Neu: Bellevue 1/2012
Das aktuelle BELLEVUE-Heft 01/2012

BELLEVUE
Ausgabe 1/2012

  • Das perfekte Ferienhaus
  • Bauträger
  • Österreich-Special
  • Bauen in Spanien
    u. v. m.

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Foto: Tourespana

Die gute Nachricht für Kaufwillige ist, dass die Krise in anderen Segmenten tatsächlich zu einem Absinken der Preise geführt hat. So hat sich auf Mallorca der Markt in den letzten Monaten zweigeteilt. Unterhalb der Millionengrenze ist das Geschäft rückläufig, und es gibt Spielraum für Verhandlungen: „Wer dringend verkaufen muss“, so Bernd Katzmarcik von Kühn & Partner, „nimmt auch einen Verlust in Kauf. Preisnachlässe sind möglich.“

Preisdruck auf einen privaten, aus Deutschland stammenden Immobilieneigentümer kann entstehen, wenn in der Umgebung ähnliche Objekte preiswerter angeboten werden, beispielsweise weil Spanier aufgrund der Hypothekenlast ihre Immobilie schnell abstoßen wollen. In der aktuellen Situation verspricht ein internationales Umfeld in der Regel höhere Wertbeständigkeit. Lutz Minkner: „Im rein spanischen Markt und dort, wo spanische und internationale Verkäufer miteinander in den Wettbewerb treten, sinken die Preise derzeit um bis zu 25 Prozent.“

Auch einige große Bauträger und Promotoren im Bereich der Apartments, der Reihenhäuser und der kleinen Chalets im unteren Neubau-Preissegment von 140.000 bis 350.000 Euro setzen mittlerweile auf deutliche Preisnachlässe: „Spanien ist jetzt ein Käufermarkt. Durch die Preisreduzierungen haben wir unsere Verkaufszahlen aber wieder deutlich angehoben“, sagt zum Beispiel Marc Pritchard vom britischen Baukonzern Taylor Woodrow, der an der Costa del Sol, der Costa Blanca und auf Mallorca Wohnanlagen baut und die Preise innerhalb weniger Monate um 15 bis 25 Prozent gesenkt hat. Auch Gregor Wegener von der TM Grupo Inmobilario, die vor allem an der Costa Blanca und der Ostküste Mallorcas baut, sieht die Notwendigkeit, sich mit Preisreduzierungen der neuen Marktlage anzupassen. Und er verzeichnet momentan schon wieder mehr Verkäufe, besonders an Deutsche.

Es gibt allerdings auch vereinzelte Bauträger, die eine ganz andere Strategie verfolgen und die Preise sogar erhöhen. Wieder andere versuchen, die Krise auszusitzen. „Wer genügend Liquidität hat, wartet ab und hält am Preis fest“, meint etwa Carsten Oliver Zwerenz von der Kanarischen Treuhand.

So hat sich der spanische Immobilienmarkt vor dem Hintergrund einer sinkenden Nachfrage innerhalb eines Jahres grundlegend verändert. Es ist ein Markt mit vielen Facetten, der Kaufwilligen durchaus noch viele Möglichkeiten eröffnet, günstig an Immobilien zu kommen. Wie man als Kaufinteressent jetzt vorgehen sollte? Am besten ist es, sich Kenntnisse über einen lokalen Markt zu verschaffen und einzelne Objekte zu beobachten. Auf dieser Grundlage kann man gegebenenfalls über den Preis reden – und dann schnell zuschlagen.


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