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Deutschland für Entdecker: Ostfriesland

Wind und Watt

 

Die nordwestlichste Region Deutschlands hat weit mehr zu bieten als flaches Land und ein heilendes Klima. BELLEVUE war vor Ort und verrät, warum Investitionen in Ostfriesland derzeit äußest lukrativ sind

 

von Bettina Gerhards

"Wind und Watt, wie lieb ich dat", sagt der Ostfriese. Und Wind und Watt sind zwischen Dollart und Jadebusen reichlich vorhanden. Schon kurz hinter Oldenburg weht ein anderes Lüftchen, das Land wird flacher, der Horizont scheint unendlich zu sein. Nicht umsonst heißt es hier scherzhaft: Das Land ist so flach, dass man schon am Samstag sieht, wer am Sonntag zu Besuch kommt. Humor haben sie, die Ossis. Das beweist nicht nur der in Emden geborene Blödelbarde Otto Waalkes seit Jahrzehnten.

Generell gilt der Ostfriese aber eher als zurückhaltender Mensch, der sein Gegenüber genau unter die Lupe nimmt. Um seine Sympathie zu gewinnen, sollte man daher als "Tolopener", wie die Ostfriesen "Zugelaufene" nennen, möglichst ein paar Regeln kennen, um es sich nicht gleich mit ihm zu verscherzen. Eine davon lautet: Auf "moin" oder "moin, moin" bloß nicht mit "guten Morgen" antworten! Damit wird man gleich als Auswärtiger enttarnt. Denn "moin" heißt nicht "guten Morgen", sondern wird vom Wort "mooi" abgeleitet, was so viel wie "schön", "gut" oder "bestens" bedeutet und in Ostfriesland zu jeder Tages- und Nachtzeit verwendet wird.

Jutta Wienzeck aus Bad Honnef hat sich als "Zugelaufene" bereits bestens in Ostfriesland integriert; sie lebt seit 1998 in ihrem Ferienhaus in Carolinensiel. Dort hat sie sich ihren lang gehegten Traum, den Ruhestand an der See zu verbringen, erfüllt. "Um ein Uhr habe ich das Haus angeschaut, um zwei habe ich es gekauft, und abends um sechs saß ich schon beim Notar", erinnert sich die ehemalige Jugendrichterin schmunzelnd. Seither genießt sie vor allem die Ruhe und Weite der Landschaft sowie das gesunde Klima.


Veröffentlicht am Donnerstag, 03.September 2009 um 12:48 Uhr

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