dahinter folgt eine der beiden teuersten Adressen dieser Liste, Westerland. Bemerkenswert: Die Übernachtung in dem niedersächsischen Traditionsbad kostet nur etwas mehr als halb so viel (67 Euro) wie in Westerland (126 Euro) oder in Wenningstedt (128 Euro) auf der Insel Sylt.

Gelungener Ost-West-Mix im Eiland-Check. Beim Überblick aller 16 Meeresinseln Deutschlands liegt Rügen knapp vor Sylt.

Starkes Spitzenquartett
Rügen war 2016 die am meisten angefragte Insel. Betrachtet man die Top Ten jedoch genau, fällt auf, dass sich unter den ersten vier Inseln zwei Ostsee- und zwei Nordseeinseln befinden. Dabei fallen auf Rügen und Usedom exakt genauso viele Anfragen wie auf Sylt und Norderney (jeweils 34,2 Prozent). Mit anderen Worten: Über zwei Drittel möchten auf einer dieser Inseln den Urlaub verbringen.

Hier gewinnt eine Destination im Süden. Bei den individuellen Anfragen einzelner Objekte in den Top-Urlaubsregionen lag der Bodensee mit 256 angefragten Tagen deutlich an der Spitze.

Immer Meer
Auch wenn der Bodensee gar kein richtiges Meer ist, liegt er in der Summe der Anfragen deutlich vor den Küsten-Top-Adressen wie den Ostfriesischen oder Nordfriesischen Inseln. Die Statistik der angefragten Tage ist selbstverständlich nicht gleichbedeutend mit der tatsächlichen Auslastung. Sie zeigt jedoch mehr als deutlich die Tendenz, wo sich ein Ferienobjekt – je nach Kaufpreis – eher rentiert.

Das Internet ist auch im Urlaub für die meisten Interessenten unerlässlich.

Internet schlägt TV
Ob es die pure Vergnügungssucht ist oder der Beruf endgültig auch in den Urlaub Einzug gehalten hat, ist nicht klar. Fakt ist: Bei der Frage nach den wichtigsten Punkten der Ausstattung liegt das WLAN inzwischen deutlich vor dem Fernseher. Womöglich setzen dieses Gerät die meisten Interessenten auch voraus. Auf Platz drei folgt mit dem Geschirrspüler die Arbeitserleichterung – noch vor Terrasse oder Balkon.

Hundebesitzer sind eine Topklientel. Jede zweite Anfrage bestätigt das

Hund auf Platz 1
Die Anfragen nach der gewünschten ­Eignung des Urlaubsdomizils lieferten eine Überraschung: Nach der Hundefreundlichkeit des Wunschdomizils wurde viermal so häufig gefragt wie nach dessen Familientauglichkeit. Satte 53,2 Prozent der Anfragen bezogen sich auf den „besten Freund des Menschen“. Mögliche Erklärungen: Hotels sind meist weniger hundefreundlich – hier punktet also das Ferienhaus bzw. die Ferienwohnung. Und: Möglicherweise verreisen Hundebesitzer einfach häufiger innerhalb Deutschlands. Auffällig ist auch Platz zwei dieser Liste: Etwa jeder Sechste sucht ausdrücklich nach einem Nichtraucherhaus.

Zwar holt Bello auf, ganz so wichtig wie der Strand ist er (noch) nicht.

Hauptsache, Meer
Ein Domizil am Strand – davon träumen auch beim Urlaub in der Heimat noch die meisten. 35,5 Prozent aller Anfragen nach Ferienunterkünften hatten dieses Auswahlkriterium. Mit 16 Prozent deutlich weniger gefragt war der Meerblick. Wenn schon kein Strand, dann wenigstens der Blick – bedeutet das dann wohl. Übrigens spielt auch in dieser Statistik Bello wieder eine gewichtige Rolle. Über 20 Prozent der Anfragen bezogen sich darauf, den Urlaub mit dem eigenen Hund gemeinsam verbringen zu können. Da fallen z. B. die Anfragen nach Luxus-Unterkünften (6,6 Prozent) deutlich ab.

Sven Heinen

ist Mitglied der BELLEVUE-Redaktion.

Dr. Johannes Bohmann

ist Mitglied der BELLEVUE-Redaktion.