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BELLEVUE
Ausgabe 1/2012

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Vom Palheiro Village eröffnet sich ein weitläufiger Blick über den Hafen von Funchal (Foto: BELLEVUE)
Vom Palheiro Village eröffnet sich ein weitläufiger Blick über den Hafen von Funchal (Foto: BELLEVUE)


Der Blick vom hoch gelegenen Palheiro Village über den Hafen und die Lichter der Stadt Funchal hinaus auf den Atlantik ist selbst für verwöhnte Reisende ein Erlebnis. Die kleine, aber erlesene Anlage besteht aus nur 35 Luxusapartments und 44 Villen. Die Häuser sind in einer Mischung aus portugiesischem Festlands- und insularem Stil gebaut und passen sich harmonisch in die Landschaft ein.

Und wieder spielt die Hispanophilie dem deutschen Besucher einen Streich. Gewöhnt an wohltönende Namen wie Urbanización San Juan de Capistrano oder Villas del Conde vermutet er, Palheiro sei eine bezaubernde Blume, ein majestätischer Baum oder ein sagenumwobener Vogel, der diesem exklusiven Ort seinen Namen gab. Wieder lacht der Taxichauffeur aus vollem Herzen. „No, no, das Wort bedeutet einfach nur ‚Schuppen‘.“

Man stelle sich das vor: eine Luxuswohnanlage, die „Schuppen“ heißt! Anne Marchington, Sales Managerin von Palheiro Village, hat eine so einfache wie beeindruckende Erklärung: „Die ersten Besitzer des Geländes hier oben, Ende des 18. Jahrhunderts, waren die Grafen Carvalhal. Damals stand hier nur ein steinerner Schuppen, in dem ein Hufschmied seine Werkstatt hatte – also benannten die Menschen die Gegend danach. Der Name blieb auch, als der Besitz im 19. Jahrhundert an die englische Familie Blandy überging, die ihn bis heute hält. Die Inselbewohner sind sehr traditionsbewusst. Niemand würde es verstehen, wenn wir plötzlich einen neuen Namen erfinden würden.“

Dieses Bekenntnis zur Ursprünglichkeit sagt sehr viel darüber aus, welche Überzeugung hinter dem Village-Projekt steht. Auf der Homepage von Palheiro Estate, der Dachgesellschaft, die das Village baute, findet sich eigens ein Link mit dem Titel „Unser Auftrag“. Klickt man ihn an, heißt es: „Unser Auftrag ist es, alles aufrechtzuerhalten, was für den Namen der Familie Blandy und für den Namen des Anwesens ,Palheiro‘ steht: Rechtschaffenheit und hervorragende Leistung in allem, was wir tun. Beständig streben wir nach neuen Techniken und Innovationen in unseren Tätigkeiten, während wir beharrlich zu unseren traditionellen Werten stehen.“

Der Name der Familie Blandy – auf Madeira kennt ihn jeder. Seit der Engländer John Blandy anno 1807 dorthin kam und wenig später eine Weinspedition eröffnete, ist die Familie auf das engste mit der Insel verbunden. Heute gehört ihr die Blandy Group, ein Imperium, zu dem Hotels, Medien, Reise- und Speditionsunternehmen sowie Grundstücksgesellschaften zählen – und eben Palheiro Estate. Letzteres wird aber offiziell als „unabhängiges Familien-Interesse“ bezeichnet, ist also nicht Bestandteil der Blandy Group. Vielleicht auch, weil Familienoberhaupt Adam Blandy und seine Frau Christina selbst ihren Familiensitz im Palheiro Estate haben.

Quasi in ihrer Nachbarschaft pflegen sie – neben dem Palheiro Village – noch drei weitere Kleinode unter dem Dach der Gesellschaft. Das erste liegt sprichwörtlich vor der Haustür: der Garten der Villa, der an Wochentagen auch für Besucher geöffnet wird und der Stolz der Hausherrin ist. Unmittelbar daran grenzt ein spektakulärer 18-Loch-Golfplatz, Palheiro Golf. Seine grandios gestalteten Bahnen laufen bergauf und bergab – eine Herausforderung auch für Golfer, die meinen, schon alles gesehen zu haben. Und beim Halfway House des Kurses öffnet sich ein schmiedeeisernes Tor zum Garten des Fünf-Sterne-Hotels Casa Velha do Palheiro. Ursprünglich als Jagdsitz des Grafen Carvalhal gebaut, ist es heute ein Ort aristokratischer britischer Lebensart.




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