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Frühlingsgefühle das ganze Jahr über: Ockerfarbene Häuschen (lks: in Varenna) halten ihre Fassaden in die Sonne, Villen erzählen en detail vom Leben mit Stil (re: Portal zur Villa Barrozzi) - Fotos: Anbieter
Frühlingsgefühle das ganze Jahr über: Ockerfarbene Häuschen (lks: in Varenna) halten ihre Fassaden in die Sonne, Villen erzählen en detail vom Leben mit Stil (re: Portal zur Villa Barrozzi) - Fotos: Anbieter


Dazu kommt: Die Italiener haben Stil. Offensichtlich ist man am Stiefelschaft nicht gewillt, sich die Landschaft mit Billigbauten und Reißbrettkonstruktionen zu verschandeln. Bauplätze rund um den See sind rar, und die Kommunen achten darauf, dass da, wo Altes abgerissen wird, um Neuem Platz zu machen, das Gesamtbild nicht leidet. So entsteht in Toplagen eine Menge charmanter Immobilien. Manchmal werden sie just dort errichtet, wo zuvor eine vergessene Häuserzeile in der Altstadt oder ein antiker Borgo, ein Marktflecken also, ihren Standort hatten. Sie werden meist gekonnt als Platzhalter ins Ambiente eingepasst. Auch bei Artedil/Curti Costruzioni hat man bereits den Antrag gestellt, einem abgehalfterten Borgo in San Siro am Comer See mit 50 Apartments ein neues Gesicht zu geben. Bis der Antrag durch ist, errichtet man auf Traumplätzen oberhalb des Örtchens eine Reihe von Einfamilienhäusern, die gar nicht erst auffallen wollen, sondern sich in sonnigen Pastellfarben ordentlich in die Nachbarschaft einfügen.

Gebaut wird an den Seen also erstaunlich viel – und oftmals kommt Erstaunliches dabei heraus. So wie in Ghiffa am Westufer des Lago Maggiore. Still ruht der See, der Himmel sieht aus, als hätte er in seinem Blau gebadet, und die Schneekappen der Berge erinnern an die Milchschaumhäubchen auf dem Cappuccino. Sandsteingelbe Häuser mit blumenbehangenen Balkonen halten ihre Fassaden in die Sonne, hinter der Uferstraße drängeln sich enge Gassen. Irgendwann hinter dem Badeort Verbania taucht der Weiler Ghiffa auf – und mit ihm die Frage: Wo, bitteschön, soll sich hier ein modernes Resort verstecken? Vielleicht hält man ausgerechnet vor dem pittoresken Kloster mit seinen alten Mauern an, um zu fragen. Und bekommt die Antwort: Signora, Sie stehen direkt davor! Die Park Résidence Antiche Cure von Ghiffa ist ein Resort, jawohl. Gleichzeitig aber eine Preziose, eingepasst wie ein Edelstein in die Fassung, mittenmang im mediterranen Ambiente, für das die Deutschen die italienischen Seen so lieben. Ein-, Zwei-, Drei-Zimmer-Glück mit riesigen Balkonen und mal mehr, mal weniger Seeblick. Demnächst kommen zu Hotelsuiten und 20 Eigentümer-Apartments ab 235.000 Euro noch 13 Villen mit eigenen Pools ab 715.000 Euro hinzu, und der Wellnessbereich ist eine Oase aus Naturstein Holz und Glas. Alles gebaut auf den Ruinen eines Kurorts aus den 1920er Jahren.

Ob alt, neu oder auf Altem errichtet: Bestes Verkaufsargument an den Seen bleibt der Blick aufs Wasser. Manchmal erspäht man nur ein Eckchen, bisweilen aber steht man staunend in Rohbauten und glaubt sich auf einer Aussichtsplattform. Häufig kriegt man von Neubauten kaum mehr als das Korsett zu sehen, weil die Bauträger sich Zeit lassen, wenn noch kein Käufer in Sicht ist. In guten Lagen geht es schließlich nicht um Billigprodukte, und wer eine halbe Million Euro für ein Zweit- oder Ferienhaus in die Hand nimmt, möchte auch wählen können, auf welchen Fliesen, durch welche Türen er demnächst durchs Haus schreitet, in welchem Küchentyp er seine Pasta kocht.

Es gibt viel zu kaufen an den Seen – und man hofft vor allem auch auf die Deutschen. Wer von Italien träumt, sucht fast immer Romantik, Wärme, Sonne. Und möchte das alles gern auch mal am verlängerten Wochenende genießen. Da liegt Oberitalien natürlich nahe – im wahrsten Sinne des Wortes. Das Paradies beginnt schließlich gleich hinter Mailand – ein Dreiviertelstündchen vom Flughafen Malpensa entfernt, sozusagen um die Ecke. Der Frühling rund um den Comer See und den Lago Maggiore ist lang, im Sommer vergeht man noch nicht vor Hitze, der Herbst kommt milde daher, und im Winter ist es nur ein Katzensprung bis zu den Skigebieten.

Da kann man schon mal von Italien-Romanzen träumen. Und von Refugien, die dafür wie geschaffen scheinen. Von der Zehn-Millionen-Villa mit den Romeo-und-Julia-Fensterläden zum Beispiel: An so einem Platz muss man rauschende Sommerfeste in bester Gesellschaft feiern. Vielleicht könnte man ja George Clooney dazu einladen. Der hat sein Zweithaus schließlich auch in der Gegend …

aus Bellevue Nr. 04/2009



Lesen Sie weiter dazu in der BELLEVUE-Heftausgabe Nr. 04/09
- Aktuelle Angebote von den oberitalienischen Seen


Mehr zum Thema
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Veröffentlicht am Montag, 06.April 2009 um 12:31 Uhr

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