Neu: Bellevue 3/2012
Das aktuelle BELLEVUE-Heft 02/2012

BELLEVUE
Ausgabe 3/2012

  • Reetdachhäuser
  • Golfimmobilien
  • Frankfurt-Special
  • Bauen in Portugal
    u. v. m.

Pfeil zurück zurück zur Übersicht | alle Themen  Pfeil zurück 1 | 2  
Bild 1 Bild 2 Bild 3 Bild 4 Bild 5 Bild 6

Deutschland: Umnutzung

Umgenutzt statt ungenutzt

 

Wie sich ein Koblenzer Unternehmer den Traum vom Wohnen in einem ehemaligen Bahnhof erfüllte - und weitere Beispiele für eine gelungene Zweckentfremdung

 

von Dirc Kalweit

Warum ausgerechnet ein Bahnhof? „Ich hatte vorher noch keinen“, lautet Michael Bocklets augenzwinkernde Antwort. Humor gehört dazu, wenn man einen alten Zweckbau zu einem modernen Wohngebäude umfunktionieren will. Und eine Menge Fantasie. An beidem mangelte es dem Inhaber eines Fahrzeugbaubetriebs und seiner Frau nicht. „Der Bahnhof hat was“, waren sich beide einig, als sie das Gebäude im Koblenzer Stadtteil Moselweiß bei einem Spaziergang entdeckten. Zu der Zeit versuchte noch ein Restaurantbesitzer im Erdgeschoss sein Glück, und ein hässlicher Anbau, der als WC diente, verschandelte den ohnehin nicht besonders attraktiven Anblick.

„Damals, 1998, wohnten wir mit unseren beiden Kindern auf dem Firmengelände ganz in der Nähe“, erinnert sich Bocklet. Das war praktisch, aber nicht unbedingt schön. Dass der Bahnhof das neue Zuhause der Familie wurde, war ein glücklicher Zufall. Bocklet: „Wir hatten uns auf diverse Chiffre-Anzeigen in der Zeitung beworben, und eine davon entpuppte sich ausgerechnet als Verkaufsangebot für den Bahnhof.“ Innerhalb einer Woche war die Entscheidung gefallen und die ungewöhnliche Immobilie gekauft.

Das war der leichteste Teil des Unternehmens Umnutzung. Dann begann die Phase der Vorplanung, und da zeigten sich die ersten Tücken. „Es gab schlicht keine Bauunterlagen zu dem Bahnhof“, stellt Bocklet rückblickend fest. „Die Bahn hatte seinerzeit gar keinen Bauantrag bei der Stadt Koblenz gestellt, in den Archiven fand sich rein gar nichts.“ Seinerzeit, das war wohl um die Jahrhundertwende. Wegen der fehlenden Dokumente kann das Baujahr des Bahnhofs nur geschätzt werden: Zwischen 1898 und 1905 wird allgemein vermutet, Genaueres weiß selbst die Bahn nicht.

Auch Angaben zu Statik, Abmessungen, Größen fehlten komplett. Wer bei seinem Haus schon einmal auch nur einen Durchbruch gemacht hat, der weiß, wie wichtig diese Zahlen sind. Bocklet ließ in dieser Situation ein Aufmaß machen. Im Rahmen ihrer Diplomarbeit dokumentierten zwei Studenten den damaligen Ist-Zustand des Hauses und vermaßen es vom Keller bis zum Dach. „Heute“, freut sich der Unternehmer, „habe ich die besten Unterlagen, die man sich nur wünschen kann.“


Veröffentlicht am Montag, 10.Dezember 2007 um 10:18 Uhr

Artikel drucken  Artikel drucken Artikel versenden  Artikel versenden
Pfeil zurück zurück zur Übersicht | alle Themen  Pfeil zurück 1 | 2  

Stromlinien

Deutschland für Entdecker: Die Mosel

Stromlinien

Spitzenweine, eine einmalige Landschaft und regionaltypische Architektur - ... mehr lesen »
Betriebskosten – Die zweite Miete

Ratgeber Immobilienkauf

Betriebskosten – Die zweite Miete

Heizung, Wasser, Müll – so ermitteln Sie, ob es bei den Betriebskosten noch... mehr lesen »
Unterschiedliche Vorstellungen vom idealen Wohnraum

Umfrage

Unterschiedliche Vorstellungen vom idealen Wohnraum

Eine Umfrage ergab, dass Mann und Frau zum Teil sehr unterschiedliche Vorst... mehr lesen »
Den richtigen Sachverständigen finden

Ratgeber Immobilienkauf

Den richtigen Sachverständigen finden

Was eine Immobilie wert ist, darüber kann man sich streiten. Die objektive ... mehr lesen »
Zinsen und Tilgung: Günstiges Geld

Ratgeber Immobilienkauf

Zinsen und Tilgung: Günstiges Geld

Das Zinsniveau ist derzeit auf einem historischen Tief. Gute Zeiten für Imm... mehr lesen »