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Mallorca

Marktbericht: Eine sichere Anlage

 

Die Insel wird billiger – und dennoch gilt sie weltweit als einer der sichersten Orte für Immobilieninvestitionen. Ein Bericht zum Hauskauf auf Mallorca im Krisenjahr 2009

 

von Gerald Paschen

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen – dieser Grundsatz scheint angesichts des Hypes um die allgemeine Finanzkrise jetzt auch auf Mallorca zu gelten. Augenfälligstes Beispiel: Gleich mehrere Eigentümer versuchen derzeit, ihr Haus per Lotterie loszuschlagen. Für 99 Euro kann man etwa an der Verlosung der Finca von Christian Lischke an der Costa de los Pinos teilnehmen. 12.555 Lose sollen bei dieser Aktion über das Internet in den Umlauf gebracht werden (www.mallorca-fincaverlosung.com).

Rechtlich ist ein solches Vorgehen allerdings nicht unumstritten. „Die spanische Regierung“, erklärt der Rechtsanwalt Dr. Burckhardt Löber aus Frankfurt am Main, „hat die Immobilienverlosung zwar im Jahr 2007 geregelt.“ Es sei aber nicht so einfach, eine Genehmigung vom Wirtschafts- und Finanzministerium in Madrid zu erhalten. Unter anderem habe der Veranstalter lange Antragsfristen einzuhalten und erhebliche steuerliche Vorauszahlungen zu leisten. „Soweit ersichtlich, verfügt bislang keine der auf Mallorca veranstalteten Hauslotterien über eine solche Genehmigung“, sagt denn auch der Jurist und Makler Lutz Minkner. Demnach wären die Lotterien illegal, was zur Strafbarkeit des Veranstalters und eventuell auch der Teilnehmer führen kann.

Dass solche Verlosungen überhaupt stattfinden, hängt mit den – im Vergleich zum letzten großen Boomjahr 2007 – sehr schleppenden Verkäufen zusammen. „Zwar war das erste Quartal 2008 auch noch positiv“, so Bernd Katzmarcik von Kühn & Partner. „Aber ab Mai setzte dann schon eine leichte Talfahrt ein.“ Und mit der Lehman-Brothers-Pleite im letzten September knickte der Markt schließlich richtig ein, so dass das Jahr 2009 auf Mallorca teilweise mit fallenden Preisen eingeläutet wurde.

„Die Verkaufsrückgänge lagen in letzter Zeit bei rund 50 Prozent“, analysiert Heidi Stadler von First Mallorca die Lage. „Verkäufer, die jetzt noch ihren alten Preis aussitzen wollen, müssen sich oft darauf einstellen, zwei bis drei Jahre zu warten.“ Potentielle Käufer haben durch die Finanzkrise Verluste am Kapitalmarkt erlitten und ursprünglich geplante Investitionen in Mallorca-Immobilien erst einmal auf Eis gelegt. Weggebrochen ist vor allem die Nachfrage aus dem kriselnden England und aus Spanien selbst, auch weil die Banken kaum noch Geld für Hypotheken zur Verfügung stellen. Keine Frage also, Mallorca hat sich seit dem vergangenen Jahr zum Käufermarkt gewandelt. Und die Deutschen, die sich bereits wieder verstärkt nach Immobilien umschauen, werden plötzlich zur wichtigsten Käufergruppe auf der Insel.

Vielen Investoren geht es nun vor dem Hintergrund der Turbulenzen auf den Finanzmärkten darum, ihr Geld in sicheren Sachwerten anzulegen. Und gerade Mallorca bleibt da ein heißer Tipp: Für die renommierte „Financial Times“ gehört die Insel im Hinblick auf Immobilieninvestments  im Jahr 2009 zu den zehn besten und sichersten Standorten der Welt. Für Mallorca, so das Blatt, sprächen das vergleichsweise ausgewogene Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage, die strenge Kontrolle neuer Bauprojekte, die gute Erreichbarkeit und die hoch entwickelte Infrastruktur.


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