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Neben dem Prestige sind es auch handfeste wirtschaftliche
Interessen, die die Architektur in Österreich immer mehr in den
Mittelpunkt des öffentlichen Interesses rücken. Das zeigt sich
besonders deutlich in der Tourismusbranche. In der Studie „Architektur
macht Gäste“, unter anderem in Auftrag gegeben vom österreichischen
Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit, gaben von 300 landesweit
befragten Unternehmen 88 Prozent an, dass sich ihre Investition in
anspruchsvolle Architektur rentiert habe. Moderne Bauformen, so der
Tenor, erschließen neue, einkommensstarke Gästegruppen – besonders im
gehobenen Kultur-, Genuss- und Erlebnistourismus.
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„All unsere Projekte werden in ökologischer Bauweise errichtet. Das entspricht auch den Kundenwünschen.“ Birgitt Jäger, Jäger Baugesellschaft mbH, Feldkirch alle Objekte zeigen |
„Nach traditionellen Objekten wird bei uns insbesondere in der Region Millstättersee gezielt gesucht.“
Hermann Regger, sReal, Spittal alle Objekte zeigen |
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Kommen wir zu den privaten Hauskäufern. Lokalkolorit, so die nahezu einhellige Meinung der von BELLEVUE befragten Makler vor Ort, ist durchaus ein Kaufargument. Aber nicht das ausschlaggebende. Erreichbarkeit, Infrastruktur, Lage – auch klassiche Immobilien müssen den klassischen Kriterien genügen. Und: Häuser mit einer (Bau-) Tradition haben meist auch ein gewisses Alter. Da heißt es dann sorgfältig prüfen, ob keine Feuchtigkeit ins Mauerwerk eingedrungen ist, der Holzwurm schon ältere Wohnrechte hat, Elektroleitungen noch der Norm entsprechen, die Energieversorgung noch zeitgemäß ist und, und, und … Auch die Deckenhöhe und die Raumaufteilung entsprechen häufig nicht mehr modernen Standards. Zu beachten sind außerdem die bestehenden Bauvorschriften und Nutzungsbedingungen. Was an einem originalen Bauernhaus an- und ausgebaut werden darf, ist meist streng geregelt, der wuchtige Wintergarten aus Glas wohl schlicht nicht genehmigungsfähig. Und wer seinen Hof gar bewirtschaften möchte, unterliegt in den jeweiligen Bundesländern diversen Raumordnungskriterien, über die es sich vorher genau zu informieren gilt.
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„Beim Kauf einer ‚typischen‘ Bestandsimmobilie bedarf es der fachgerechten, seriösen Beratung durch den Makler.“ Karin Gornik, Meise & Gornik Immobilien GmbH, Kitzbühel alle Objekte zeigen |
| „Viele Elemente werden auch heute noch übernommen. Es gibt sogar Niedrigenergiehäuser im traditionellen Stil.“ Ilse-Dore Ohm, RE/MAX Kufstein alle Objekte zeigen |
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In beliebten Orten wie Kitzbühel müssen sich Neubauten in das Ortsbild einfügen, Experimente sind da weniger gefragt. Die einen sehen darin die Erhaltung gelebter Bautradition, andere einen Hemmschuh. Trotzdem kann sich Österreich in Sachen Architektur einer herausragenden Stellung sicher sein – auch was moderne Entwürfe angeht. Die Grenzen zwischen Kitsch und Kunst, traditionellen Stilen und zeitgenössischen Wohnformen sind von jeher fließend. Und die Frage nach gelungener Architektur ist, wie es die österreichische Zeitung „Der Standard“ formulierte, sowieso mehr als nur die Frage nach „schön oder schiach“.
aus Bellevue Nr. 07/2008
Lesen Sie weiter dazu in der BELLEVUE-Heftausgabe Nr. 07/08
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