Dubai
Immobilienmarkt: Auf Sand gebaut
Weiße Sandflecken im blauen Wasser - mit der Palm Jebel Ali, der Palm Deira und The Universe liegen gleich mehrere künstliche Inselwelten unvollendet vor der Küste Dubais. Um ihren Erbauer, den staatlichen Baukonzern Nakheel ist es unterdessen sehr still geworden.
von Peggy Günther
Auch die Arbeiten am Trump Tower, dem geplanten Mittelpunkt der Palm Jumeirah (BELLEVUE berichtete ») werden nächsten Monat eingestellt. Laut Nakheel handelt es sich lediglich um eine Verschiebung von sechs bis zwölf Monaten (BELLEVUE berichtete »), die Homepage des Projekts verschwand jedoch bereits völlig von der Bildfläche. David Savage, der Manager der ausführenden Al Habtoor Leighton Group (eine Tochter von Hochtief), äußert ganz offen seine Zweifel an einer Weiterführung des Projekts.
Festgehalten wird hingegen weiter an dem Mammutprojekt "Waterfront" und auch die Jebel-Ali-Palme sollen irgendwann fertiggestellt werden. Damit die Show überhaupt weitergehen kann, nahm der Baukonzern nun staatliche Unterstützung in Milliardenhöhe in Anspruch. Peanuts für Dubai: Der Staat sitzt inzwischen auf einem Schuldenberg von gut 80 Milliarden Dollar. Nach Jahren des Wachstums wird das Bruttoinlandsprodukt 2009 erstmals rückläufig sein. Das Ölkapital der Scheichs ist aufgebraucht, der Tourismus soll als neue Einnahmequelle herhalten: Bis 2015 wird eine Verdopplung der Besucherzahl angestrebt.
Um die Marketingmaschine am Laufen zu halten, benötigt Dubai Unterstützung durch das Nachbaremirat: 100 Milliarden Dollar soll das finanzstarke Abu Dhabi seit Oktober bereits in Dubai investiert haben. Eine Pleite Dubais würde schließlich auch den eigenen Ruf schädigen. Und da steht in Abu Dhabi noch viel auf dem Spiel, dieses Emirat wächst ungebrochen.
Veröffentlicht am Dienstag, 02.Juni 2009 um 17:55 Uhr
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