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Südafrika: Weingüter

Nur das Beste zählt

 

Trotz weltweiter Konkurenz gibt es in Südafrika immer noch Nischen für engagierte Weinfarmer. Wer auf Qualität setzt, kann auch weiterhin gute Gewinne machen

 

von Nanette Kröker

Wie viel Wahrheit steckt noch im Wein? Nicht nur in Südafrika, das zu den hoffnungsvollsten Newcomern auf den internationalen Weinmärkten der vergangenen Jahre zählt, stellt man sich mittlerweile diese Frage: Weltweit machen Aussagen über den maroden Zustand der Weinindustrie Schlagzeilen. Die Preise für Trauben sinken seit geraumer Zeit in den Keller; die Konkurrenz aus Argentinien, Chile, Austra-lien oder Kalifornien ist für die alteingesessenen weinproduzierenden Länder unübersehbar. Lohnt es sich da überhaupt noch, in Weinfarmen zu investieren?

Schaut man auf den südafrikanischen Markt, so lässt sich diese Frage durchaus mit einem Ja beantworten, wenn auch mit Einschränkungen. Die klassischen Weinanbaugebiete bei Kapstadt sind weiterhin bei Investoren und bei Touristen sehr beliebt. Das wirkt sich auf die Preise aus: Je näher ein Weingut an Kapstadt liegt, desto höher ist sein Wert. Vor allem rund um die historische Universitätsstadt Stellenbosch und das malerische Franschhoek werden Toppreise erzielt. Rund 30 Prozent günstiger ist es bereits in Paarl, und in weiter entfernten Regionen wie Robertson und Worchester gibt es richtige Schnäppchen.
Der Trend geht jedoch in Richtung „Lifestyle Farming“. Käufer investieren in erster Linie in die Lebensqualität: Sie erwerben eine schön gelegene Farm, nicht weit von den Zentren entfernt, mit ein, zwei Gebäuden und etwas Wein. Ob die Farm profitabel ist, ist eher zweitrangig, solange kein Verlust gemacht wird. Voraussetzung für dieses Modell ist allerdings: Kapstadt und sein Flughafen dürfen nicht weit entfernt sein, denn die Investoren kommen zum größten Teil aus dem Ausland und verbringen immer nur wenige Monate in Südafrika.

Eine solche Lifestyle-Farm hat klassischerweise rund vier Hektar Land, davon die Hälfte unter Reben, außerdem Wohn- und Gästehäuser, und sie ist zentral gelegen. Laut Gary Lazarus von Pam Golding kosten Farmen dieser Art interessierte Investoren um die 1,5 Millionen Euro – und die Nachfrage ist aktuell höher als das Angebot. Dementsprechend steigen die Preise in diesem Segment weiter. Einziges Problem: Es gibt kaum neue Angebote! Wer sucht, braucht Geduld – und Glück, um sein Traumobjekt auf dem Markt zu finden.

Aus einer ganz anderen Richtung weht dagegen der Wind im „echten“ Weingeschäft: Tatsächlich sind die Preise für Trauben extrem gesunken. Eine Tonne roter Trauben bringt heute gerade noch 350 Euro ein – vor drei Jahren war es das Doppelte. Bei weißen Trauben ist der Unterschied zwar nicht ganz so groß, doch sind auch hier die Preise von 400 Euro pro Tonne auf 350 Euro gesunken.


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