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Spanien
Marktreport: Pokern um die Preise
Hier Preisrutsch und Pleite, dort wertstabile Topobjekte und Edelmakler mit Umsatzrekorden – der spanische Immobilienmarkt hat derzeit viele Facetten.
von Gerald Paschen
Malle für alle“, titelte das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ Ende Juli; „Es ist Schnäppchenzeit“, meinen die deutschsprachigen „Costa Blanca Nachrichten“; und vom „Fluch der spanischen Betonwüsten“ schreibt die „Welt am Sonntag“. Beinahe täglich geht es in der internationalen Presse um Spaniens platzende Immobilienblase, insolvente Bauunternehmen und Familien, die ihre Hypotheken nicht mehr bedienen können. Was ist in Spanien los? Und was heißt das für deutsche Kaufinteressenten – lieber abwarten oder gerade jetzt auf die Suche gehen?
„Problematisch bei vielen Medienberichten ist“, so der Makler Lutz Minkner aus Mallorca, „dass sie oft nicht fundiert sind und nur Teilaspekte des spanischen Immobilienmarkts beleuchten. Teilweise verwirren sie mehr, als dass sie aufklären.“ Und tatsächlich hat man es in Spanien mit einem sehr vielschichtigen Marktgeschehen zu tun.
Tief in der Krise steckt seit gut einem Jahr vor allem der Erstwohnsitzmarkt. Jahrelang verzeichnete Spanien Rekordzahlen im Hinblick auf fertiggestellte Wohnungen. Die Banken ermöglichten Finanzierungen von bis zu 100 Prozent, Spekulanten und auch der spanische Normalbürger nahmen diese Angebote dankbar an, um in Immobilien zu investieren. Nur: Abgeschlossen wurden die Hypothekenverträge – wie in Spanien üblich – fast auschließlich zu variablen Zinssätzen, die an den Euribor gekoppelt sind. Lag dieser aber vor Jahren noch bei gut zwei Prozent, so steht er Ende August 2008 auf 5,3 Prozent. Die Durchschnittshypothek von 150.000 Euro bei 25 Jahren Laufzeit schlägt derzeit in der Haushaltskasse mit 950 Euro pro Monat zu Buche. Für viele Familien ist da die Grenze der Belastbarkeit schon lange erreicht.
Die Folgen: Um Zwangsversteigerungen zu vermeiden, wird versucht, Wohnungen und Häuser zu günstigen Preisen schnell zu verkaufen. Zugleich sinkt aber die Nachfrage, auch weil die Banken mittlerweile nur noch sehr restriktiv Kredite vergeben. Auch Neubauwohnungen lassen sich immer schwerer zu den von den Bauunternehmen einkalkulierten Preisen verkaufen. Maklerbüros machen seit Monaten reihenweise dicht, und selbst bei den Großen der Branche kriselt es gewaltig. So legte der Immobilienkonzern Martinsa-Fadesa vor kurzem mit einem Schuldenberg von 5,2 Milliarden Euro die größte Pleite in der Geschichte des Landes hin.
„Problematisch bei vielen Medienberichten ist“, so der Makler Lutz Minkner aus Mallorca, „dass sie oft nicht fundiert sind und nur Teilaspekte des spanischen Immobilienmarkts beleuchten. Teilweise verwirren sie mehr, als dass sie aufklären.“ Und tatsächlich hat man es in Spanien mit einem sehr vielschichtigen Marktgeschehen zu tun.
Tief in der Krise steckt seit gut einem Jahr vor allem der Erstwohnsitzmarkt. Jahrelang verzeichnete Spanien Rekordzahlen im Hinblick auf fertiggestellte Wohnungen. Die Banken ermöglichten Finanzierungen von bis zu 100 Prozent, Spekulanten und auch der spanische Normalbürger nahmen diese Angebote dankbar an, um in Immobilien zu investieren. Nur: Abgeschlossen wurden die Hypothekenverträge – wie in Spanien üblich – fast auschließlich zu variablen Zinssätzen, die an den Euribor gekoppelt sind. Lag dieser aber vor Jahren noch bei gut zwei Prozent, so steht er Ende August 2008 auf 5,3 Prozent. Die Durchschnittshypothek von 150.000 Euro bei 25 Jahren Laufzeit schlägt derzeit in der Haushaltskasse mit 950 Euro pro Monat zu Buche. Für viele Familien ist da die Grenze der Belastbarkeit schon lange erreicht.
Die Folgen: Um Zwangsversteigerungen zu vermeiden, wird versucht, Wohnungen und Häuser zu günstigen Preisen schnell zu verkaufen. Zugleich sinkt aber die Nachfrage, auch weil die Banken mittlerweile nur noch sehr restriktiv Kredite vergeben. Auch Neubauwohnungen lassen sich immer schwerer zu den von den Bauunternehmen einkalkulierten Preisen verkaufen. Maklerbüros machen seit Monaten reihenweise dicht, und selbst bei den Großen der Branche kriselt es gewaltig. So legte der Immobilienkonzern Martinsa-Fadesa vor kurzem mit einem Schuldenberg von 5,2 Milliarden Euro die größte Pleite in der Geschichte des Landes hin.
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