Spanien
Mietmarkt auf Mallorca
Statt gleich zu kaufen, entscheiden sich immer mehr Mallorca-Fans erst einmal für eine Mietimmobilie. Ein neuer Trend? BELLEVUE hat sich umgesehen und sagt, was Mieter und Vermieter beachten müssen
von Jutta Christoph und Gerald Paschen
Bevor sie morgens zum ersten Kunden fährt, trinkt Anja Lukas einen Café con leche im Yam, ihrer Lieblingsbar in Portixol. Dass sie vor einem knappen Jahr in das Hafengebiet am östlichen Stadtrand von Palma gezogen ist, hat die selbständige PR-Fachfrau noch keine Minute bereut. „Die Häuschen sind einfach entzückend, von meiner Wohnung aus gucke ich direkt aufs Meer, und das Angebot an Restaurants und Bars ist fast so gut wie im Zentrum.“ War Portixol bis vor kurzem noch ein kleiner Fischerort, gehört die Gegend mittlerweile zu den angesagten Wohnvierteln Palmas. Die Preise für die modernen Apartments und die vielen alten Fischerhäuser – rot, blau und weiß angemalt, meist zweigeschossig und mit Terrasse und Balkon ausgestattet – haben die Millionengrenze nicht selten schon überschritten. Um trotz solcher Summen das internationale Flair des Trendviertels zwischen Stadtstrand und Promenade, Sporthafen und modernen Restaurants hautnah genießen zu können, hat Anja Lukas ihre Wohnung gemietet. Und auch das scheint jetzt voll im Trend zu liegen.
Keine Frage – aufgrund der veränderten Marktsituation wächst in Spanien, wo die Eigentumsquote bei Immobilien über 80 Prozent beträgt und damit in Europa zu den höchsten zählt, jetzt plötzlich der Mietmarkt. „Liquide Kaufinteressenten gibt es nach wie vor. Doch die Kunden geben nicht mehr so schnell Geld aus, sie sind vorsichtiger geworden und mieten eher“, erklärt Steffen Döhne vom Unternehmen Mietbörse Mallorca S.L. in Portixol. Hohe Kaufpreise, ein unüberschaubares Angebot an Kaufobjekten, steigende Hypothekenzinsen und ein schwacher Sekundärmarkt bewegen viele Zuzügler zum Umdenken.
Eine Mietwohnung in der ersten Reihe mit zwei Schlafräumen bekommt man in Portixol ab 900 Euro pro Monat. Döhne rechnet aber damit, dass die Mietpreise in Mallorcas gefragten Gebieten in den nächsten Jahren weiter anziehen. Das gilt besonders für den Südwesten Mallorcas – neben Portixol und Palmas Altstadt sind hier vor allem die klassischen Luxusgegenden von Port Portals und Port d’Andratx zu nennen. 2008 stiegen auf Mallorca die Mietpreise für Objekte in guten, international gefragten Lagen im Vergleich zum Vorjahr um etwa vier Prozent. Und in den letzten zehn Jahren haben sie sich fast vervierfacht. Das entspricht ungefähr den gesamtspanischen Durchschnittswerten für Mieten: Im September 2008 waren diese bei einer Teuerung von 4,3 Prozent im Jahresvergleich angekommen.
Also jetzt lieber mieten statt kaufen? Döhne macht eine einfache Rechnung auf: Der durchschnittliche Kaufpreis einer modernisierten Altstadtwohnung mit 100 Quadratmetern Wohnfläche in in guter Lage von Palma beträgt 400.000 Euro (4.000 Euro pro Quadratmeter). Bei einer Vollfinanzierung (Beispiel Sparkasse Sa Nostra, Stand Oktober 2008) liegt der Hypothekenzins ohne Tilgung und ohne Rücksicht auf zusätzliche Erwerbsnebenkosten bei etwa 2.050 Euro pro Monat. Dieselbe modernisierte Altbauwohnung kann man für 1.200 Euro monatlich mieten. Ersparnis: 850 Euro pro Monat beziehungsweise 10.200 Euro pro Jahr.
Manchmal sind die Mietpreise auf Mallorca sogar verhandelbar. Die Vermieter, über 80 Prozent sind Spanier, legen jetzt, in Zeiten der Immobilienkrise, noch mehr Wert auf gute Referenzen. Sie verzichten lieber auf eine maximale Rendite, wenn sie dafür keinen Mietausfall riskieren. Die Preisskala beginnt bei 450 Euro pro Monat für ein einfaches Studio, bei einem Luxus-Chalet können es auch schon mal 18.000 Euro monatlich sein. Die meisten Mietangebote liegen jedoch im mittleren Preissegment zwischen 900 und 2.000 Euro. Im Angebot ist eigentlich alles: Apartments mit einem Schlafzimmer, moderne Villen, Fincas und Dorfhäuser. Am gefragtesten für Zweitwohnsitze und Feriendomizile sind die klassischen Toplagen: Standorte mit Meerblick, in Strandnähe oder an den Yachthäfen im Südwesten.
Der boomende Mietmarkt hat auch dazu geführt, dass viele der großen Maklerfirmen Mallorcas in den letzten Jahren eigene Abteilungen für die Vermietung eröffnet haben. Elke Steinborn von Kühn und Partner: „Es kommen immer mehr Eigentümer wegen der Vermietung ihres Hauses auf uns zu.“ Und selbst Immobilienkäufer fragen immer öfter nach Mietobjekten. Zu den Mietkunden von Heidi Stadler (First Mallorca) zählen zum Beispiel Menschen, die beabsichtigten, ihre Traumimmobilie zu erwerben, vorher aber noch die Insel und den Markt kennenlernen möchten. Andere wiederum benötigen während der Bauphase ihres neuen Domizils eine Unterkunft. Und dann gibt es noch die Kunden, die auf der Insel leben und arbeiten und zunächst ihre Existenzgründung sichern wollen, bevor sie eine Immobilie kaufen.
Keine Frage – aufgrund der veränderten Marktsituation wächst in Spanien, wo die Eigentumsquote bei Immobilien über 80 Prozent beträgt und damit in Europa zu den höchsten zählt, jetzt plötzlich der Mietmarkt. „Liquide Kaufinteressenten gibt es nach wie vor. Doch die Kunden geben nicht mehr so schnell Geld aus, sie sind vorsichtiger geworden und mieten eher“, erklärt Steffen Döhne vom Unternehmen Mietbörse Mallorca S.L. in Portixol. Hohe Kaufpreise, ein unüberschaubares Angebot an Kaufobjekten, steigende Hypothekenzinsen und ein schwacher Sekundärmarkt bewegen viele Zuzügler zum Umdenken.
Eine Mietwohnung in der ersten Reihe mit zwei Schlafräumen bekommt man in Portixol ab 900 Euro pro Monat. Döhne rechnet aber damit, dass die Mietpreise in Mallorcas gefragten Gebieten in den nächsten Jahren weiter anziehen. Das gilt besonders für den Südwesten Mallorcas – neben Portixol und Palmas Altstadt sind hier vor allem die klassischen Luxusgegenden von Port Portals und Port d’Andratx zu nennen. 2008 stiegen auf Mallorca die Mietpreise für Objekte in guten, international gefragten Lagen im Vergleich zum Vorjahr um etwa vier Prozent. Und in den letzten zehn Jahren haben sie sich fast vervierfacht. Das entspricht ungefähr den gesamtspanischen Durchschnittswerten für Mieten: Im September 2008 waren diese bei einer Teuerung von 4,3 Prozent im Jahresvergleich angekommen.
Also jetzt lieber mieten statt kaufen? Döhne macht eine einfache Rechnung auf: Der durchschnittliche Kaufpreis einer modernisierten Altstadtwohnung mit 100 Quadratmetern Wohnfläche in in guter Lage von Palma beträgt 400.000 Euro (4.000 Euro pro Quadratmeter). Bei einer Vollfinanzierung (Beispiel Sparkasse Sa Nostra, Stand Oktober 2008) liegt der Hypothekenzins ohne Tilgung und ohne Rücksicht auf zusätzliche Erwerbsnebenkosten bei etwa 2.050 Euro pro Monat. Dieselbe modernisierte Altbauwohnung kann man für 1.200 Euro monatlich mieten. Ersparnis: 850 Euro pro Monat beziehungsweise 10.200 Euro pro Jahr.
Manchmal sind die Mietpreise auf Mallorca sogar verhandelbar. Die Vermieter, über 80 Prozent sind Spanier, legen jetzt, in Zeiten der Immobilienkrise, noch mehr Wert auf gute Referenzen. Sie verzichten lieber auf eine maximale Rendite, wenn sie dafür keinen Mietausfall riskieren. Die Preisskala beginnt bei 450 Euro pro Monat für ein einfaches Studio, bei einem Luxus-Chalet können es auch schon mal 18.000 Euro monatlich sein. Die meisten Mietangebote liegen jedoch im mittleren Preissegment zwischen 900 und 2.000 Euro. Im Angebot ist eigentlich alles: Apartments mit einem Schlafzimmer, moderne Villen, Fincas und Dorfhäuser. Am gefragtesten für Zweitwohnsitze und Feriendomizile sind die klassischen Toplagen: Standorte mit Meerblick, in Strandnähe oder an den Yachthäfen im Südwesten.
Der boomende Mietmarkt hat auch dazu geführt, dass viele der großen Maklerfirmen Mallorcas in den letzten Jahren eigene Abteilungen für die Vermietung eröffnet haben. Elke Steinborn von Kühn und Partner: „Es kommen immer mehr Eigentümer wegen der Vermietung ihres Hauses auf uns zu.“ Und selbst Immobilienkäufer fragen immer öfter nach Mietobjekten. Zu den Mietkunden von Heidi Stadler (First Mallorca) zählen zum Beispiel Menschen, die beabsichtigten, ihre Traumimmobilie zu erwerben, vorher aber noch die Insel und den Markt kennenlernen möchten. Andere wiederum benötigen während der Bauphase ihres neuen Domizils eine Unterkunft. Und dann gibt es noch die Kunden, die auf der Insel leben und arbeiten und zunächst ihre Existenzgründung sichern wollen, bevor sie eine Immobilie kaufen.
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