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Projekt

Luxus auf der Insel

 

Auf Félicité, einer der schönsten Inseln der Seychellen, entstehen Residenzen, deren Luxus jedem Betrachter den Atem raubt: ein Refugium für Superreiche

 

Michael Jud

Es soll ja Menschen geben, die über derart viel Geld verfügen, dass sie sich Gedanken machen müssen (und können), was sie damit anfangen sollen. Zu ihnen zählt sicher jener namhafte Russe, der gerade seine neue 170-Meter-Yacht „Eclipse“ von Hamburg aus auf Testfahrt schickte. Mal eben 800 Millionen Euro hat sie gekostet. „Für manchen“, pflegte man früher zu scherzen, „für manchen ist das alles, was er hat.“

Sollten Sie zu den sorgenfrei Begüterten gehören, hätten wir einen geradezu paradiesischen Anlagetipp: Eine (Englisch ausgesprochen) „residence“ auf der Privatinsel Félicité auf den Seychellen. Alles, was Sie zunächst dafür brauchen, sind mindestens 2,5 Millionen US-Dollar als Kaufpreis, den Kontakt zur zuständigen Firma Zil Pasyon und ein Flugticket. Nach zehn Stunden Nachtflug mit Air Seychelles von London oder Paris aus landet Ihre Boeing 707 dann frühmorgens auf dem Flughafen der Insel Mahé in Victoria, der Hauptstadt der Seychellen mit ihren knapp 86.000 Staatsbürgern auf den mehr als hundert weit verstreuten Inseln. Hier startet – mit Ihnen in der Hauptrolle – ein Film (Märchen? Abenteuer? Science Fiction?), wobei Sie die Regisseurin und den restlichen Stab erst später kennenlernen werden. Denn zunächst chauffiert man Sie zu Ihrem Fünf-Sterne-Resort an Mahés Küste, wo sich Ihr flugmüder Körper und Geist in Ruhe sammeln dürfen.

Mittags nehmen sich dann Jenni Beggs und ihr Ehemann Grahame von Zil Pasyon Ihrer an und sorgen dafür, dass es Ihnen ab sofort an nichts fehlt. Spätestens, wenn Sie in einen der zwei firmeneigenen Hubschrauber steigen, werden Sie sich vorkommen wie ein Staatsgast. Von Mahé geht der Flug vorbei an den Nachbarinseln Praslin und La Digue nach Félicité, die sich jetzt im Besitz von Grahame und Jenni, einem indischen Investor und einem ortsansässigen Nabob befindet. Bisher gehörte das 1,5 Kilometer lange und 500 Meter breite Eiland der Regierung und war mit einer Lodge bestückt, die nur Gästen von der Preisklasse Tony Blair oder Steffi Graf offenstand. Normale Sterbliche hatten keinen Zutritt.




Veröffentlicht am Dienstag, 27.Oktober 2009 um 14:48 Uhr

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