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Sölder, Schopf, Kellerstöckl: Österreich hat eine große Architekturvielfalt. Entdecken Sie einige regionale Beispiele in der BELLEVUE-Galerie. Dazu bitte auf das Bild klicken.
Klingt vertraut? Viele Stilelemente werden auch heute noch gebaut. Vom erwähnten Kachelofen über verputzte Wände bis zu geschnitzten Dachbalken reicht die Palette. Sogar der Glockenstuhl findet noch Verwendung. Allerdings werden damit nicht mehr Mägde und Knechte zum Essen gerufen. Heute dient er als dekoratives Element – eine Reminiszenz an die gute alte Zeit.
Österreich auf historische oder historisierende Bauten zu reduzieren wäre aber zu kurz gesprungen. Es ist die Kombination aus alten Materialien und neuem Design, die vielerorts die neuere österreichische Architektur prägt. Vorreiter dieser Welle ist das westlichste Bundesland, Vorarlberg. Was man mit Holz, Glas, innovativen Architekten und gestandenen Handwerkern alles bauen kann, konnten Interessenten Ende Mai unter dem Motto „Holzbauland Voralberg“ bewundern. Insgesamt 63 Ein- und Mehrfamilienhäuser, Umbauten und Sanierungen standen für Besichtigungen zur Auswahl, inklusive Gesprächen mit Architekten, Planern und Bauherren. Ein eindrucksvolles Spektrum (zu besichtigen unter www.holzbaukunst.at), das zeigt, wie umfassend das Thema „traditionelle Baustile“ behandelt werden kann.
Interessant ist auch, dass sich zeitgenössische Architektur in Österreich nicht nur auf den Wohnbau beschränkt. Gerade in Tirol hat sich mit der Supermarktkette MPREIS ein Unternehmen aus einem Bereich verdient gemacht, der eher für seine profanen Zweckbauten bekannt ist. Mitte der 80er Jahre machte MPREIS-Mitbegründer Anton Mölk die Bekanntschaft des Architekten Heinz Planatscher. Aus dieser Liaison zwischen Kommerz und Baukultur sind – unter späterer Mitwirkung weiterer Architekten – mittlerweile 140 Filialen entstanden, die den Anspruch haben, sich mit immer neuen Ideen als innovativer architektonischer Motor in der Region zu präsentieren: gewagte Konstruktionen statt Corporate Identity. Dass dies überaus gut gelingt, zeigen die Preise, mit denen die Supermarktkette ausgezeichnet wurde. 2004 durfte MPREIS Österreich gar zusammen mit vier Architekten als Bauherr bei der Architektur-Biennale in Venedig vertreten. Eine Ehre, die Aldi oder Lidl wohl nicht so schnell zuteil wird.
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