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Begonnen hatte alles im Herbst 2007 mit der Insolvenz des valencianischen Immobilienunternehmens Llanera, das fast 800 Millionen Euro Schulden hatte. Branchenriesen wie Colonial und Reyal Urbis, von denen ebenfalls Liquiditätsprobleme gemeldet wurden, halten sich noch über Wasser. Einen Insolvenzantrag musste dagegen der mallorquinische Baulöwe Vicente Grande mit seinem Unternehmen Drac stellen. Die Tatsache, dass mit der Bauindustrie einer der wichtigsten Wirtschaftszweige Spaniens kriselt, verschärft die Situation auf dem Arbeitmarkt und belastet somit gerade auch viele Hypothekennehmer. Ein Teufelskreis?
Immerhin deckt sich dieses Krisenszenario auf dem spanischen Erstwohnsitzmarkt nicht mit der Situation auf dem für deutsche Käufer interessanten Zweitwohnsitzmarkt an den Küsten und auf den Inseln. „Gänzlich unberührt von der Krise sind die sogenannten Premiumobjekte auf Mallorca, die mehrere Millionen Euro kosten“, stellt der Makler Lutz Minkner fest. Hier seien zum einen die Eigentümer meist wirtschaftlich in der Lage, ihren Preis und etwaige Irritationen im Markt auszusitzen. Zum anderen würden von den Käufern solcher „Objekte der Begierde“ hohe Preise akzeptiert. Verhandlungsspielraum gebe es kaum.
In einigen Teilbereichen, etwa bei den begehrten, aber knappen Baugrundstücken im Südwesten Mallorcas, ist die Nachfrage sogar größer als das Angebot. „Der Markt auf Mallorca ist im höheren Preissegment sehr gesund, auch weil die Käufermärkte sich hier diversifiziert haben. Es sind seit langem nicht mehr nur Deutsche und Engländer, die kaufen“, erklärt Heidi Stadler von First Mallorca. Besonders Osteuropäer und speziell Russen sollen jetzt in exklusive Immobilien investieren. Matthias Kühn (über 20 Büros auf Mallorca), der ebenfalls vor allem auf den Luxusbereich spezialisiert ist, freut sich darüber, dass seine Firma Kühn & Partner durch die Vermittlung einiger hochpreisiger Objekte sogar mehr Umsatz verbucht als im Vorjahr.
Und Mallorca ist nur eines von mehreren Beispielen. Zu den Gebieten mit einem hohen Anteil an absoluten Topobjekten, die Wertstabilität versprechen, gehören auch Ibiza, die Costa Brava, die nördliche Costa Blanca und der Raum Marbella sowie viele Lagen in erster Meereslinie am Mittelmeer, an der andalusischen Atlantikküste und auf den Kanaren. Dass die drei wichtigsten Punkte bei einem Immobilienkauf „Lage, Lage, Lage“ heißen, wird an diesen Orten gerade in der Krise wieder bestätigt.
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