Berlin
Stadtschloss-Debatte wieder entflammt
Das Bundeskartellamt hat den Bauvertrag für das Berliner Stadtschloss für nichtig erklärt - wie lange wird sich der Wiederaufbau diesmal verzögern?
Der Italiener hatte im vergangenen Jahr den Architektenwettbewerb gewonnen und war mit dem Wiederaufbau beauftragt worden. Allerdings war sein Sieg nur unter Vortäuschung falscher Tatsachen möglich: Die Ausschreibung war eigentlich auf Büros mit mindestens drei Mitarbeitern und einem gewissen Bauvolumen in den vorangegangenen Jahren begrenzt gewesen. Zudem hatte das Bauministerium die nachrangig Platzierten nicht über die Auftragsvergabe informiert.
Diese hatten daraufhin eine Beschwerde eingereicht. Inzwischen kommen Zweifel auf, ob der nahezu unbekannte Mann aus Vicenza überhaupt in der Lage ist, das Großprojekt zu wuppen. Laut Architekten- und Ingenieur-Verein zu Berlin würde das Gebäude nach Stellas Plänen zudem rund 165 Millionen Euro teurer als die vom Bundesbauministerium veranschlagten 552 Millionen Euro.
Eigentlich sollte der Wiederaufbau bereits im Oktober 2010 beginnen, das Bundesbauministerium will nun Einspruch einlegen und sich um eine gerichtliche Überprüfung des Oberlandesgerichtes Düsseldorf bemühen. Wenn allerdings die höheren Instanzen dem Bundeskartellamt Recht geben, müsste von Neuem mit weiteren Preisträgern verhandelt werden.
Aktueller Kommentar, 03.12.2009:
Am 02.12.2009 fiel das Urteil des Oberlandesgerichtes Düsseldorf. Demnach ist der Vertrag mit Franco Stella für nichtig erklärt worden, da eine Verletzung der Vorinformationspflicht vorlag. Rein inhaltlich ist das Vergabeverfahren jedoch nicht zu beanstanden, weshalb der Vertrag nachgebessert und Stellas Vorhaben in die Tat umgesetzt werden kann.
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