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BELLEVUE
Ausgabe 1/2012

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Fractional Ownership

Ferienhaus auf Zeit

 

Ein Ferienhaus im Süden? Viel zu teuer und nur ein Klotz am Bein, sagen viele. Die Alternative heißt „Fractional Ownership“. Wie funktioniert das – und was ist dran?

 

von Johannes Bohmann

Afraction of the action.“ Unter diesem Motto werden seit einiger Zeit die Luxusmärkte dieser Welt von einer Marketing-Idee umworben, die manch einer mit Stirnrunzeln quittieren mag: Privatjets, Rennboote, Oldtimer-Autos, ja sogar Designer-Handtaschen werden da angeboten – zum gemeinschaftlichen Besitz, den man sich, je nach Konstruktion, mit drei, fünf, sieben oder noch mehr Miteigentümern teilt. Im Fall der Handtaschen dürfte das Strintunzeln sicher berechtigt sein. In unserem Umfeld jedoch, der Welt der Ferienimmobilien, ist das Konzept – gerade in diesen krisengeschüttelten Zeiten –  die nähere Betrachtung allemal wert.

Denn die Grundidee, die hinter Fractional Ownership an Ferienhäusern steht, ist so simpel wie verfänglich: Wer die Immobilie ohenhin nur fünf, sechs Wochen im Jahr nutzen kann (oder will), bezahlt auch nur so viel dafür, wie diese fünf, sechs Wochen wert sind – rund ein Zehntel des Gesamtpreises nämlich. Anders gesagt: Man erhält eine Immobilie, die, sagen wir, zwei Millionen wert ist, für 200.000 Euro. Und muss sich, Pluspunkt Nummer zwei, keine Sorgen um sein Haus machen, wenn man nicht vor Ort ist: Es wird dann von anderen Teilbesitzern bewohnt – und von denen ebenso wie vom Träger des Projekts gepflegt, instand gehalten und geschützt.

So weit, so vereinfachend? Wenn man anfängt, sich mit den Vertragswerken der Anbieter von Fractionals auseinanderzusetzen, kann einen schon das Gefühl beschleichen, dass der Teufel im Detail steckt – und dass noch jede Menge Nebenkosten im Statutendickicht lauern. In der Tat ist hier genaues Lesen anzuraten: Je nach Projekt können die zusätzlich zum Kaufpreis anfallenden jährlichen „Service“ oder „Maintenance Fees“ beachtlich sein.

Und dennoch: Die hohe Zufriedenheitsquote bei Fractionals in anderen Ländern – voran beim Vorreiter zum Thema, den USA – sollte die Furcht, dass man sich die Finger verbrennt, mildern. Über 250 Fractional-Ownership-Anlagen gibt es laut Zählung von Ragatz Associates, einem führenden Anbieter, in den Staaten. Und langsam, aber sicher scheint sich die Idee rund um den Globus zu verbreiten.

Als Vorreiter betätigen sich dabei internationale Hotelketten vom Kaliber Four Seasons, Ritz Carlton, Kempinski oder Capella: Sie betreiben, teils schon seit vielen Jahren, in ausgewählten Luxusdestinationen „Residence Clubs“, die ihren Mitgliedern Teilbesitz an Hotelsuiten oder Villen in Resorts ermöglichen – mit ausgeklügelten Rotationssystemen bei der Belegung und einer hochkarätigen Palette an Serviceleistungen, in deren Genuss die Besitzer während ihrer Aufenthate in den jeweiligen Anlagen kommen. Nach ähnlichen Prinzipien funktioniert auch der von dem Deutschen Helmut Schön gegründete Hideaways Club: Er versammelt derzeit 14 Nobelimmobilien von Chamonix über Mallorca bis Marrakesch, an denen man „Shares“ mit entsprechenden Wohnrechten erwerben kann, während man zugleich ein lukratives Investment platziert: Da alle Immobilien des Clubs in absoluten Toplagen zu finden sind, sei, so das Kalkül, von kontinuierlichen Wertsteigerungen auszugehen. Eine Art DAX der Nobelimmobilien also, dessen Aktien man gewinnbringend wieder verkaufen kann.


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